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Donnerstag, 7. Januar 2010

Patienten unter sich

Nichts Neues von der Liebesfront. Deshalb heute mal was ganz anderes. Eine Geschichte, die wohl den Soundtrack "Smoking outside the hospital doors" von den Editorshaette. Also einfach beim Lesen im Hintergrund laufen lassen.

Premiumpatientin ist stationaer im Krankenhaus. Ihre Bettnachbarin moechte gerne um neun Uhr abends schlafen. Premiumpatientin aber nicht. Also zieht sie sich ihre Jacke ueber den Schlafanzug und geht runter vor das Klinikgebaeude, wo die ueblichen Gestalten stehen oder hocken oder sitzen (im Rollstuhl) und rauchen. Einige haben einen Infusionsstaender dabei. Premiumpatientin kann sich gluecklicherweise frei bewegen ohne irgendwas hinter sich herziehen zu muessen.
Entspannt zuendet Sie sich eine Zigarette an und stellt sich neben einen Mann in den Dreissigern (mit Abstand der juengste hier abgesehen von Premiumpatientin). Er hat auch einen Staender mit Perfusor dabei.

Perfusormann: Hey.
Premiumpatientin: Hey.
Perfusormann:  Heute war echt schoenes Wetter. Und, was hast du?
Premiumpatientin: Ja, n bisschen kuehl ist es aber geworden. Ich hab Klrexytchtxeratorose. Und du?
Perfusormann: Ich hab Krebs. Aber morgen soll es regnen, hab ich gehoert.
Premiumpatientin: Ah ja. Hm. Ehrlich, es soll regnen? So ne Scheisse.

Eigentlich ist das eine sehr ernste Geschichte. Fast schon traurig, weil fuer manche Menschen Krankheiten zum Alltag gehoeren, wie eben das Wetter. Da sie aber einer gewissen Absurditaet nicht entbehrt, steht sie trotzdem hier. Premiumpatientin kann auch ehrlich gesagt voll drueber lachen. Morgen wirds wieder weniger ernst, versprochen.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Adventskalender: 6. Tuerchen

Gestern gab es kein Tuerchen. Schliesslich muss Premiumpatientin auch mal einen Tag Wochenende machen. Dafuer geht es heute natuerlich weiter.

Frage: Gibt es wirklich "Rollvenen" oder ist das ne faule Ausrede von Aerzten, die nicht zugeben wollen, dass sie einfach zu unfähig zum Blutabnehmen sind?


Antwort: Die Recherche zu dieser Frage hat Premiumpatientin fast in den Wahnsinn getrieben, weil eigentlich jeder ihrer Interviewpartner etwas anderes erzaehlt hat. Manche haben sie ausgelacht, andere wieder nicht, und ganz andere fuehlten sich persoenlich beleidigt. Bei genauerer Auswertung kam  folgendes heraus (Zahlenangaben in Prozent):



Die Anteile der Studienobjekte, die angegeben haben, es gaebe Rollvenen, sind annaehernd deckungsgleich mit einer anderen Studie, die die Venentrefffaehigkeiten der Aerzte untersuchte. Von daher kann man als vorlaeufiges Ergebnis formulieren: Wer sagt, es gaebe Rollvenen, der kann's einfach nicht.


Ein paar Fakten zum Thema Rollvenen zum Schluss (wie gesagt war es sehr schwierig, in dieser Untersuchung Fakten von Bloedsinn zu unterscheiden, diese Aussagen erschienen dem Expertenteam aber glaubwuerdig):

1. Ja, Venen koennen wegrollen. Das liegt aber nicht an den Venen selbst, sondern daran, dass das Gewebe drum herum flutschig sein kann.

2. Ja, Venen koennen wegrollen, aber man kann sie auch fixieren. Alles eine Sache der Uebung.

Weiterfuehrend empfiehlt Premiumpatientin den Artikel "Von der Schwanzgroesse der Chirurgen" von Medizynikus. Vielen Dank an Tina fuer diese Frage. VIelleicht meldet sich ja noch jemand von den Aerztebloggern zu Wort und legt seine Meinung zum Thema Rollvenen dar.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Adventskalender: 2. Tuerchen

Frage: Gucken sich Aerzte vor der Op nicht doch mal die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale der schlafenden Patienten an? Und was sagen sie dann?

Die Antworten des Chirurgie-Expertenteams waren Premiumpatientin leider zu unglaubwuerdig. Deshalb hat sie gleich ihren Chirurgen-Exfreund, Lesern dieses Blogs auch unter dem Namen Siegfried bekannt, gefragt, ehrlich gesagt zu einer Zeit, in der er noch ihr Chirurgen-Freund war.

Siegfried: Nun ja, man ist ja nie alleine mit dem Patienten oder der Patientin im OP. Und wer will schon vor den Kollegen zugeben, dass er notgeil ist. Also eher nein. Aber, gerade bei Routine-OPs, kann es schon mal sein, dass ein unangemessener Spruch ueber den Koerper des Patienten faellt. Meistens, wenn man sehr, sehr dicke Leute operiert oder Frauen mit aussergewoehnlich grossen sekundaeren Geschlechtsmerkmalen. Aber so oft kommt das auch nicht vor. Im Kreiskrankenhaus wahrscheinlich eher als in einem angesehenen Uniklinikum mit agressiven Patienten-Fuersprechern. Deshalb bekommen die Studenten eh den meisten Aerzte-Frust ab.

Anmerkung: Spiegel Online hat Anfang des Jahres mal ein paar gemeine Aerztesprueche gesammelt, und herausgefunden, dass in dn USA 17 Prozent der Aerzte ihren Frust an narkotisierten Patienten auslassen. Als Patient sollte man sich darueber nicht aergern. Im Gegenteil: Studien haben gezeigt, dass, je mehr ein Operationsteam miteinander interagiert, desto effizienter arbeitet es und desto seltener sind intra- und post-operative Komplikationen. Also, liebe Chirurgen bei der naechsten OP: Bitte, schaut euch meine Brueste und meine Hueften an und natuerlich auch die Cellulite an den Oberschenkeln, und laestert, was das Zeug haelt! Vielleicht sollte ich bis dahin auch noch 25 Kilo zunehmen.


Vielen Dank fuer diese Frage an Tina.