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Samstag, 1. Mai 2010

Krankomat-Live-Blog Teil 17: ****

Oft hat Premiumpatientin rumgemaekelt, wir bloed Ausstattung und Service in einem Krankenhauszimmer sind. Das Bett ist unbequem, staendig muss man warten und das Essen ist sowieso scheisse. Heute schauen wir uns das aber mal genauer an. Wichtige Kategorien fuer eine Hotel-Klassifizierung naemlich sind zum Beispiel:

Farbfernseher
zimmereigene Nasszelle
Room Service (zum Beispiel eine Klingel)
24-Stunden-Rezeption
Aufenthalts- und Tagungsraeume
Gartenanlagen
Wellness (zum Beispiel medizinische Massagen)
Sportangebot (zum Beispiel Physiotherapie oder Reha-Einrichtungen)

All das finden wir auch in einem durchschnittlichen Krankenhaus. Wenn man das so ungefaehr mit den Sternkategorien der Hotelstars Union abgleicht, so geben wir dem ueblichen Krankenhaus 4 Sterne. Nach dieser Analyse verabschiedet sich Premiumpatientin nun endgueltig vom Meckern. Vielleicht.

Mittwoch, 28. April 2010

Krankomat-Live-Blog Teil 16: Fieber ist ein Arschloch

Heute quillt Premiumpatientin Eiter aus dem Bauch und sie hat Fieber von 38.8 Grad. Deshalb leider kein Blogeintrag.

Mittwoch, 21. April 2010

Krankomat-Live-Blog Teil 11: Krankenhausblues

Premiumpatientin hat heute den Krankenhausblues. Allein in ihrem (dank eines vermeintlichen Keimbefalls) Einzelzimmer, ein bisschen mit Drogen vollgepumpt, kommen ihr tiefgruendige Fragen in den Sinn. Wie wird mein Leben, wenn ich dieses Krankenhaus verlasse? Werde ich mich einsam fuehlen, wenn ich meinen Infusionsstaender nicht mehr brauche? Was soll ich ohne meine taegliche Massage machen, die ich mir habe ansetzen lassen? Und ohne Klingel am Bett? Apropos Bett: Niemand mehr, der mein Bett macht? Wie soll ich das nur aushalten? Und die netten Pfleger und Schwestern, die immer wieder vorbeischauen, und mir leckeres Essen oder neue Pillen oder sowas bringen. Und die kleinen Ausfluege, die ich manchmal machen darf, wo ich mich dann in lustige Roehren legen darf oder man mir Glibber auf den Bauch spritzt.
Veraengstigt fragt Premiumpatientin den Arzt, der ein bisschen aussieht wie Baktus von "Karius und Baktus": "Wann werde ich entlassen?"
Baktus: "Das kann noch dauern"
Premiumpatientin atmet auf. Aber eigentlich beginnt jetzt erst der richtige Krankenhausblues (oder dann, wenn Premiumpatientin nicht mehr high ist).

Mittwoch, 27. Januar 2010

Krankomat Live-Blog Teil 1: Willkommen im Krankenhaus

Willkommen, willkommen. 
Danke, danke, dass Sie sich wieder für unser Haus entschieden haben. Wir sind hier nicht im Hotel. Man erwartet von Ihnen, dass sie sich nicht beklagen. Das Bett wird auch nicht bequemer, im Gegenteil, das Bett wird wahrscheinlich nie wieder so eine gute Qualität aufweisen wie jetzt. Denn die Qualität von ohnehin schon schlechten Matratzen steigt nicht etwa mit ihrer Abnutzung (Mix von wegen "die schläfst sich noch ein!" oder "das beste Alter für eine Matratze sind 30 Jahre.")
Sprechen Sie Ärztinnen nicht mit Schwester an, das könnte einen frauenpolitischen Eklat zufolge haben. Pfleger sollte man nie als Herr Doktor betiteln, den Oberarzt nicht als Student und die Schwester nicht als Putzfrau (oder als Uschi, Mutti etc.), alles abgrundtiefe Beleidigungen.
Bitte orientieren Sie sich an den Kittelfarben:
Arzt = weiß, blau oder hellgrün
Schwester = weiß, blau oder hellgrün
Pfleger = weiß, blau oder hellgrün
Oberarzt = weiß, blau oder hellgrün
Putzfrau = weiß, blau, hellgrün oder magenta

Und jetzt zu Ihnen, Patient:
Über Sie wird gelästert, gelacht, man wird sie an ihr Bett ketten, und wenn man keine Lust auf Ihr Gejammer hat, dann gibt's einfach noch mal eine Spritze. Das, was Sie da gerade anhaben, das nennt man hier Nachthemd. Designerstück. Jedes einzelne ein "one-of-a-kind-Teil". Sie sind hier der Irre, weil Sie z.B. nach einem Schmerzmittel fragen und das auch noch innerhalb von einer Stunde bekommen wollen. Also sowieso, nicht so viel jammern, und nicht so oft auf die Klingel drücken.

Aber es gibt auch ganz nette Sachen im Krankenhaus: z.B. der Feigensaft zum abführen, der so lecker schmeckt, oder Oliver, der Physiotherapeut...

Dienstag, 12. Januar 2010

Patiententypologie Teil drei: Die Jammernde

Die jammernde Patientin

Erkennbar an: Den ganzen Tag Aerzten, Pflegepersonal und vor allem (!) Premiumpatientin ihre Lebensgeschichte zu erzaehlen, die meistens sehr schrecklich ist. Moegliche Elemente: Krieg, Nachkriegszeit, DDR-Zeit, Armut, verstorbene Angehoerige. Sollte das nicht reichen, wird wahlweise auch noch die Lebensgeschichte der Mutter, des Ehemanns oder des Sohnes erzaehlt. Was halt gerade schrecklich genug ist.
Ausserden spart die Jammernde natuerlich nicht aus, wie schlecht es ihr im Moment geht.

Visite:
Stationsarzt: Guten Tag, wie geht es Ihnen?
Jammernde: Grauenhaft. Ganz schrecklich, Herr Doktor, ganz schrecklich.
Stationsarzt: Hm. Haben Sie Schmerzen?
Jammernde: Ja. Ganz schrecklich, Herr Doktor, ganz schrecklich.
Stationsarzt: Wie sind die Schmerzen denn? Stechend....
Jammernde: Ja!
Stationsarzt:...oder eher drueckend...
Jammernde: Ja, auch!
Stationsarzt:...oder eher brennend?
Jammernde: Ja, brennend auch. Ganz schrecklich, Herr Doktor, ganz schrecklich.
Stationsarzt: Hm. Uebelkeit, Erbrechen?
Jammernde: Ja, beides. Andauernd.
(Spaetestens jetzt denkt Premiumpatientin: Ach ja? Das mit den Schmerzen kann sie selbstverstaendlich nicht beurteilen, auch wenn die Jammernde sich tagsueber nicht gerade kruemmt vor Schmerzen. Aber Erbrechen haette sie ja nun wirklich mitkriegen muessen. Naja.)
Jammernde: Wissen Sie, Herr Doktor, das ist ja nicht das einzige. Damals, nach dem Krieg...
In diesem Moment weiss Premiumpatientin schon, was jetzt kommen wird. Sie steht auf und will das Zimmer verlassen.
Stationsarzt (mit einem Blick, der sagt: "Lass mich nicht alleine mit der!"): Gehen Sie nicht! Zu Ihnen will ich auch noch, Premiumpatientin.
Premiumpatientin: Ja, aber ich kenn die Geschichte schon. ICh warte draussen und Sie sagen mir bescheid, wenn Sie Zeit fuer mich haben.
Premiumpatientin dreht sich schnell zur Tuer, um dem hilflosen Blick des Stationsarztes zu entgehen, und verlaesst das Zimmer. Denn alles muss sie sich ja auch nicht antun.

Hier gehts zu Teil eins und Teil zwei der Krankomat Patiententypologie.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Adventskalender 16. Tuerchen

Frage: Stellen Krankenhausbetten mit ihrer komplizierten Kopfteil-Fussteil-hoch-runter-Verstelltechnik eine Gefahrenquelle dar?

Antwort Experte (Pflegepersonal): Vor einen paar Jahrenhat das mal ganz schoen Furore gemacht. Inzwischen hat sich eigentlich nichts an den Sicherheitsmassnahmen geaendert, deshalb ist das Problem noch existent, es interessiert sich bloss keiner dafuer. Es gibt Prinzipiell zwei GEfahren: Braende an elektrischen Betten und Einklemmungen bei mechanischen. Gerade, wenn Omi Hebel und Knoepfe nicht so gewoehnt istund dann noch ein defekt vorliegt, kann es vorkommen, dass sich das Bett vertikal zusammenklappt. Es gab schon mehrere Todesfaelle deswegen, auch in unserer Klinik.

Premiumpatientin: *schluck*

Pfleger: Keine Sorge. Die Wahrscheinlichkeit bei einer Operation zu versterben, ist immer noch groesser.

Na dann.

Montag, 30. November 2009

Weihnachtsbastelei im Krankenhaus

Fuer Aerzte und Patienten zum Zeitvertreib. Heute: Das Arztmaennchen


Man nehme:
1 Handschuh
Steri-Strips
1 Braunuelen-Pflaster
1 Flaeschchen Kochsalzloesung
2 Kompressen 7,5 x 7,5 cm, steril
2 Ciprofloxacin 500 Filmtabletten
Ausserdem ganz wichtig: ein Filzstift und eine Chirurgenschere







1. Das Flaeschchen Kochsalzloesung einritzen und die Fluessigkeit vollstaendig abtropfen lassen.

2. Auf den Verschluss ein nettes Gesicht malen.







3.  Den Zeigefinger vom Handschuh abschneiden und die Handschuhfingerkuppe entfernen.



4. Den Handschuhfinger ueber das Flaeschchen ziehen.


5. Das Flaeschchen umdrehen. von hinten einen der Fixierungsstreifen des Braunnuelenpflasters aufkleben.



6. Das Flaeschchen wieder umdrehen und den zweiten Fixierungsstreifen genauso aufkleben.









 7. Eine Kompresse um den Koerper wickeln und
mit einem Steristrip festkleben. Der Steristrip formt gleichzeitig den Kragen. Merke: Visitenkittel haben Stehkragen, Laborkittel haben Spitzkragen.






 8. Aus dem Braunuelenpflaster ein Stueck wie auf dem Bild herausschneiden. Beine je nach Belieben kuerzen.




9.  Ausgeschnittenes Teil umdrehen und abziehen, sodass die jetzt oben liegende Seite klebt.







10. Nun die zweite Kompresse in passende Stuecke fuer die Hose schneiden und aufkleben. Die Ciprofloxacin-Tabletten an den unteren Seiten als Schuhe aufkleben. Gut andruecken.





11. Die Beine nun unten an der Rueckseite befestigen. Dazu steckt man sie entweder in den Handschuhfingerschlauch oder klebt mit einem weiteren Steri-Strip oder Teilen des Braunuelenpflasters.

13. Nun nach Belieben noch Muetze und Mundschutz aus den Resten des Braunuelenpflasters schneiden und ankleben.












Und fertig ist das Arztmaennchen! Viel Spass beim Nachbasteln wuenscht Premiumpatientin.

Der Florence-Nightingale-Effekt Teil 2

Phase 3: Komplimente
Pfleger: Oh, dass Du mich jetzt angelaechelt hast, mit deinen leuchtenden Augen, das versuesst mir echt den Tag.
Premiumpatientin: Ach ja?
Pfleger: Naja, was soll ich sagen, Du bist halt mit Abstand die huebscheste Frau auf der Station.

Phase 4: Gefallen tun / sich ausnutzen lassen
Premiumpatientin: Ich brauche einen Gefallen...(Hundeblick)
Pfleger: Jeden!
Premiumpatientin: (wahlweise)
-Kann ich mal das Internet benutzen?
-Kann ich ganz viele von den kleinen NACl-Flaeschchen haben? Brauch ich fuer meine Kontaktlinsen.
-Ich bin mal fuer zwei Stunden weg. Also weg vom Campus. Wenn jemand nach mir sucht, kannst Du ihm...irgendwas...erzaehlen?
usw.
PRemiumpatientin bekommt in der Regel immer, was sie will.

Phase 5: Die Offensive
Pfleger:Hey, Premiumpatientin!
Premiumpatientin: Ja?
Pfleger: Hast Du Lust, das Fussballspiel auf unserem Flachbildfernseher im Schwesternzimmer zu sehen? Ich wollte gerade auch Pizza bestellen, wenn du magst.
Premiumpatientin: Ja, gern! (Auch wenn Premiumpatientin natuerlich weiss, welche Ambitionen hinter dem Angebot stecken, sie kann einfach nicht nein sagen, es ist zu verlockend. Ein schlechtes Gewisse hat sie trotzdem ganz kurz.)

Phase 6: Das traurige Ende
Pfleger macht weitere Annaeherungsversuche. Er legt zum Beispiel beim Fussballgucken seinen Arm um Premiumpatientin.
Premiumpatientin: Aehm, ich glaube, du verstehst da was falsch...ich find dich wirklich nett...aber...nicht mehr. Sorry.
Pfleger: Oh...hm...(druckst herum)...Entschuldige...
Premiumpatientin: Ich geh jetzt lieber wieder.
Premiumpatientin geht zurueck in ihr Zimmer. Die naechsten Tage versuchen Premiumpatientin und der Pfleger, einander moeglichst nicht zu begegnen. Und irgendwass wird Premiumpatientin ja dann auch zum Glueck entlassen. Und verschwindet unauffaellig mit der Tasche voller NaCl-Flaeschchen.

Samstag, 28. November 2009

Der Florence-Nightingale-Effekt Teil 1

Der Florence-Nightingale-Effekt ist ein psychologischer Komplex, bei dem sich zwischen jemandem, dem die Pflege und das Wohlergehen eines kranken Menschen anvertraut wurde, und eben jenem kranken Menschen eine Liebesbeziehung oder erotische Anziehungskraft entwickelt. In einfachen Worten: Schwester oder Pfleger verliebt sich in Patienten oder Patientin. In welcher Kombination auch immer.
Da Premiumpatientin einfach schon viele Wochen ihres Lebens im Krankenhaus verbracht hat, und zudem, auch wenn es ihr nicht gut geht, unglaublich gut aussieht, war es natuerlich nur eine Frage der Zeit, bis ihr das auch passiert. Um genau zu sein, machten schon mehrere Pfleger Premiumpatientin Avancen. Leider war Premiumpatientin nie ernsthaft interessiert. Das Gefuehl, dass man angehimmelt wird, ist natuerlich trotzdem ganz schoen. Gerade im Krankenhaus, wo alles scheisse ist.
Wie sich der Florence-Nightingale-Effekt aeussert (leider meistens sehr unbeholfen):

Phase 1: Ueberfluessige Untersuchungen
Pfleger: Hey Premiumpatientin, ich muss nochmal Blutdruck messen bei Ihnen.
Premiumpatientin: Schon wieder? Haben Sie doch heute schon drei Mal gemacht.
Pfleger: Ja, schon wieder.
Pfleger misst Blutdruck, versucht, Premiumpatientin dabei tief in die Augen zu schauen und beruehrt ganz unbedarft ihren Arm.
Pfleger: So, 120 zu 80.
Premiumpatientin: JA, wie die letzten drei Male.

Phase 2: Versuche, ins Gespraech zu kommen
Pfleger: Na, Premiumpatientin, wie gehts? Sie haben Samstag abend wahrscheinlich normalerweise was besseres zu tun, oder?
Premiumpatientin: Ja, natuerlich. Wer nicht.
Pfleger: Was machen Sie denn so? Gehen Sie gern ins Kino? Tanzen? Oder was so?

Premiumpatientin erzaehlt dann kurz von ihren Interessen. In einer normalen Situation haette sie schon laengst sowas wie "Verpiss Dich" gesagt, aber die Sache ist die: Im Krankenhaus ist es einfach so langweilig, das kann man sich gar nicht vorstellen. Deshalb ist man fuer JEDES Gespraech dankbar.

Fortsetzung folgt.

Mittwoch, 25. November 2009

Premiumpatientin braucht...

Also, irgendwie ist es gerade angesagt in der Medizinbloggerszene, seinen Alter-Ego-Namen und "braucht" bei google einzugeben und sich darueber zu amuesieren, was da so raus kommt. Cheffe Monsterdoc hat's gemacht, Krangewarefahrer Chris, Hermione, der geschaetzte Dr. Geldgier, Pflege-UHU und Chaoskatze auch. Medizynicus fands doof, und hat was anderes draus gemacht. Premiumpatientin hats probiert, hat aber nicht so richtig geklappt. Wahrscheinlich, weil Premiumpatientin nicht so ein haeufiger Name ist. Schade eigentlich. Dann hat es Premiumpatientin noch mit ihrem richtigen wahren echten Vornamen gemacht, und da kamen ziemlich kuriose Sachen raus. Aber natuerlich ist die Crux dieses Blogs die Geheimhaltung der Identitaet von Premiumpatientin. Denn wenn das auffliegt, wird kein Arzt und keine Schwester ihr irgendwas mehr erzaehlen, Superdoc wird vielleicht nicht mehr so super zu ihr sein und nochmal einen Arzt-Exfreund oder vielleicht erstmal einen Arztfreund zu haben, kann sie sich abschminken. Wieder schade eigentlich. Aus diesem Grund hat sie uebrigens auch auf ihren hart erquizzten Preis im letzten Monsterdoc-Quiz verzichtet, weil sie ja ihre Adresse haette angeben muessen. Was bleibt ist die Ehre, die genuegen muss.
Deshalb nicht von Google, sondern von Herzen (und an alle, die noch nicht wissen, was sie Premiumpatientin zu Weihnachten schenken sollen):

Premiumpatientin braucht...

...URLAUB!!!
...sehr viel Geld.
...naechstes Mal im Krankenhaus vielleicht mal ein Einzelzimmer.
...eine Bohrmaschine.
...Kaesekuchen wie von Mama.
...einen neuen Arzt-erstmal-Freund
...viele Ideen, wie man sich im langweiligen Krankenhaus die Zeit verteiben kann, wenn man gerade keinen Arztfreund hat. Kniffel Spielen wird langsam alt.
...die Privatnummer von Superdoc, wenn sie ihn mal nicht in der Klinik erreicht.
...dunkelblaue Schuhe und ein dunkelblaues Etuikleid, was richtig gut sitzt, obwohl Premiumpatientin oben eine andere Konfektionsgroesse hat als unten.
...(um mal ernster zu werden) eine Heilung fuer Klrexytchtxeratorose. Das wuerde allerdings auch das baldige Ende dieses Blogs bedeuten.

Montag, 23. November 2009

Patiententypologie Teil Zwei: Die Schnarchende

Die schnarchende Patientin

Tagsueber ist alles normal. Eine nette alte Frau einfach, denkt Premiumpatientin. Aber sobald es dunkel wird und die schnarchende einschlaeft, wird sie fuer Premiumpatientin zur Hoellenqual.
Das Geraeusch muss man sich ungefaehr wie eine Kettensaege vorstellen, nur viel, viel lauter. Premiumpatientin wusste bis dahin nicht, dass es moeglich ist, so laute Geraeusche mit einem einzelnen Mund zu erzeugen.
Premiumpatientin steht auf und geht zum Schwesternzimmer. Das Schnarchen hoert man derweil ueber den gesamten Flur. Premiumpatientin bittet um Ohropax.
Wieder im Zimmer angekommen mit Ohropax in dem Ohren merkt Premiumpatientin fast keinen Unterschied. Die Lautstaerke ist vielleicht etwas gedaempft, aber an schlafen ist nicht zu denken. Sie wartet noch 5 Anstandsminuten, bevor sie die Nachtschwester nochmal nervt.
Nachtschwester: Ich wuerde Ihnen gerne ein anderes Zimmer geben, aber alle Betten sind belegt. Ich kann ihnen nichts anderes sagen, als es einfach nochmal zu versuchen. Vielleicht wird es ja besser.
Premiumpatientin: Ja, oder ich hab morgen frueh einen Hoerschaden.

Um sich etwas abzureagieren, geht Premiumpatintin erstmal eine Zigarette rauchen. Als sie wiederkommt, hat sich nichts veraendert - das hoert sie schon, als sie die Tuer zur Station oeffnet. Entnervt geht Premiumpatientin ins Zimmer, nimmt ihr Bett und schiebt es an das andere Ende des Flurs in einen kleinen dunklen Gang und schlaeft dort.

Morgens wird sie dann vom Oberarzt geweckt.
Oberarzt: Premiumpatientin? Sie blockieren die Tuer zu meinem Buero!

Samstag, 21. November 2009

Internist vs. Chirurg Teil 2

Ein Sprung einige Jahre zurueck. Premiumpatientin ist liiert mit Exfreund 1. Fuer alle, die die wahre Liebesgeschichte auf Krankomat verfolgen, auch bekannt unter dem Namen Siegfried, der Chirurg.

Ex-Freund 1: Premiumpatientin?
Premiumpatientin: Ja?
Ex-Freund 1: Weisst Du was ich an meinem Job hasse?
Premiumpatientin: Dass du so wenig Zeit fuer Deine Freundin hast?
Ex-Freund 1: Nein. Was ich hasse, sind die Internisten.
Premiumpatientin: Ach ja?
Ex-Freund 1: Das sind solche Idioten. Spielen sich immer auf, als ob sie was besseres waeren als wir, und weisst du, was die den ganzen Tag machen?
Premiumpatientin: Was?
Ex-Freund 1: Patientengespraeche! Labern, das koennen die. Dann verschreibense mal n Medikament, wenn das nicht wirkt, gibts halt ein anderes, und wenn das auch nicht wirkt, dann ist es halt psychosomatisch. Oder nicht heilbar. Das sind so richtige Blabla-Nichts-Koenner.
Premiumpatientin: Okay, und was macht ihr Chirurgen besser?
Ex-Freund 1: Wir MACHEN was. Wir sind praktisch, wir veraendern Dinge, halten Organe in unseren Haenden, schwitzen Blut und Wasser, schneiden Tumore raus und ueberfluessige Organe und sowas. Internisten - pff! - das sind doch gar keine richtigen Aerzte!

Okay, so weit, so gut. Aber Premiumpatientin waere nicht Premiumpatientin, wenn sie sich nicht auch die andere Seite anhoeren wuerde.
Zwei Jahre spaeter. Siegfried ist Geschichte. Premiumpatientin ist nun mit Ex-Freund 2, einem Internisten aus dem gleichen Krankenhaus wie Ex-Freund 1, liiert. Dazu gibts vielleicht mal eine zweite wahre Liebesgeschichte hier auf Krankomat zu lesen.

Ex-Freund 2: Premiumpatientin?
Premiumpatientin: Ja?
Ex-Freund 2: Weisst Du was ich an meinem Job hasse?
Premiumpatientin: Dass du so wenig Zeit fuer Deine Freundin hast?
Ex-Freund 2: Nein. Was ich hasse, sind die Chirurgen.
Premiumpatientin: Ach ja?
Exfreund 2: Das sind solche Idioten. Spielen sich immer auf, als ob sie was besseres waeren als wir, aber weisst du, was die eigentlich sind?
Premiumpatientin: Was?
Exfreund 2: Handwerker! Die denken nicht, die gehen nicht auf die Patienten ein, reden nicht mit ihnen und erklaeren nicht anstaendig. Oft laesst sich der Operateur nicht mal dazu herab, sich seinem Opfer vor der OP vorzustellen, oder es danach zu besuchen. Wenn das Problem durch die OP nicht weg ist, dann schneiden sie halt ohne Ruecksicht nochmal auf und nochmal auf. Bis ueberhaupt nichts mehr vom Patienten uebrig ist. Koerperklempner sind das, nichts anderes!
Premiumpatientin: Okay, und was macht ihr Internisten besser?
Ex-Freund 2: Wir KUEMMERN uns um die Patienten. Wir reden mit ihnen, nehmen die Arzt-Patienten-Beziehung sehr ernst, bieten ihnen Alternativen, zum Beispiel verschiedene Medikamente oder psychosomatische Therapie. Aerzte sind Ansprechpartner, keine Aufschneider. Chirurgen - pff! - das sind doch gar keine richtigen Aerzte!

Also, wer ist hier eigentlich richtiger Arzt?

Hier gehts zu Teil 1 von Internist vs. Chirurg.

Donnerstag, 19. November 2009

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 2

Premiumpatientin hat ihr erstes Date mit dem unbekannten Chirurgen. Dass heisst, so unbekannt ist er auch nicht, sie weiss immerhin schon sein Namen, naemlich Siegfried. Wie der Drachentoeter aus der Nibelungensage. Premiumpatientin ueberlegt sehr, sehr lange, auf was Chirurgen so stehen koennten und steht ratlos vor ihrem ueberfuellten Kleiderschrank (Eine Anmerkung: Es ist nicht so, dass Premiumpatientin zu viele Klamotten haette. Im Gegenteil! Ihr Schrank ist einfach nur zu klein.). Jetzt folgt ein zweistuendiger lautlos gesprochener Monolog darueber was man so anziehen koennte. Schliesslich entscheidet sie sich fuer Jeans und Schwarzen Pulli. Eigentlich so ungefaehr das, was sie jeden Tag anhat. Nagut. Manche Entscheidungen brauchen halt etwas laenger.
Dann beim Kaffee:
Siegfried: Hallo Premiumpatientin!
Premiumpatientin: Hallo Siegfried.
Siegfried: Wie geht es Dir?
Siegfried ist charmant und zauberhaft, riecht gut nach einer Mischung aus Weichspueler, Aftershave, Rauch und Deo (oder ist das etwa das Desinfektionszeug?) und sieht einfach toll aus. Premiumpatientins Augen blitzen, sie koennte ihn den ganzen Tag einfach nur anschauen. Dann tut sie aber das, was sie tun muss, bevor es zu spaet dafuer ist.
Premiumpatientin: Ich muss Dir was beichten.
Siegfried: Ja?
Premiumpatientin: Ich bin gar keine Aerztin.
Siegfried: Studentin, nicht wahr? Habe ich mir irgendwie gedacht. Du bist ja noch nicht so alt.
Premiumpatientin: Aehm, ja, genau Studentin.
Siegfried: Ja, kein Ding. Solange wir nicht auf der gleichen Station arbeiten, sehe ich da nicht so das Problem.
Premiumpatientin: Naja, ich bin zwar Studentin....aber...aeh..keine...(Stimme wird leiser)...Medizinstudentin!?
Siegfried: Haeh?
Premiumpatientin: Ich studiere Finnougristik und Koptologie.
Siegfried: Aha. Interessant. Was hast Du dann im Krankenhaus gemacht?
Premiumpatientin: Aehm, ich bin da Patientin. Ich hab Klrexytchtxeratorose.
Premiumpatientin ist sich eigentlich ziemlich sicher, dass sie Siegfried jetzt von ihrer Liste potentieller Ehemaenner streichen kann. Denn der wollte bestimmt ne schicke Aerztin haben. Aber dann passiert das unglaubliche.
Siegfried: Okay. Ich bin total cool mit sowas. Kein Problem. Und danke, dass du so ehrlich bist. Uebrigens: Ich bin Chirurg. Du hattest gesagt, Du bist aus der medizinischen Klinik. Da wohnen die Internisten. Internisten sind unsere Todfeinde, oder anders gesagt, eh keine richtigen Aerzte. Ich bin eigentlich ganz froh, dass Du keine von denen bist.

Hier geht's zum ersten Teil der wahren Liebesgeschichte.

Sonntag, 15. November 2009

Facharztspezifische Reaktionen Teil 2: Die Anaesthesisten

Premiumpatientin ist kurz vor Operation im Vorbereitungsraum.
Anaesthesist: Guten Morgen Premiumpatientin!
Premiumpatientin: Morgen!
Anaesthesist: Ich bin heute ihr Sandmann!(grinst bloed)
Premiumpatientin: Achso, sie sind aus dem Osten?
Diesen Witz versteht der Anaesthesist natuerlich nicht. War ja klar.
Premiumpatientin schaut den Arzt skeptisch an und ist sich nicht so sicher, ob der gute Mann noch im Oberstuebchen noch ganz in Ordnung ist. Eigentlich war sie gar nicht nervoes. Jetzt ist sie es. Man sagt ja immer, dass Anaesthesisten so einen gewissen Hang zum Drogenmissbrauch haben, statistisch gesehen sind sie auch die Berufsgruppe, die am meisten Selbstmord durch Drogen begeht.
Als Premiumpatientin fuer den OP-Saal vorbereitet wird, raeumt der Anaesthesist gleich mit einem Geruecht auf: Premiumpatientin dachte immer, man schlaeft im Nachthemd ein und wacht im Nachthemd auf, damit man sich einbilden kann, dass man es die ganze Zeit angehabt haette. Falsch. Sie muss sich ausziehen, bekommt aber eine vorgewaermte Decke ueber den Koerper gelegt.
Anaesthesist(fast zu gespielt einfuehlsame Saeuselstimme): So, jetzt geb ich Ihnen das erste Medikament, da fuehlen sie sich gleich, als haetten sie schon zwei Flaschen Champagner getrunken.
Cool, denkt Premiumpatientin, besoffen sein ohne staendig Pipi machen zu muessen.
Als sich anfaengt alles zu drehen, hoert sie weit entfernt den Sandmann sagen: Jetzt kommt der Schlafsand...
Der hat mich um meinen Abendgruss beschissen, denkt Premiumpatientin noch. Dann ist sie weg.


Hier geht's zu Teil Eins der facharztspezifischen Reaktionen.

Donnerstag, 12. November 2009

Neulich an der Tankstelle

Es ist Samstag abend. Premiumpatientin hat sich schon den ganzen Tag beschissen gefuehlt. Und ist nicht zu der riesensupercoolen Party gegangen, zu der sie eingeladen war. Jetzt ist sie zuhause und kann nicht schlafen. Deshalb sitzt sie am Kuechentisch, spielt Solitaer und raucht. Als sie um 2:30 keine Kippen mehr hat, zieht sie sich die Jacke an und geht zur Tankstelle um die Ecke. Am Nachtschalter sagt sie dem freundlichen Tankwart, was sie moechte. Sagts und kippt rueckwaerts um. Der Kunde hinter ihr versucht sie aufzufangen, schafft es aber nicht. Nach ca 2 Minuten Schwaerze kommt Premiumpatientin langsam wieder zu sich und hoert enfernt die Stimmen des Tankwarts und des anderen Kunden, nennen wir ihn mal Egon.
Tankwart: Ach nicht schon wieder eine.
Egon: Passiert das oft?
Tankwart: Jaja, gestern hatte ich erst wen. Liegt die da immernoch?
Egon: Langsam isse wieder da, glaub ich.
Tankwart: Ich ruf mal lieber nen Krankenwagen. Sonst liegt die mir hier noch ne Stunde.
Premiumpatientin: Was? Wer? Okay.
Egon: Ich setz mich mal zu dir nach unten.
Premiumpatientin: Mir passiert das manchmal.
Tankwart: Ey, der Notruf will wissen, ob du schwanger bist.
Premiumpatientin: Was? Oh mein Gott. (Pause) Nein. NEIN!
Egon: Komisch, dafuer, dass sie total besoffen ist, redet sie aber erstaunlich klar.
Premiumpatientin: Ich bin nicht betrunken!
Tankwart: hehehe. Jaja. Dat sagen se alle.
Egon: Echt erstaunlich.

Dann kommt endlich der Krankenwagen und Premiumpatientin wird von diesem schrecklichen Gespraech erloest. Denkt sie.
Sanitaeterin: Okay, was haben sie genommen?
Premiumpatientin: Aspirin?
Sanitaeterin: Sie muessen mir sagen, was fuer Drogen sie genommen haben!
PRemiumpatientin (waehrend ihr in den Krankenwagen geholfen wird): Ich habe nichts genommen!
Obwohl es nicht lange zum Krankenhaus ihres Vertrauens dauert, kommt es Premiumpatientin wie eine Ewigkeit vor.
Sanitaeterin: Jetzt spielen sie keine Spielchen mit mir!
Premiumpatientin: Mir gings heute schon den ganzen Tag beschissen.
Sanitaeterin: Also, jetzt hoeren sie mir mal zu: Wenn's mir den ganzen Tag schlecht geht, dann geh ich doch nicht nachts um drei an die Tankstelle um mir Zigaretten zukeufen!
Premiumpatientin: Aehm, ich schon.
Endlich in der Notaufnahme angekommen, berichtet die Sanitaeterin der Schwester von ihrem schwierigen Fall.
Sanitaeterin: Patientin ist kollabiert, vermutlich unter Alkohol- und Drogeneinfluss, sehr unkooperativ.
Premiumpatientin stolpert aus dem Krankenwagen in die ihr wohlbekannte Notaufnahme.
Schwester: Ach Premiumpatientin, Sie sinds!
Sanitaeterin: Haeh?
Schwester: Das ist Premiumpatientin, die ist oefter hier. Ganz komplizierter Fall. Und unkooperativ? Premiumpatientin ist Traegerin der Compliance-Medaille Platin!
Premiumpatientin guckt die Sanitaeterin mit einem befriedigt-boesen-hab-ich-doch-gesagt-du-dumme-Kuh-Blick an, reckt den Kopf in hochnaesig gen Decke und stolziert in das ihr zugewiesene Behandlungszimmer. Oder, naja, versucht es zumindest. NAch zwei Schritten muss die Schwester ihr zu Hilfe kommen, damit sie nicht wieder umkippt.

Mittwoch, 11. November 2009

Patiententypologie Teil Eins: Die Faule

Da Premiumpatientin keine Privatpatientin ist, liegt sie, wenn sie im Krankenhaus ihres Vertrauens ist, in der Regel in einem Zwei- oder einem Vierbettzimmer. Waehrend ihrer langjaehrigen Erfahrung und konsequenten Beobachtung hat sie unter ihren Mitpatientinnen (in der Regel alte anstrengende Frauen) verschiedene Patiententypen ausgemacht. Hier Teil Eins.

Die faule Patientin

Erkennbar an: Den ganzen Tag im Bett liegen, immer wieder kurz einnicken und dabei laut schnarchen. Manchmal fernsehen. Dabei aber auch immer wieder einnicken.
Die Physiotherapeutin kommt.
Physio: Und, wollen wir mal aufstehen?
Faule: Achnee, jetzt fuehle ich mich gerade ganz schlecht, nee.
Physio: Ja dann komm ich spaeter nochmal.
(Beim naechsten Besuch der Physio stellt sich die Faule tief schlafend.)
Die Visite kommt.
Arzt: So, also von ihren Blutwerten und Ergebnissen, sieht eigentlich alles ganz gut aus. Wir koennen Sie bestimmt bald entlassen.
Faule: Nein, Herr Doktor, mir gehts aber noch gar nicht gut.
Arzt: Hm.
Faule: Ich hab doch zuhause einen Haushalt zu fuehren, das schaff ich doch so gar nicht.
Arzt (denkt: Mann ey, ich brauch doch das Bett): Hm.....was ist denn das? Haben Sie immer noch Ihren Harnkatheter? Den koennen wir aber wirklich jetzt ziehen.
Faule: Aber dann muss ich ja aufstehen, wenn ich zur Toilette muss, das schaff ich doch noch gar nicht.
Arzt (denkt: da hab ich jetzt keinen Nerv fuer. Ich sag der Schwester einfach, dass sie das Ding ziehen soll wenn ich raus bin, damit die keine Diskussion mehr mit mir anfangen kann): Hm. Ja. Schaun wir mal.
Wenn die Schwester kommt, behauptet die Faule steif und fest, der Arzt haette gesagt, dass der Katheter bleibt. Der Arzt ist schon im OP, und die Schwester hat keine Lust, jemandem, der nicht will, den Katheter rauszuziehen. Also geht sie wieder.
Spaeter kommt dann die Tochter zu Besuch.
Faule: Weisst Du was der Arzt heute gesagt hat? Dass er mich bald entlassen will. Ich bin doch noch so schwach. Und die wollen mich einfach fuer die Tuer setzen. Diese korrupten Aerzte!
Tochter:Na, das geht natuerlich nicht. Ich rede nochmal mit dem Arzt.

Tochter redet mit Arzt, Arzt hat keine Lust sich mit der Tochter anzulegen (da sowohl Toechter als auch Muetter von Patienten eine echte Qual fuer Aerzte sein koennen, weil man nicht mit ihnen diskutieren kann). Arzt beschliesst, die Faule noch ein paar Tage auf Station zu lassen. Dann geht das ganz Spiel von vorne los.

Dienstag, 10. November 2009

Was Internisten lustig finden

Zurueck vom Rechercheurlaub, muss Premiumpatientin zugeben, dass die typischen Internisten-Reaktionen im Krankenhaus ihres Vertrauens gut angewendet und umgesetzt werden. Auch die PJler habens schon richtig gut drauf. Premiumpatientin empfiehlt allerdings eine Auffrisch-Fortbildung fuer alle Oberaerzte und diejenigen, bei denen die Ausbildung mehr als 15 Jahre zurueckliegt.

Natuerlich hat Premiumpatientin die internistische Station auch sonst genau begutachtet. Daher jetzt ein Beitrag zu "Was Internisten lustig finden".

Visite. Im Krankenzimmer: Premiumpatientin (auf dem Bett), Oberarzt (findet sich sehr wichtig), Stationsaerztin (blaettert nervoes in Premiumpatienins Akte), PJler (grinst duemmlich).

Oberarzt: Hallo Premiumpatientin.
Premiumpatientin: Hallo Oberarzt.
Oberarzt: Wir sind uns nicht so sicher, warum die Blutwerte gestiegen sind. Es koennte sein, dass Sie ein Gallensteinchen haben.
Premiumpatientin (irritiert von Diminutivnutzung und eigentlich sowieso): Geht das denn? Ich hab doch gar keine Gallenblase mehr.

Die drei Mediziner brechen in schallendes Lachen aus. Im Nachhinein ist sich Premiumpatientin nicht ganz sicher, ob der Oberarzt zuerst gelacht hat, und die anderen beiden dann eingestimmt haben, weil, der Oberarzt hat ja recht.

Oberarzt (immernoch prustend): Ja, natuerlich geht das!
Premiumpatientin (noch irritierter): okay...hm..
Oberarzt: Aber der war wirklich gut, Premiumpatientin!
Und verlaesst lachend kopfschuettelnd das Zimmer.

Montag, 2. November 2009

Das Piepende Geraet

Premiumpatientin liegt wieder auf der Chirurgie. Sie ist an eine merkwuerdige Maschine angeschlossen, die nicht viel macht ausser alle paar Minuten rumzupiepen, weil irgendwas nicht stimmt. Dann kommt eine Schwester oder ein Pfleger, drueckt auf Knoepfe und macht noch andere merkwuerdige Sachen, das Piepen hoert auf und alles ist wieder gut. In der Theorie. In der Praxis gibt das Pflegepersonal schnell auf mit den Worten: "Ach, das weiss ich jetzt auch nicht. Und ausserdem hab ich andere Sachen zu tun. Ich hol mal den Doktor, der soll das machen." Dann kommt irgendwann (Premiumpatientin ist sich zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob das Geraet noch piept, oder ob das Piepen nur noch in ihrem Kopf existiert) ein Arzt und drueckt auf Knoepfe und macht noch andere merkwuerdige Sachen, das Piepen hoert auf und alles ist wieder gut.
So auch dieses Mal. Es kommt einer der Stationsaerzte, Doktor Iwan Kolinski. Nach anfaenglichen Schwierigkeiten, bei denen Premiumpatientin wiederholt Kolinskis Autoritaet untergraben hat, haben sie jetzt ein sehr indifferentes Verhaeltnis, was Premiumpatientin noch genug Raum gibt, um Witze ueber seine nicht besonders herausragende Koerpergroesse zu machen.
Mit einem Gesicht, das sagt "Ich habe keine Ahnung was ich hier mache" drueckt Dr. Kolinski willkuerlich auf den Tasten des Geraets herum. "Mensch, Premiumpatientin, was machen sie den immer mit dm Teil?" "Was?", ruft Premiumpatientin entsetzt, "Jetzt ist ploetzlich wieder alles meine Schuld. Wollen Sie mich verarschen, Herr Kolinski?" Kolinski schweigt. Wenn dieses hochempfindliche und superteure Ding jetzt kaputt geht, ist es wenigstens nicht meine Schuld, denkt sich Premiumpatientin. Dann geschieht ein Wunder und das Piepen hoert endlich auf. Dr. Iwan Kolinski lacht triumphierend und ruft im Hinausgehen noch ein "Na, war doch gar nicht so schwer!" und macht die Tuer hinter sich zu. Ein Glueck, denkt sich Premiumpatientin. Denn gluecklicherweise ist das Geraet sehr handlich und funktioniert mit Akku, weshalb sie es einfach mit sich rumtragen kann und runtergehen kann zum Rauchen.
Premiumpatientin setzt sich auf, greift nach den Zigaretten auf dem Nachtisch und zieht sich die Schuhe an. Als sie aufsteht, um ihre Jacke anzuziehen, passiert das Unfassbare: Piep-Piep-Piep. Piep-Piep-Piep. Premiumpatientin ist kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Sie geht voller Wut und Missgunst auf den Flur und stuermt in Richtung Aerztezimmer. Ohne Anzuklopfen reisst sie die Tuer auf, wo sie Dr. Iwan Kolinski und Dr. Andi Schmidt sitzen sieht. Das stimmt sie ein wenig freundlicher, denn den Andi Schmidt mag Premiumpatientin schon ganz gerne. Und groesser als Kolinski ist er auch.
Premiumpatientin: Hey, das..das piept schon wieder, und ist nicht gut, und ich will endlich eine rauchen gehen, und...und...das is doch alles Scheisse hier.
Kolinski und Schmidt starren sie erst einige Sekunden sprachlos an, dann faengt Andi Schmidt laut an zu lachen, und Iwan Kolinski stimmt ein. Premiumpatientin ist verzweifelt und ein bisschen verletzt.
Premiumpatientin: Sie lachen ueber mich! Muessen sie mich jetzt auch noch auslachen, wo ich hier schon krank im Krankenhaus bin?
Andi Schmidt (versucht sich zu fangen): Nein, ich lach doch gar nicht ueber Sie!
Premiumpatientin: Haeh?
Andi Schmidt: Nein, ich lach doch ueber Herrn Kolinski, weil er schon wieder verkackt hat! Ausserdem war das einfach ein impulsiver Auftritt , sowas haben wir hier nicht so oft.
Premiumpatientin(skeptisch): Ach ja?
Andi Schmidt: Ganz betimmt, wir wuerden niemals ueber sie lachen. Ich komm gleich und mach alles richtig, ja?.
Premiumpatientin (immer noch skeptisch): Ja hm aha jaja
Premiumpatientin wendet sich ab und geht zur Tuer. Bevor sie rausgeht, dreht sie sich aber nochmal um zu den Aerzten und sagt: "Und nur damit Sies wissen, ich lache auch ueber sie, staendig!"
Im Rausgehen hoert sie noch Andi Schmidt rufen: "Moment mal, wir lachen nicht ueber sie, aber sie lachen ueber uns?"
Warum Frauen so obskure Wege nutzen um Maennern mitzuteilen, dass es ihnen wichtig ist, was sie ueber sie denken? Keine Ahnung. Aber es funktioniert. Denn nachdem Andi Schmidt das Geraet wieder in ordnung gebracht hat, fragt er: "Premiumpatientin?" "Ja?" "Gehen wir jetzt zusammen runter um eine zu rauchen?"

Samstag, 31. Oktober 2009

Auf der Chirurgie

Premiumpatientin hat eine anstrengende Bettnachbarin, die Ute. Ute ist kurz vor einer Leber-OP und will sich gerne die ganze Zeit mit Premiumpatientin unterhalten. Auch, wenn Premiumpatientin vorgibt, sehr angeregt ein Buch zu lesen. Deshalb tut sich Premiumpatientin die Stoepsel in die Ohren, hoert Musik, liest ein Buch, schreibt Tagebuch und tut so, als wuerde sie telefonieren. Wenn Ute sie jetzt also anspricht, kann sie sie wenigstens nicht hoeren.
Dann kommt die Visite, mit Dr. Andi Schmidt, den Premiumpatientin ja eigentlich ganz nett findet (ganz huebsch ist er ausserdem, nebenbei bemerkt). Muehsam baut sie ihre Ich-bin-beschaeftigt-Vorwaende ab
Dr. Schmidt: Hallo Premiumpatientin. Wie gehts?
Premiumpatientin: Hallo, Hr. Schmidt. (Premiumpatientin weigert sich immer, Aerzte mit ihrem Titel anzu sprehen.) Ganz gut soweit.
Dr. Schmidt: Darf ich mal auf die OP-Wunde schauen?
Premiumpatientin: Logo (und zieht bereitwillig ihr T-Shirt hoch)
Ute: Herr Doktor, Herr Doktor!
Dr. Schmidt: Ich komm gleich zu Ihnen.
Ute: Nein, Herr Doktor, muessen Sie gar nicht, ich will nur, das sie mir eines versprechen.
Dr. Andi Schmidt hoert auf, an Premiumpatientins Bauch rumzufummeln, Premiumpatientin verdreht die Augen. Andi Schmidt laechelt sie mit einem ich-weiss-was-du-denkst-Laecheln an und sagt entnervt zu Ute: Was denn?
Ute: Dass ich nach der Operation wieder aufwache, das muessen sie mir versprechen!
Dr. Schmidt: Ja, das verspreche ich Ihnen.
Und fluestert Premiumpatientin zu: Wenn nicht, is ja dann auch egal, wa?