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Dienstag, 19. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 8

Premiumpatientin klopft, oeffnet die Tuer und steckt ihren Kopf hindurch. Und bleibt wie erstarrt stehen. Ein kalter Schauer laeuft ihr ueber den Ruecken. Denn alles, wirklich alles haette sie erwartet hinter dieser Tuer zu sehen, nur nicht das.
Im Behandlungszimmer stehen Siegfried und sein Oberarzt. Beide halten ein Glas Sekt in der Hand, kichern albern und scheinen sich sehr zu amuesieren.
"Premiumpatientin, komm rein! Wir haben was zu feiern!" sagt Siegfried, und zum Oberarzt: "Das ist meine Freundin, Premiumpatientin."
"Was ist hier los?" fragt Premiumpatientin, mit dem Gefuehl, dass ihr das, was auch immer los ist, nicht gefallen wird.
"Kommen Sie, sagen Sie es ihr!" draengt der Oberarzt.
"Nun gut", sagt Siegfried und raeuspert sich. "Ich habe mich fuer diesen Traumjob in der Klinik am anderen Ende der Welt beworben, und der Oberarzt hat ein gutes Wort fuer mich eingelegt, und jetzt haben die angerufen, und sagen, ich hab die Stelle so gut wie sicher!"
"Am anderen Ende der Welt?" fragt Premiumpatientin unsicher. "Und was ist dann mit uns?"
Siegfried wird ploetzlich ernst. Man kann beinahe hoeren, wie sein Gehirn rattert.
"Ach ja", sagt er dann, "daran habe ich gar nicht gedacht." (Und das ist nicht ueberzogen, sondern die Wahrheit. Siegfried hatte es nie so mit dem Vorausschauen.)
"Aber", sagt er, "irgendwie schaffen wir das schon."


Leider sind Strategien, die mit dem Satz "Irgendwie schaffen wir das schon" charakterisiert werden koennen, selten von Erfolg gekroent. Siegfried ging ans andere Ende der Welt, Premiumpatientin blieb, wo sie war, weil sie an ihrem Ende der Welt nun mal zuhause war und - auch das ist tatsaechlich die Wahrheit - sie nicht glaubte, dass sie jemals wieder so einen Arzt wie Superdoc finden wuerde. Manchmal ist sie naemlich doch ganz vernuenftig, die Premiumpatientin. Viel Zeit fuer Trauer blieb nicht. Denn bald sollte ein neuer junger huebscher Arzt in ihr Leben treten...

Episode Guide
1.Der charmante Unbekannte
2. Gewagtes Gestaendnis
3. Gefaehrliche Kuesse
4. Brennende Leidenschaft
5. Verbotene Spiele
6. Bedrohliche Schatten
7. Retter in der Not
8. Zeit des Abschieds

Montag, 18. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 7

Sie versucht, sich aufzurappeln, doch wieder rutscht sie aus. Der Unbekannte ist jetzt ganz nah. Er bleibt stehen und beugt sich bedrohlich ueber sie.
"Premiumpatientin?"
"Haeh?"
Premiumpatientin stutzt, rappelt sich auf und schaut schaut unglaeubig in das Gesicht des Unbekannten.
"Superdoc?" fragt sie unglaeublich.
Superdoc hilft ihr auf. Bloederweise ist sie genau in eine Pfuetze gefallen, und jetzt ist sie ueber und ueber mit nassem Dreck bedeckt.
"Was passiert?" fragt Superdoc.
"Nee, alles super."
"Was tun Sie hier? Waren Sie etwa schon wieder in der Notaufnahme?"
"Nein, mir gehts gut."
"Was machen Sie dann um diese Zeit hier?"
"Hm...Aehh...hmm", stottert Premiumpatientin, denn eigentlich soll Superdoc als Internist nicht wissen, dass sie mit einem Chirurgen schlaeft (Chrirurgen und Internisten sind so ein Thema fuer sich. Oder vielleicht auch zwei.)
"Doch, ja, Notaufnahme, genau. Ich..aehm..ich brauchte... Tabletten! Genau! Weil mir das Antibiotikum, was ich gerade nehmen soll, in Dreck gefallen ist. Da brauchte ich neues. Genau, ja, so wars."
"Ooooch, Mensch", antwortet Superdoc, der sich wahrscheinlich in diesem Moment ueberlegt, ob Premiumpatientin einen Vollknall hat, oder ob sie einfach nur sehr ungeschickt ist. Zum Glueck passt die Geschichte ganz gut dazu, dass sie selber noch bis vor ein paar Minuten im Dreck lag.
"Gehen Sie zum Bus?" fragt Premiumpatientin.
"Nein, mein Auto steht dahinten."
Premiumpatientin schaut so, als ob sie gleich anfaengt zu heulen. Superdoc denkt an seine in Dreck gehuellte Patientin und seine schoenen Ledersitze.
Er seufzt. "Soll ich Sie nach hause bringen?" sagt er leicht gequaelt.
"Oh, das ist wirklich supernett von Ihnen, Superdoc!" Premiumpatientin grinst ihn an.
Wenig spaeter  liegt Premiumpatientin in ihrem warmen, weichen Bett und schlaeft.


Zwischen Siegfried und Premiumpatientin ist erstmal Funkstille. Eigentlich findet sie es schon am naechsten Tag gar nicht mehr so schlimm, dass sie mit Siegfried in einem Zimmer war, dass irgend so ein bloeder Chirurg mal Abschleppzimmer genannt hat. Besonders, nachdem sie durch weiteres Nachfragen bei den Aerzten und Schwestern (Schwestern sind mitunter ja sehr redselig) herausgefunden hat, dass es nicht wirklich das Zimmer ist, wo Aerzte ihre Patientinnen hin abschleppen, sondern eher das Zimmer, wo Professoren die Studentinnen hin abschleppen. Also fallen Siegfried und sie ja gar nicht in das Schema. Nichtsdestotrotz macht es Premiumpatientin Freude, den armen Siegfried ein bisschen hinzuhalten. Er ruft auch oefter an, aber sie drueckt ihn konsequent weg.
Da Premiumpatientin aber eigentlich vor Liebe fuer Siegfried innerlich brennt, haelt sie dieses Verhaltensschema genau fuenf Tage durch. Natuerlich weiss sie, wann Siegfried Dienst hat, deshalb will sie ihn dann von der Arbeit abholen. In der Klinik angekommen, fragt sie gleich den erst besten Chirurgen, wo er denn stecken koennte.
"Der ist gerade in der fuenf", sagt der und zeigt auf ein Behandlungszimmer (NICHT das Abschleppzimmer). "Geh doch einfach kurz rein, damit er weiss, dass du da bist."
Gesagt, getan. Premiumpatientin klopft, oefnnet die Tuer und steckt ihren Kopf hindurch. Und bleibt wie erstarrt stehen. Ein kalter Schauer laeuft ihr ueber den Ruecken. Denn alles, wirklich alles haette sie erwartet hinter diese Tuer zu sehen, nur nicht das...


So ging die Geschichte los und das ist beim letzten Mal passiert.

Samstag, 16. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 6

"Wart mal", sagt Premiumpatientin zu Siegfried, "ich hab da was gehoert."
"Haeh?"
Und ploetzlich wird die Tuer aufgerissen.
Notduerftig greift Premiumpatientin zu ihrer Bluse, die an einem Stuhl haengt und haelt sie vor ihren Oberkoerper. Siegfried schnappt sich das naechste, was er finden kann - einer von Premiumpatientins Finnougristik-Ordnern - und bedeckt damit schnell seine entbloessten Weichteile.
"Lassense sich von mir nicht stoern", sagt die Putzfrau, die inzwischen eingetreten ist und unbehelligt den Boden wischt. "Ick seh das hier jeden Tag, wir nennen den Raum hier ja nich umsonst das Abschleppzimmer."
"Das Abschleppzimmer?" ruft Premiumpatientin erbost. "Du brigst mich in das Abschleppzimmer?"
"Aehm..", stottert Siegfried.
"Manche nennens auch einfach nur den Puff", sagt die Putzfrau und wischt in aller Ruhe weiter.
"DEN PUFF?"
"Ach, Premiumpatientin, der Iwan Kolinski von Station 32b hat gesagt, hier haette man seine Ruhe."
"Viel Spass noch, Kinners", ruft die Putzfrau und verlaesst den Raum.
"Mensch, Siegfried", sagt Premiumpatientin. "Ich glaub, ich geh jetzt lieber."
Sie packt ihre Sachen zusammen und zieht sich schnell an. Siegfried steht immer noch hilflos im Raum und weiss nicht, was er sagen soll. Premiumpatientin nimmt ihm den Finnougristik-Ordner aus der Hand und geht.
Es ist mitten in der Nacht und Premiumpatientin ist auf dem Weg nach hause. Normalerweise braucht sie nur fuenfzehn Minuten nach hause, aber leider fahren die Bahnen nicht mehr. Das Krankenhaus liegt auch in einer nicht allzu guten Gegend, sie selbst wurde nur ein paar Strassen entfernt einmal ueberfallen, und es ist auch nicht solange her, dass sie am nahegelegenen Bahnhof eine Schiesserei mitbekommen hat. Fuer einen Moment ueberlegt Premiumpatientin, ein Taxi zu nehmen. Aber fuer den Idioten geb ich jetzt bestimmt nicht noch Geld fuer ein Taxi aus, denkt sie. Also macht sie sich auf den Weg zur naechsten Bushaltestelle. Ploetzlich hoert sie hinter sich Schritte, die immer naeher kommen. Sie dreht sich kurz um und erhascht den Blick auf eine grosse, dunkle Gestalt. Sie laeuft etwas schneller, doch der Unbekannte haelt Schritt. Ploetzlich stolpert sie ueber einen Ast auf dem Buergersteig und faellt der Laenge nach hin. Sie versucht, aich aufzurappeln, doch wieder rutscht sie aus. Der Unbekannte ist jetzt ganz nah. Er bleibt stehen und beugt sich bedrohlich ueber sie...


Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Mittwoch, 13. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 3

Also, Chirurg Siegfried und Premiumpatientin sind noch bei ihrem ersten Date, wenn man das so nennen will, bei einem Kaffee.
Der Kaffee ist ausgetrunken, und Siegfried sagt: Du, Premiumpatientin, ich wuerde dich ja gerne nach hause bringen, aber ich muss wirklich zur Arbeit.
Premiumpatientin: Naja, dann bring ich Dich halt zur Arbeit.
Is ja nicht so, dass das Krankenhaus ihres Vertrauens nicht auch so ein bisschen wie zu hause ist. Und ausserdem will sie gerade jede Sekunde mit Siegfried verbringen, und seinen breiten Schultern, seinen blauen Augen, seinem markantem Gesicht...wie auch immer.
Sie laufen gemeinsam den Weg zur chirurgischen Klinik hoch und gehen durch einen Hintereingang, den Premiumpatientin noch nicht kannte, hinein.
Siegfried: Da ist unser Aerztezimmer, wo wir vor den OPs noch n Kaffee trinken.
Er zeigt auf eine Tuer. Premiumpatientin will sich eigentlich verabschieden, aber ploetzlich nimmt Siegfried ihre Hand und zieht sie durch die Tuer. Hier sitzen ungefaehr sieben Chirurgen.
Unbekannter Chirurg: Ach, Siegfried, da bist du ja endlich.
Siegfried reagiert nicht er zieht Premiumpatientin an sich und gibt ihr einen langen Kuss. Nicht zu nass, nicht zu trocken, sondern genau richtig. Premiumpatientin ist fuer einen Moment in einer anderen Welt. Irgendwo, wo der Boden aus Wolken besteht und Schmetterlinge rumfliegen. Als der Kuss vorbei ist, ist sie wieder im Aerztezimmer und hoert das Gegroehle von Siegfrieds Kollegen. Sie grinst Siegfried an.  "Ich ruf dich an", sagt er und Premiumpatientin verlaesst laecheln das Krankenhaus. Niemals haette sie gedacht, dass ihr HIER so etwas schoenes passieren koennte.

Hier gehts zu Teil 1 und Teil 2.

Samstag, 12. Dezember 2009

Adventskalender SPEZIAL: 12. Tuerchen

Heute ist Samstag und eigentlich Premiumpatientins freier Tag. Aber sie will natuerlich nicht, dass irgendjemand traurig ist, weil es kein Krankomat-Tuerchen gibt. Deshalb hat sie folgende Frage fuer euch beantwortet: Ueber welche Suchbegriffe kommen Leute auf Krankomat? Die Begriffe sind zwar nicht so spektakulaer wie zum Beispiel die von Cheffe Monsterdoc, aber wenn Krankomat auch so ein Greis unter den Medizinblogs ist, dann sieht das bestimmt wieder ganz anders aus.
Hier also Premiumpatientins Suchbegriff-Favoriten:


Arzt- ich hasse es mit patienten zu reden Das ist natuerlich ein Problem. Premiumpatientin empfiehlt die Fachrichtung Chirurgie. Oder man geht in die Radiologie, da ist man wenigstens hinter so ner Schutzwand vor den grauenhaften Patienten geschuetzt.


1 woche nichts sagen Noch jemand, der nicht gerne redet. Sehr problematisch, besonders wenn jemand sehr penetrant versucht, anzurufen. Denn was soll man machen? Rangehen? Und dann?


Was sagen als Arzt Das mit dem Reden scheint ja echt ein Problem zu sein bei den Internetnutzern von heute. Liegt das an der Computisierung unser Gesellschaft? Vielleicht waer es meinem Arzt Superdoc lieber, wenn ich das naechste mal mit ihm skype, statt in die Sprechstunde zu kommen.

Was man nicht sagen sollte Wird meine Seite nur von Leuten mit Redeaengsten und Sprachstoerungen besucht? Und mal ganz nebenbei: Was fuer eine Seite erwartet man denn, mit so einer Suchanfrage zu finden?

Gibt es Rollvenen! Hier ist eigentlich nur die Interpunktion interessant. Vielleicht wird es ja auch ein neuer Scooter-Song. So was wie How much is the fish! Ist vielleicht gerade eine Krankomat-Song-Idee geboren? Infos zu Rollvenen gibt es uebrigens hier.

anaesthesist cool Also, dazu moechte ich mal ganz klar sagen, liebe Kinder: Drogen sind total uncool. Und wer damit zu tun hat, erst recht. Alles klar? Infos zu Anaesthesisten gibt es hier.

krankenhaus adventskalender  Eigentlich sollte jedes Krankenhaus einen Adventskalender haben. Hinter jedem Tuerchen versteckt sich ein anderer Patient. Faend ich nett.

Geraet welches im spital piep piep macht Ja, da gibt es genau ein einziges. Das Piep-Piep-Geraet. Ansonsten gibt es noch das Rums-Rums-Geraet und das Klip-Klap-Geraet. Und wo sagt man denn Spital?

fauler freund schläft den ganzen tag Mein Rat: Arschtritt oder Schlussmachen oder beides. Ich glaube, erprobte Medikamente gibt es nicht dagegen. Meine Freunde hatten eigentlich nie Zeit zum schlafen, deshalb kann ich das schlecht nachfuehlen. Aber, hey, vielleicht sollte er sich einfach n Job suchen??

wahre liebesgeschichten Ja, wenn man die sucht, ist man hier richtig (und im Uebrigen falsch bei Medizynicus). Hier wird Romantik noch gross geschrieben.

Freitag, 11. Dezember 2009

Adventskalender 11. Tuerchen

Frage: Stimmt es, dass die Anaesthesisten waehrend Operationen Kaesekaestchen spielen?

Antwort Experte 1 (Chirurgie; im OP-Aufklaerungsgespraech): Nein. Auf gar keinen Fall. Wo haben Sie den Bloedsinn denn gehoert?
Premiumpatientin: Sicher?
Experte 1: Ja, absolut. Bei Ihrer OP passe ich auch ganz persoenlich darauf auf, dass niemand Kaesekaestchen spielt.

Soweit, so gut. Eigentlich hat Premiumpatientin diese Frage auch nur gestellt, weil sie sie schon mal gestellt hat und folgende Antwort bekommen hat:

Antwort Experte 2 (Chirurgie), ausserhalb des Krankenhauses, ziemlich angetrunken (Premiumpatientin moechte sich kein Urteil darueber erlauben, ob das bedeutet, dass er glaubwuerdiger ist oder nicht): Kaesekaestchen, Schiffe versenken, Zeitung lesen. Die haben ja nichts zu tun! Eigentlich sind das ja auch gar keine richtigen Aerzte. Und wenn irgendwas passiert, melden sich ja die Maschinen zu Wort. Dann koennen die immer noch die Zeitung beiseite legen oder mal ne Pause machen beim Spielen.

Jemand jetzt beunruhigt? Keine Sorge, Premiumpatientin ist es auch  nicht. Auf jeden Fall nicht wegen der Anaesthesisten. Eher wegen der zugedroehnten Chirurgen.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Adventskalender: 9. Tuerchen

Heute gibt es quasi die Fortsetzung von gestern.
Frage: Warum sind OP-Kittel gruen?

Antwort (ein uralter Chirurg): Bis in die sechziger Jahre waren die OP-Kittel noch weiss. Das Problem war erstens, dass die Farbe weiss unter den OP-Lampen blendet, waehrend gruen oder blau das nicht tun. Zweitens gibt es den sogenannten Nachbildeffekt. Wenn man laenger auf einen bestimmten Farbton schaut (im Falle in einer OP waer das dann wohl rot), sieht man, wenn man dann woanders hinschaut, gruene Punkte (denn gruen ist die Komplementaerfarbe von rot). Das ist schlimmer, als es sich anhoert, viele Chirurgen sollen in den sechzigern und frueher  waehrend der OP ihr Fruehstueck verloren haben. Weil man nicht wollte, dass Chirurgen direkt in den offenen Bauch eines Patienten kotzen, hat man gruene oder blaugruene Kittel und Abdecktuecher gewaehlt. Sie gleichen den Nachbildeffekt aus. Das manchmal im OP trotzdem gekotzt wird (in der Regel von Schwesternschuelerinnen und Studenten), kann man nicht verhindern. Am Nachbildeffekt liegt es jedensfalls nicht. 

Vielen Dank an DrFabi fuer diese Frage.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Adventskalender: 6. Tuerchen

Gestern gab es kein Tuerchen. Schliesslich muss Premiumpatientin auch mal einen Tag Wochenende machen. Dafuer geht es heute natuerlich weiter.

Frage: Gibt es wirklich "Rollvenen" oder ist das ne faule Ausrede von Aerzten, die nicht zugeben wollen, dass sie einfach zu unfähig zum Blutabnehmen sind?


Antwort: Die Recherche zu dieser Frage hat Premiumpatientin fast in den Wahnsinn getrieben, weil eigentlich jeder ihrer Interviewpartner etwas anderes erzaehlt hat. Manche haben sie ausgelacht, andere wieder nicht, und ganz andere fuehlten sich persoenlich beleidigt. Bei genauerer Auswertung kam  folgendes heraus (Zahlenangaben in Prozent):



Die Anteile der Studienobjekte, die angegeben haben, es gaebe Rollvenen, sind annaehernd deckungsgleich mit einer anderen Studie, die die Venentrefffaehigkeiten der Aerzte untersuchte. Von daher kann man als vorlaeufiges Ergebnis formulieren: Wer sagt, es gaebe Rollvenen, der kann's einfach nicht.


Ein paar Fakten zum Thema Rollvenen zum Schluss (wie gesagt war es sehr schwierig, in dieser Untersuchung Fakten von Bloedsinn zu unterscheiden, diese Aussagen erschienen dem Expertenteam aber glaubwuerdig):

1. Ja, Venen koennen wegrollen. Das liegt aber nicht an den Venen selbst, sondern daran, dass das Gewebe drum herum flutschig sein kann.

2. Ja, Venen koennen wegrollen, aber man kann sie auch fixieren. Alles eine Sache der Uebung.

Weiterfuehrend empfiehlt Premiumpatientin den Artikel "Von der Schwanzgroesse der Chirurgen" von Medizynikus. Vielen Dank an Tina fuer diese Frage. VIelleicht meldet sich ja noch jemand von den Aerztebloggern zu Wort und legt seine Meinung zum Thema Rollvenen dar.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Adventskalender: 3. Tuerchen

Frage: Was schenke ich meinem Chirurgen zu Weihnachten?

Antwort: Da gibt es natuerlich viele Moeglichkeiten. Nichts teures, sonst sieht's nach Bestechung aus. Ein Kollegen-Blogger verriet mir vor kurzem, dass zum Beispiel Selbstgebackenes immer seltener wird, aber hoch im Kurs steht. Deshalb folgender Vorschlag, natuerlich zum selbermachen:

Der Chirurgenkeks

1. Plaetzchenteig machen. Premiumpatientin macht das, wenn sie es mal macht, so, wie ihre Mama das auch macht. 500g Mehl, 250g Butter, 125g Zucker und ein Ei verkneten, bis ein glatter Teig entsteht. Der muss dann ne Stunde in den Kuehlschrank. Warum, weiss Premiumpatientin auch nicht so genau. Aber Mama machts halt auch so.

2. Teig halbieren. Auf eine Haelfte reichlich blaue Speisefarbe geben und verkneten. Am besten zieht man sich dafuer einen Handschuh an, das Zeug faerbt naemlich fies ab.


3. Aussehen muesste das nach einer Weile dann so.




4. Jetzt den blauen Teig ausrollen und mit einem Skalpell vorsichtig ein OP-Hemd ausschneiden.








5. Und dann eine OP-Hose. Ich entschuldige mich fuer das verschwommene Foto. Wer mir eine anstaendige Digital-Kamera schenken will, bitte Mail an Premiumpatientin (att) gmail.com.










6. Und zusammensetzen, bitte (gut andruecken, damits auch zusammen bleibt).








7. Jetzt aus dem hellen Teig einen Kopf mit Hals formen. Und ans OP-Hemd setzen.











8. Aus dem blauen Teig Mundschutz und Muetze formen und an die entsprechenden Stellen setzen.










9. Ein wenig hellen Teig nehmen und mit Kakaopulver braun faerben. Daraus Schuhe und Augen formen. Aus hellem Teig Arme mit Haenden dran formen.

10. Nach Belieben den Rest-Teig irgendwie verarbeiten oder Salmonellen riskieren und roh essen. Dann ab in den den Ofen und 15 Minuten bei 180 Grad backen.





Premiumpatientin hat den Chirurgenkeks etwas zu lang im Ofen gelassen. Deshalb sieht er ein bisschen aus wie zu lange im Solarium. Macht aber nix. Kann ja sein. Viel Spass beim Nachbacken und verschenken.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Adventskalender: 2. Tuerchen

Frage: Gucken sich Aerzte vor der Op nicht doch mal die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale der schlafenden Patienten an? Und was sagen sie dann?

Die Antworten des Chirurgie-Expertenteams waren Premiumpatientin leider zu unglaubwuerdig. Deshalb hat sie gleich ihren Chirurgen-Exfreund, Lesern dieses Blogs auch unter dem Namen Siegfried bekannt, gefragt, ehrlich gesagt zu einer Zeit, in der er noch ihr Chirurgen-Freund war.

Siegfried: Nun ja, man ist ja nie alleine mit dem Patienten oder der Patientin im OP. Und wer will schon vor den Kollegen zugeben, dass er notgeil ist. Also eher nein. Aber, gerade bei Routine-OPs, kann es schon mal sein, dass ein unangemessener Spruch ueber den Koerper des Patienten faellt. Meistens, wenn man sehr, sehr dicke Leute operiert oder Frauen mit aussergewoehnlich grossen sekundaeren Geschlechtsmerkmalen. Aber so oft kommt das auch nicht vor. Im Kreiskrankenhaus wahrscheinlich eher als in einem angesehenen Uniklinikum mit agressiven Patienten-Fuersprechern. Deshalb bekommen die Studenten eh den meisten Aerzte-Frust ab.

Anmerkung: Spiegel Online hat Anfang des Jahres mal ein paar gemeine Aerztesprueche gesammelt, und herausgefunden, dass in dn USA 17 Prozent der Aerzte ihren Frust an narkotisierten Patienten auslassen. Als Patient sollte man sich darueber nicht aergern. Im Gegenteil: Studien haben gezeigt, dass, je mehr ein Operationsteam miteinander interagiert, desto effizienter arbeitet es und desto seltener sind intra- und post-operative Komplikationen. Also, liebe Chirurgen bei der naechsten OP: Bitte, schaut euch meine Brueste und meine Hueften an und natuerlich auch die Cellulite an den Oberschenkeln, und laestert, was das Zeug haelt! Vielleicht sollte ich bis dahin auch noch 25 Kilo zunehmen.


Vielen Dank fuer diese Frage an Tina.

Samstag, 21. November 2009

Internist vs. Chirurg Teil 2

Ein Sprung einige Jahre zurueck. Premiumpatientin ist liiert mit Exfreund 1. Fuer alle, die die wahre Liebesgeschichte auf Krankomat verfolgen, auch bekannt unter dem Namen Siegfried, der Chirurg.

Ex-Freund 1: Premiumpatientin?
Premiumpatientin: Ja?
Ex-Freund 1: Weisst Du was ich an meinem Job hasse?
Premiumpatientin: Dass du so wenig Zeit fuer Deine Freundin hast?
Ex-Freund 1: Nein. Was ich hasse, sind die Internisten.
Premiumpatientin: Ach ja?
Ex-Freund 1: Das sind solche Idioten. Spielen sich immer auf, als ob sie was besseres waeren als wir, und weisst du, was die den ganzen Tag machen?
Premiumpatientin: Was?
Ex-Freund 1: Patientengespraeche! Labern, das koennen die. Dann verschreibense mal n Medikament, wenn das nicht wirkt, gibts halt ein anderes, und wenn das auch nicht wirkt, dann ist es halt psychosomatisch. Oder nicht heilbar. Das sind so richtige Blabla-Nichts-Koenner.
Premiumpatientin: Okay, und was macht ihr Chirurgen besser?
Ex-Freund 1: Wir MACHEN was. Wir sind praktisch, wir veraendern Dinge, halten Organe in unseren Haenden, schwitzen Blut und Wasser, schneiden Tumore raus und ueberfluessige Organe und sowas. Internisten - pff! - das sind doch gar keine richtigen Aerzte!

Okay, so weit, so gut. Aber Premiumpatientin waere nicht Premiumpatientin, wenn sie sich nicht auch die andere Seite anhoeren wuerde.
Zwei Jahre spaeter. Siegfried ist Geschichte. Premiumpatientin ist nun mit Ex-Freund 2, einem Internisten aus dem gleichen Krankenhaus wie Ex-Freund 1, liiert. Dazu gibts vielleicht mal eine zweite wahre Liebesgeschichte hier auf Krankomat zu lesen.

Ex-Freund 2: Premiumpatientin?
Premiumpatientin: Ja?
Ex-Freund 2: Weisst Du was ich an meinem Job hasse?
Premiumpatientin: Dass du so wenig Zeit fuer Deine Freundin hast?
Ex-Freund 2: Nein. Was ich hasse, sind die Chirurgen.
Premiumpatientin: Ach ja?
Exfreund 2: Das sind solche Idioten. Spielen sich immer auf, als ob sie was besseres waeren als wir, aber weisst du, was die eigentlich sind?
Premiumpatientin: Was?
Exfreund 2: Handwerker! Die denken nicht, die gehen nicht auf die Patienten ein, reden nicht mit ihnen und erklaeren nicht anstaendig. Oft laesst sich der Operateur nicht mal dazu herab, sich seinem Opfer vor der OP vorzustellen, oder es danach zu besuchen. Wenn das Problem durch die OP nicht weg ist, dann schneiden sie halt ohne Ruecksicht nochmal auf und nochmal auf. Bis ueberhaupt nichts mehr vom Patienten uebrig ist. Koerperklempner sind das, nichts anderes!
Premiumpatientin: Okay, und was macht ihr Internisten besser?
Ex-Freund 2: Wir KUEMMERN uns um die Patienten. Wir reden mit ihnen, nehmen die Arzt-Patienten-Beziehung sehr ernst, bieten ihnen Alternativen, zum Beispiel verschiedene Medikamente oder psychosomatische Therapie. Aerzte sind Ansprechpartner, keine Aufschneider. Chirurgen - pff! - das sind doch gar keine richtigen Aerzte!

Also, wer ist hier eigentlich richtiger Arzt?

Hier gehts zu Teil 1 von Internist vs. Chirurg.

Freitag, 20. November 2009

Internist vs. Chirurg Teil 1

Internisten sagen, Chirurgen sind keine richtigen Aerzte. Chirurgen sagen, Internisten sind keine richtigen Aerzte. Premiumpatientin ist dem auf den Grund gegangen.
Die Spannungen merkt Premiumpatientin schon, wenn sie zum Beispiel mit einem Konsilschein von den Internisten zu den Chirurgen geht:

Chirurgin: Was steht denn da, ich kann das gar nicht lesen.
Premiumpatientin: Es geht darum, ob ich wegen der Klrexytchtxeratorose operiert werden soll oder nicht.
Chirurgin: Aha. Warum stehen denn hier nicht die aktuellen Blutwerte? Mann, das ist echt ein Sauhaufen, diese Internisten. Wissen Sie, wie ihre Gerinnung ist?
Premiumpatientin: Nicht genau. Aber nicht so besonder gut.
Chirurgin: Und das schreiben die hier nicht rein? Was ist denn das hier? Mann, mann, mann. So, ich ruf die jetzt mal an. Koennen Sie die Telefonnummer lesen?
Premiumpatientin: Ja. (findet die Telefonnummer nicht so schwer zu lesen und traegt sie laut vor)
Offensichtlich ist am anderen Ende besetzt.
Chirurgin: Das ist ja unmoeglich! Sagense denen mal, dass sie auch erreichbar sein muessen, wenn sie jemanden hier rueberschicken. Und dass sie vielleicht mal einigermassen leserlich schreiben sollen!

Wenn Premiumpatientin umgekehrt mit einem Konsilschein von den Chirurgen zu den Internisten geht, passiert folgendes:

Internist(Schuldgefuehle vermittelnd): Ach, Premiumpatientin, hallo. Was machen Sie denn eigentlich auf der Chirurgie?
Premiumpatientin: Aeh...hm. Naechstes Mal komm ich wieder zu Ihnen.
Internist: Immer die Chirurgen, das ist echt unglaublich. Die rufen hier an und sagen, sie wuerden Sie JETZT vorbeischicken. Denken die wir haetten keinen Tagesplan oder so? Wann wussten Sie denn, dass Sie hier herkommen muessen?
Premiumpatientin(zaghaft): Naja, die Chirurgen haben mir vor drei Tagen gesagt, dass sie mit Ihnen einen Termin fuer mich ausmachen wollen...aber vielleicht... war ja besetzt?
Internist: TERMIN AUSMACHEN? DENEN WERD ICH MAL WAS AUSMACHEN! Premiumpatientin, Sie muessen denen wirklich sagen, dass das so nicht geht, und das manche Leute in diesem Krankenhaus strukturiert arbeiten wollen und NICHT immer das machen, was ihnen gerade so einfaellt.

Soviel zum Einstieg. Die Nachrichten an die jeweiligen Kollegen hat Premiumpatientin uebrigens fuer sich behalten. Im naechsten Teil kommt dann eine genauere Analyse mit den Experteneinschaetzungen von Ex-Freund 1 (Chirurg) und Ex-Freund 2 (Internist).

Donnerstag, 19. November 2009

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 2

Premiumpatientin hat ihr erstes Date mit dem unbekannten Chirurgen. Dass heisst, so unbekannt ist er auch nicht, sie weiss immerhin schon sein Namen, naemlich Siegfried. Wie der Drachentoeter aus der Nibelungensage. Premiumpatientin ueberlegt sehr, sehr lange, auf was Chirurgen so stehen koennten und steht ratlos vor ihrem ueberfuellten Kleiderschrank (Eine Anmerkung: Es ist nicht so, dass Premiumpatientin zu viele Klamotten haette. Im Gegenteil! Ihr Schrank ist einfach nur zu klein.). Jetzt folgt ein zweistuendiger lautlos gesprochener Monolog darueber was man so anziehen koennte. Schliesslich entscheidet sie sich fuer Jeans und Schwarzen Pulli. Eigentlich so ungefaehr das, was sie jeden Tag anhat. Nagut. Manche Entscheidungen brauchen halt etwas laenger.
Dann beim Kaffee:
Siegfried: Hallo Premiumpatientin!
Premiumpatientin: Hallo Siegfried.
Siegfried: Wie geht es Dir?
Siegfried ist charmant und zauberhaft, riecht gut nach einer Mischung aus Weichspueler, Aftershave, Rauch und Deo (oder ist das etwa das Desinfektionszeug?) und sieht einfach toll aus. Premiumpatientins Augen blitzen, sie koennte ihn den ganzen Tag einfach nur anschauen. Dann tut sie aber das, was sie tun muss, bevor es zu spaet dafuer ist.
Premiumpatientin: Ich muss Dir was beichten.
Siegfried: Ja?
Premiumpatientin: Ich bin gar keine Aerztin.
Siegfried: Studentin, nicht wahr? Habe ich mir irgendwie gedacht. Du bist ja noch nicht so alt.
Premiumpatientin: Aehm, ja, genau Studentin.
Siegfried: Ja, kein Ding. Solange wir nicht auf der gleichen Station arbeiten, sehe ich da nicht so das Problem.
Premiumpatientin: Naja, ich bin zwar Studentin....aber...aeh..keine...(Stimme wird leiser)...Medizinstudentin!?
Siegfried: Haeh?
Premiumpatientin: Ich studiere Finnougristik und Koptologie.
Siegfried: Aha. Interessant. Was hast Du dann im Krankenhaus gemacht?
Premiumpatientin: Aehm, ich bin da Patientin. Ich hab Klrexytchtxeratorose.
Premiumpatientin ist sich eigentlich ziemlich sicher, dass sie Siegfried jetzt von ihrer Liste potentieller Ehemaenner streichen kann. Denn der wollte bestimmt ne schicke Aerztin haben. Aber dann passiert das unglaubliche.
Siegfried: Okay. Ich bin total cool mit sowas. Kein Problem. Und danke, dass du so ehrlich bist. Uebrigens: Ich bin Chirurg. Du hattest gesagt, Du bist aus der medizinischen Klinik. Da wohnen die Internisten. Internisten sind unsere Todfeinde, oder anders gesagt, eh keine richtigen Aerzte. Ich bin eigentlich ganz froh, dass Du keine von denen bist.

Hier geht's zum ersten Teil der wahren Liebesgeschichte.

Montag, 16. November 2009

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 1

Es ist ein warmer Maerztag. Die Sonne scheint, die Voegel zwitschern, aus der Erde spriessen die ersten Osterglocken. Premiumpatientin ist auf dem Weg zu einem Kontrolltermin in die Poliklinik. Der Wind weht durch ihr wunderschoenes Haar und die Sonnenstrahlen spiegeln sich in ihren rehbraunen Augen. Was fuer ein schoener Tag, denkt sich Premiumpatientin. Als sie die Poliklinik betritt, sieht sie, dass das Wartezimmer voll ist. Sie meldet sich an, und anstatt zu warten geht sie wieder raus, um nicht eine Minute des schoenen Wetters zu verpassen. Da sie ohnehin wahrscheinlich mehr als eine Stunde warten muss, setzt sie sich an eine Haeuserwand auf dem Klinikgelaende, an der der Sonneneinfall ihr am guenstigten erscheint. Sie geniesst die Sonne, raucht ein paar Zigaretten und ist vollends im Reinen mit sich selbst.
Ploetzlich wird sie von einer Stimme aus ihren Tagtraeumen gerissen.
Unbekannter: Hey!
Premiumpatientin: Hey?
Unbekannter: Kannst Du mir vielleicht Feuer geben?
Premiumpatientin mustert den Unbekannten. Er ist gross und schlank und traegt die dunkelblaue Aerztekleidung. In seiner Hosentasche sieht sie die Konturen von etwas, was ungefaehr Form und Groesse eines Feuerzeugs hat. Aha, aha, denkt sich Premiumpatientin. So ist das also.
Premiumpatientin: Ja, sicher.
Premiumpatientin reicht dem Unbekannten ihr Feuerzeug und er zuendet auf sehr maennliche Art und Weise seine Zigarette an.
Unbekannter: Darf ich mich vielleicht auch zu Dir setzen? Du hast Dir ja echt den sonnigsten Platz auf dem ganzen Campus ausgesucht.
Oh mein Gott, denkt Premiumpatientin. Das war so ungefaehr die billigst Anmache der ganzen Welt. Aber, naja, eigentlich sieht er ja nicht schlecht aus. Also, warum eigentlich nicht...
Premiumpatientin: Ja, klar, setz Dich ruhig.
Unbekannter setzt sich neben sie.
Unbekannter: Bist du aus der medizinischen? (Medizinische Klinik, meint er)
Premiumpatientin: Ja. (schliesslich ist sie da Patientin) Und du?
Unbekannter: Chirurgische.
Sie reden ueber dieses und jenes, ueber Gott und die Welt, und Aerzte und Krankenschwestern. Der Unbekannte denkt immer noch, dass Premiumpatientin Aerztin oder sowas ist. Und sie denkt sich: Pfff, warum denn nicht. Ich seh ihn ja wahrscheinlich eh nie wieder.
Dann klingelt das Telefon des Unbekannten. Er geht ran, und die Stimme am anderen Ende schreit (so, dass es Premiumpatientin hoeren kann): Wo zur Hoelle steckst Du? Wir warten alle auf dich!
Unbekannter: (ins Telefon) Ich komme. Ich bin noch...aehh...im Patientengespraech. (er laechelt Premiumpatientin an)
Dass seine Notluege gar keine Luege war, soll Premiumpatientin ihm erst zu einem spaeteren Zeitpunkt beichten.
Unbekannter (legt auf): Ich muss los. Hoer zu, willst du mit mir mal n Kaffee trinken gehen? Am Donnerstag? Da hab ich frueher Schluss.
Premiumpatientin: Gerne! (und laechelt)
Sie machen noch schnell einen Zeit- und Treffpunkt aus, der Unbekannte rennt Richtung Chirurgische Klinik, und Premiumpatientin macht sich, ueber ganze Gesicht strahlend, langsam auf in Richtung Poliklinik. Dort wird sie von der SChwester begruesst: Wo waren Sie denn? Sie haben Ihren Termin verpasst! Jetzt muessen Sie nochmal ueber eine Stunde warten!