Posts mit dem Label Operation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Operation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 11. Dezember 2009

Adventskalender 11. Tuerchen

Frage: Stimmt es, dass die Anaesthesisten waehrend Operationen Kaesekaestchen spielen?

Antwort Experte 1 (Chirurgie; im OP-Aufklaerungsgespraech): Nein. Auf gar keinen Fall. Wo haben Sie den Bloedsinn denn gehoert?
Premiumpatientin: Sicher?
Experte 1: Ja, absolut. Bei Ihrer OP passe ich auch ganz persoenlich darauf auf, dass niemand Kaesekaestchen spielt.

Soweit, so gut. Eigentlich hat Premiumpatientin diese Frage auch nur gestellt, weil sie sie schon mal gestellt hat und folgende Antwort bekommen hat:

Antwort Experte 2 (Chirurgie), ausserhalb des Krankenhauses, ziemlich angetrunken (Premiumpatientin moechte sich kein Urteil darueber erlauben, ob das bedeutet, dass er glaubwuerdiger ist oder nicht): Kaesekaestchen, Schiffe versenken, Zeitung lesen. Die haben ja nichts zu tun! Eigentlich sind das ja auch gar keine richtigen Aerzte. Und wenn irgendwas passiert, melden sich ja die Maschinen zu Wort. Dann koennen die immer noch die Zeitung beiseite legen oder mal ne Pause machen beim Spielen.

Jemand jetzt beunruhigt? Keine Sorge, Premiumpatientin ist es auch  nicht. Auf jeden Fall nicht wegen der Anaesthesisten. Eher wegen der zugedroehnten Chirurgen.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Adventskalender: 9. Tuerchen

Heute gibt es quasi die Fortsetzung von gestern.
Frage: Warum sind OP-Kittel gruen?

Antwort (ein uralter Chirurg): Bis in die sechziger Jahre waren die OP-Kittel noch weiss. Das Problem war erstens, dass die Farbe weiss unter den OP-Lampen blendet, waehrend gruen oder blau das nicht tun. Zweitens gibt es den sogenannten Nachbildeffekt. Wenn man laenger auf einen bestimmten Farbton schaut (im Falle in einer OP waer das dann wohl rot), sieht man, wenn man dann woanders hinschaut, gruene Punkte (denn gruen ist die Komplementaerfarbe von rot). Das ist schlimmer, als es sich anhoert, viele Chirurgen sollen in den sechzigern und frueher  waehrend der OP ihr Fruehstueck verloren haben. Weil man nicht wollte, dass Chirurgen direkt in den offenen Bauch eines Patienten kotzen, hat man gruene oder blaugruene Kittel und Abdecktuecher gewaehlt. Sie gleichen den Nachbildeffekt aus. Das manchmal im OP trotzdem gekotzt wird (in der Regel von Schwesternschuelerinnen und Studenten), kann man nicht verhindern. Am Nachbildeffekt liegt es jedensfalls nicht. 

Vielen Dank an DrFabi fuer diese Frage.

Freitag, 4. Dezember 2009

Adventskalender 4. Tuerchen

Frage: Warum wird bei grossen Bauchschnitten manchmal um den Bauchnabel herumgeschnitten?

Antwort Experte (Viszeralchirurgie): Ganz einfach: Weil's schoener aussieht. Mich hat mal eine Patientin angeschrien, dass ich ihren wunderbaren Bauchnabel zerstoert haette. Seitdem schneide ich immer mit einer schoenen Kurve drum herum. Man muss da so einen bestimmten Schwung mit dem Skalpell drauf haben, damit die Kurve schoen gleichmaessig wird. Eine Kollegin sagt, das ist ungefaehr aehnlich wie beim Stricken. Aber das kann ich nicht einschaetzen.

Anmerkung: So sehr Premiumpatientin die Antworten ihrer Experten liebt, eine kurze Recherche von einem medizinischen Halblaien ist trotzdem glaubwuerdiger. Aesthetik ist natuerlich ein wichtiger Punkt. Viel wichtiger ist aber, dass sich im Bauchnabel gerne mal Wundsekret sammelt, und sowas ist immer ein Spielplatz fuer Bakterien. Das fuehrt zu einem Wundinfekt, und die Wunde heilt schlechter. Anderer Grund: Der Bauchnabel ist im Prinzip schon eine Narbe. Man macht nicht gern eine Narbe auf einer Narbe.
Merke: Der Chirurg schneidet am liebsten auf einem jungfraeulichen Bauch.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Adventskalender: 2. Tuerchen

Frage: Gucken sich Aerzte vor der Op nicht doch mal die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale der schlafenden Patienten an? Und was sagen sie dann?

Die Antworten des Chirurgie-Expertenteams waren Premiumpatientin leider zu unglaubwuerdig. Deshalb hat sie gleich ihren Chirurgen-Exfreund, Lesern dieses Blogs auch unter dem Namen Siegfried bekannt, gefragt, ehrlich gesagt zu einer Zeit, in der er noch ihr Chirurgen-Freund war.

Siegfried: Nun ja, man ist ja nie alleine mit dem Patienten oder der Patientin im OP. Und wer will schon vor den Kollegen zugeben, dass er notgeil ist. Also eher nein. Aber, gerade bei Routine-OPs, kann es schon mal sein, dass ein unangemessener Spruch ueber den Koerper des Patienten faellt. Meistens, wenn man sehr, sehr dicke Leute operiert oder Frauen mit aussergewoehnlich grossen sekundaeren Geschlechtsmerkmalen. Aber so oft kommt das auch nicht vor. Im Kreiskrankenhaus wahrscheinlich eher als in einem angesehenen Uniklinikum mit agressiven Patienten-Fuersprechern. Deshalb bekommen die Studenten eh den meisten Aerzte-Frust ab.

Anmerkung: Spiegel Online hat Anfang des Jahres mal ein paar gemeine Aerztesprueche gesammelt, und herausgefunden, dass in dn USA 17 Prozent der Aerzte ihren Frust an narkotisierten Patienten auslassen. Als Patient sollte man sich darueber nicht aergern. Im Gegenteil: Studien haben gezeigt, dass, je mehr ein Operationsteam miteinander interagiert, desto effizienter arbeitet es und desto seltener sind intra- und post-operative Komplikationen. Also, liebe Chirurgen bei der naechsten OP: Bitte, schaut euch meine Brueste und meine Hueften an und natuerlich auch die Cellulite an den Oberschenkeln, und laestert, was das Zeug haelt! Vielleicht sollte ich bis dahin auch noch 25 Kilo zunehmen.


Vielen Dank fuer diese Frage an Tina.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Adventskalender: 1. Tuerchen

Hier ist er, der Krankomat Adventskalender. Hinter jedem Tuerchen versteckt sich eine medizinische Frage, der Premiumpatientin mit Hilfe von ausgefeilten Recherchefaehigkeiten und ihrem Expertenteam nachgegangen ist. Fragenvorschlaege sind weiterhin erwuenscht. Bitte hier posten.

Frage: Es gab mal so eine australische Fernsehserie, "Die fliegenden Aerzte". Da gings um Aerzte, die mit einem Flugzeug in Australien rumfliegen und Leute heilen. In einer Folge hatte das Flugzeug einen Schaden und zwei Aerzte sassen in der Pampa fest. Dann hat der eine einen Blinddarmdurchbruch gehabt und sich selbst den Blindarm rausgenommen. Geht das?

Antwort Experte (Chirurgie): Also, ich mache manchmal von mir selbst einen Ultraschall. Neulich habe ich dabei auch einen Gallenstein entdeckt. Das ist schon relativ kompliziert. Aber selber operieren - das geht nicht. Da hat man einfach einen zu unguenstigen Blickwinkel.


Aha, also nicht wegen der Schmerzen oder des Rsikos, eine Ader zu treffen, und bewusstlos zu werden. Na gut. Ausnahmen gibts aber schon, hat der Spiegel zumindest vor einigen Jahren berichtet. Und das lief voellig nach den Wuenschen des Operateurs ab. Dann gabs auch mal einen Russen in der Antarktis, der hat das mit dem Blindarm und ganz vielen Spiegeln angeblich hingekriegt. Die filegenden Aerzte hatten damals, soweit ich weiss, keine Spiegel. Weitere Nachforschungen von Premiumpatientin ergaben, dass Unfallchirurgen gerne mal behaupten, dass sie sich am Arm oder am Bein selber operieren wuerden. Viszeralchirurgen allerdings verurteilen das als "Humbug" und sind ueberzeugt, dass sich "die Knochenklempner nur aufspielen wollen und eigentlich viel zu viel Schiss haben".

Sonntag, 15. November 2009

Facharztspezifische Reaktionen Teil 2: Die Anaesthesisten

Premiumpatientin ist kurz vor Operation im Vorbereitungsraum.
Anaesthesist: Guten Morgen Premiumpatientin!
Premiumpatientin: Morgen!
Anaesthesist: Ich bin heute ihr Sandmann!(grinst bloed)
Premiumpatientin: Achso, sie sind aus dem Osten?
Diesen Witz versteht der Anaesthesist natuerlich nicht. War ja klar.
Premiumpatientin schaut den Arzt skeptisch an und ist sich nicht so sicher, ob der gute Mann noch im Oberstuebchen noch ganz in Ordnung ist. Eigentlich war sie gar nicht nervoes. Jetzt ist sie es. Man sagt ja immer, dass Anaesthesisten so einen gewissen Hang zum Drogenmissbrauch haben, statistisch gesehen sind sie auch die Berufsgruppe, die am meisten Selbstmord durch Drogen begeht.
Als Premiumpatientin fuer den OP-Saal vorbereitet wird, raeumt der Anaesthesist gleich mit einem Geruecht auf: Premiumpatientin dachte immer, man schlaeft im Nachthemd ein und wacht im Nachthemd auf, damit man sich einbilden kann, dass man es die ganze Zeit angehabt haette. Falsch. Sie muss sich ausziehen, bekommt aber eine vorgewaermte Decke ueber den Koerper gelegt.
Anaesthesist(fast zu gespielt einfuehlsame Saeuselstimme): So, jetzt geb ich Ihnen das erste Medikament, da fuehlen sie sich gleich, als haetten sie schon zwei Flaschen Champagner getrunken.
Cool, denkt Premiumpatientin, besoffen sein ohne staendig Pipi machen zu muessen.
Als sich anfaengt alles zu drehen, hoert sie weit entfernt den Sandmann sagen: Jetzt kommt der Schlafsand...
Der hat mich um meinen Abendgruss beschissen, denkt Premiumpatientin noch. Dann ist sie weg.


Hier geht's zu Teil Eins der facharztspezifischen Reaktionen.