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Freitag, 11. Dezember 2009

Adventskalender 10. Tuerchen

Frage: Warum sehen viele Aerzte so unverschaemt gut aus?

Antwort: Diese Frage kann man nur halb beantworten. Denn erstens gibt es natuerlich Ausnahmen (obwohl es jedoch fuer die Mehrheit der Aerzte zutrifft) und zweitens sehen gutaussehende Aerzte nur bei Schichtbeginn gut aus. Bei Schichtende sehen auch die gutaussehenden nicht mehr so gut aus. Das trifft vor allem fuer Chirurgen zu.

Insgesamt ist es sehr schwer, diese Materie zu fassen. Hier jedoch ein paar Thesen und Stichpunkte. Vielleicht kann der ein oder andere ja auch noch was beisteuern, dann koennen wir das Problem moeglicherweise systematisieren und allgemeingueltige Aussagen formulieren.

(1) Viele Aerzte zeichnen sich durch eine leicht narzisstische Art aus. Besonders Oberaerzte. Und Chefaerzte sowieso. Folgende Gedanken spielen dabei eine Rolle: (A) Ich bin ein Gott in weiss. (B) Ich rette Leben. (C) Alle Schwestern und Studentinnen stehen auf mich. (D) Ich verdiene massig Kohle (gilt nur fuer hoehere Positionen). Daraus erwaechst nicht nur ein uebermaessiges Selbstvertrauen, sondern auch eine gewisse Eitelkeit. Man steht also gern mal morgens ein bisschen laenger vor dem Spiegel, und gute teure Klamotten leistet man sich sowieso (man braucht ja nicht soviel, bei der Arbeit traegt man ja eh blaugruene Schlafanzuege oder weisse Kleidchen.

(2) Premiumpatientin hat herausgefunden, dass es im Krankenhaus ihres Vertrauens absolutes No-Go ist, als Arzt den Fahrstuhl zu benutzen. Als Arzt laeuft man Treppen. Punkt. Wenn sich ein Arzt mal im Fahrstuhl erwischen laesst, ist das wirklich ein Fauxpas. Und, wie jeder weiss: Wer viele Treppen steigt, kriegt einen knackigen Arsch.

(3) Keine Zeit zum Essen. Damit ist nicht gemeint, dass sich Aerzte besonders gesund ernaehren, aber es muss halt mal ne Mahlzeit ausfallen duerfen. Keine Zeit zum Essen heisst keine Zeit zum fett werden.

(4) Leichter Zugang zu den neuesten verschreibungspflichtigen Anti-Aging-Mitteln, und, falls Punkt Nummer drei sich nicht bewahrheiten sollte, zu Abnehmpillen wie Reductil.

(5) Eine wichtige Ausnahme bei den gutaussehenden Aerzten sind allerdings die Radiologen. In der Klinik fuer Radiologie im Krankenhaus ihres Vertrauens hat Premiumpatientin so eine Art Gemaeldegalerie entdeckt, mit allen wichtigen Radiologen, die da mal gearbeitet haben. Das war fuer sie besonders interessant, da Radiologen die Fachaerzte sind, die angeblich am meisten Geld verdienen. Aber jetzt, ACHTUNG AN ALLE FRAUEN, DIE SICH NACH EINEM ARZT UMSCHAUEN, den Radiologen scheinen sehr schnell die Haare auszugehen. Bei den wenigsten Bildesn konnte man noch ein bisschen Flaum erkennen. Machen das die Roentgenstrahlen? Keine Ahnung. Radiologen sind auf jeden Fall von Premiumpatientins Liste gestrichen.


Danke fuer diese Frage an ridicule.

Montag, 30. November 2009

Der Florence-Nightingale-Effekt Teil 2

Phase 3: Komplimente
Pfleger: Oh, dass Du mich jetzt angelaechelt hast, mit deinen leuchtenden Augen, das versuesst mir echt den Tag.
Premiumpatientin: Ach ja?
Pfleger: Naja, was soll ich sagen, Du bist halt mit Abstand die huebscheste Frau auf der Station.

Phase 4: Gefallen tun / sich ausnutzen lassen
Premiumpatientin: Ich brauche einen Gefallen...(Hundeblick)
Pfleger: Jeden!
Premiumpatientin: (wahlweise)
-Kann ich mal das Internet benutzen?
-Kann ich ganz viele von den kleinen NACl-Flaeschchen haben? Brauch ich fuer meine Kontaktlinsen.
-Ich bin mal fuer zwei Stunden weg. Also weg vom Campus. Wenn jemand nach mir sucht, kannst Du ihm...irgendwas...erzaehlen?
usw.
PRemiumpatientin bekommt in der Regel immer, was sie will.

Phase 5: Die Offensive
Pfleger:Hey, Premiumpatientin!
Premiumpatientin: Ja?
Pfleger: Hast Du Lust, das Fussballspiel auf unserem Flachbildfernseher im Schwesternzimmer zu sehen? Ich wollte gerade auch Pizza bestellen, wenn du magst.
Premiumpatientin: Ja, gern! (Auch wenn Premiumpatientin natuerlich weiss, welche Ambitionen hinter dem Angebot stecken, sie kann einfach nicht nein sagen, es ist zu verlockend. Ein schlechtes Gewisse hat sie trotzdem ganz kurz.)

Phase 6: Das traurige Ende
Pfleger macht weitere Annaeherungsversuche. Er legt zum Beispiel beim Fussballgucken seinen Arm um Premiumpatientin.
Premiumpatientin: Aehm, ich glaube, du verstehst da was falsch...ich find dich wirklich nett...aber...nicht mehr. Sorry.
Pfleger: Oh...hm...(druckst herum)...Entschuldige...
Premiumpatientin: Ich geh jetzt lieber wieder.
Premiumpatientin geht zurueck in ihr Zimmer. Die naechsten Tage versuchen Premiumpatientin und der Pfleger, einander moeglichst nicht zu begegnen. Und irgendwass wird Premiumpatientin ja dann auch zum Glueck entlassen. Und verschwindet unauffaellig mit der Tasche voller NaCl-Flaeschchen.

Samstag, 28. November 2009

Der Florence-Nightingale-Effekt Teil 1

Der Florence-Nightingale-Effekt ist ein psychologischer Komplex, bei dem sich zwischen jemandem, dem die Pflege und das Wohlergehen eines kranken Menschen anvertraut wurde, und eben jenem kranken Menschen eine Liebesbeziehung oder erotische Anziehungskraft entwickelt. In einfachen Worten: Schwester oder Pfleger verliebt sich in Patienten oder Patientin. In welcher Kombination auch immer.
Da Premiumpatientin einfach schon viele Wochen ihres Lebens im Krankenhaus verbracht hat, und zudem, auch wenn es ihr nicht gut geht, unglaublich gut aussieht, war es natuerlich nur eine Frage der Zeit, bis ihr das auch passiert. Um genau zu sein, machten schon mehrere Pfleger Premiumpatientin Avancen. Leider war Premiumpatientin nie ernsthaft interessiert. Das Gefuehl, dass man angehimmelt wird, ist natuerlich trotzdem ganz schoen. Gerade im Krankenhaus, wo alles scheisse ist.
Wie sich der Florence-Nightingale-Effekt aeussert (leider meistens sehr unbeholfen):

Phase 1: Ueberfluessige Untersuchungen
Pfleger: Hey Premiumpatientin, ich muss nochmal Blutdruck messen bei Ihnen.
Premiumpatientin: Schon wieder? Haben Sie doch heute schon drei Mal gemacht.
Pfleger: Ja, schon wieder.
Pfleger misst Blutdruck, versucht, Premiumpatientin dabei tief in die Augen zu schauen und beruehrt ganz unbedarft ihren Arm.
Pfleger: So, 120 zu 80.
Premiumpatientin: JA, wie die letzten drei Male.

Phase 2: Versuche, ins Gespraech zu kommen
Pfleger: Na, Premiumpatientin, wie gehts? Sie haben Samstag abend wahrscheinlich normalerweise was besseres zu tun, oder?
Premiumpatientin: Ja, natuerlich. Wer nicht.
Pfleger: Was machen Sie denn so? Gehen Sie gern ins Kino? Tanzen? Oder was so?

Premiumpatientin erzaehlt dann kurz von ihren Interessen. In einer normalen Situation haette sie schon laengst sowas wie "Verpiss Dich" gesagt, aber die Sache ist die: Im Krankenhaus ist es einfach so langweilig, das kann man sich gar nicht vorstellen. Deshalb ist man fuer JEDES Gespraech dankbar.

Fortsetzung folgt.