Mittwoch, 9. Dezember 2009

Adventskalender: 9. Tuerchen

Heute gibt es quasi die Fortsetzung von gestern.
Frage: Warum sind OP-Kittel gruen?

Antwort (ein uralter Chirurg): Bis in die sechziger Jahre waren die OP-Kittel noch weiss. Das Problem war erstens, dass die Farbe weiss unter den OP-Lampen blendet, waehrend gruen oder blau das nicht tun. Zweitens gibt es den sogenannten Nachbildeffekt. Wenn man laenger auf einen bestimmten Farbton schaut (im Falle in einer OP waer das dann wohl rot), sieht man, wenn man dann woanders hinschaut, gruene Punkte (denn gruen ist die Komplementaerfarbe von rot). Das ist schlimmer, als es sich anhoert, viele Chirurgen sollen in den sechzigern und frueher  waehrend der OP ihr Fruehstueck verloren haben. Weil man nicht wollte, dass Chirurgen direkt in den offenen Bauch eines Patienten kotzen, hat man gruene oder blaugruene Kittel und Abdecktuecher gewaehlt. Sie gleichen den Nachbildeffekt aus. Das manchmal im OP trotzdem gekotzt wird (in der Regel von Schwesternschuelerinnen und Studenten), kann man nicht verhindern. Am Nachbildeffekt liegt es jedensfalls nicht. 

Vielen Dank an DrFabi fuer diese Frage.

Kommentare:

  1. soso. unter chirurgen haben "ihr frühstück verloren" verstehe ich: haben die 5 gläser gin am morgen wieder erbrochen ... ist vielleicht nicht das schlechteste.

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  2. In manchen Faellen liegst Du natuerlich voellig richtig. Wie hier zum Bespiel: http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/01/31/arzt-op/betrunken,geo=3637780.html

    Aber die wichtigere Frage fuer den Patienten ist wahrscheinlich doch, in welche Richtung der Chirurg umkippt oder kotzt oder beides. Also, ich will zumindest kein Chirurgenkotze in meinem Bauch haben. Du etwa?

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  3. mmhh, nee. aber wenn sie total betrunken sind, vergessen sie den kittel wahrscheinlich eh. und das händewaschen sowieso.

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  4. Nunja, wenn es wirklich nur fünf Gläser Gin sein sollten, könnte es ja schon fast wieder sterilisierend wirken. ;-)

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