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Dienstag, 27. April 2010

Krankomat-Live-Blog Teil 15: Nochmal Abschied von Oliver

Es war soweit. Premiumpatientin sollte verlegt werden. In dem Moment, wo der Pfleger ihr sagte, es sei jetzt soweit, und sie koennten sich auf den Weg zur anderen Station machen, trat Oliver durch die Tuer.
Premiumpatientin: "Oliver!"
Oliver:"Bin ich zu spaet?"
Premiumpatientin:"Ich fuerchte, ja..."
Oliver: "Naja, dann laufen wir einfach zusammen auf die neue Station, quasi als heutiges Training."

Der Zug aus den beiden Pflegekraefte, die Premiumpatientins Bett, auf dem Ihre Klamotten, Buecher, Zeitschriften, und was man sonst noch alles so braucht im Krankenhaus, gestapelt waren, schoben, Oliver und Premiumpatientin setzte sich in Bewegung. Es ging wenige Meter zum Fahrstuhl und nach einer kurzen Fahrt wenige Meter zu Premiumpatientins neuem Zimmer. Man kann also sagen, dass Premiumpatientins Physiotherapieprogramm fuer heute mehr als absolviert war.
Waehrend der Fahrt im Fahrstuhl machten Oliver und Premiumpatientin schamlos Witze ueber die Schwestern und tauschten bedeutungsvolle tiefemotionale Blicke aus.
In Premiumpatientins neuem Zimmer angekommen, starrten sie sich unschluessig an.

Oliver:"Ja...hm.."
Premiumpatientin:"Ja...hm..nun....Danke fuer alles."
Oliver winkte mit einem "Ach!" ab.
Premiumpatientin:"Nein, ehrlich. Ohne dich..."
Ein Pfleger platzt rein und schneidet ihr das Wort ab. "Ham was jetz oda wie?"
Oliver: "Ich besuch Dich mal!"
Premiumpatientin: "Das waer echt schoen."
Wieder ruderten beide mit den Armen, unschluessig, ob eine Umarmung schon angemessen war, mit Blick auf den Pfleger blieb es aber wieder nur beim Handschlag.
Dann verliess er das Ximmer und schloss die Tuer und war...weg. Einfach weg.

Mittwoch, 14. April 2010

Krankomat-Live-Blog Teil 7: Mit Oliver auf der Bettkante

Heute geht es um Oliver, den Physiotherapeuten, in den sich Premiumpatientin ein wenig verknallt hat. Manche Patienten, zum Beispiel die, die eine grosse Operation hinter sich haben und die, die lange liegen mussten, muessen mithilfe der Physiotherapie quasi neu laufen lernen. Die einzelnen Lektionen sind dabei:
1. auf der Bettkante sitzen
2. aufstehen
3. im Sessel sitzen
4. den Gang runterlaufen
5. Treppen steigen
Natuerlich immer mit Hilfe des Physiotherapeuten. Wenn man die fuenf Punkte ohne gross rumzuschwanken absolviert hat, dann ist man auf sich allein gestellt.
Oliver hat eigentlich schon alles mit Premiumpatientin geuebt, und sie hat mehr oder weniger gut abgeschnitten, aber anstatt sie auf ihrn wackligen Beinchen in die Welt hinauszulassen, uebt er immer weiter mit ihr. Kann ja nicht schaden.
Das eine Mal, Premiumpatientin hatte ihre Physiotherapie-Stunde schon hinter sich, schaute ploetzlich Oliver durch die offene Tuer.

Oliver: Hey, was machst Du?
Premiumpatientin: Mir is voll langweilig.
Oliver: Hast Du Karten?
Premiumpatientin: Na klar!

Premiumpatientin setzte sich ordnungsgemaess auf die Bettkante (da gibts naemlich bestimmte Regeln, mit erst auf die Seite rollen und mit der rechten Hand abstuetzen und so weiter), Oliver setzt sich dazu, und sie spielen Mau-Mau. Nach drei Spielen (Premiumpatientin hat hoffnungslos verloren) schreit jemand vom Gang her: "Oliver! Wo bist Du denn? Kannst Du endlich mal Herrn Schneider ausm Bett holen?"
Oliver entschuldigt sich, verspricht Premiumpatientin eine Revange und verlaesst das Zimmer.
Premiumpatientin laechelt uebers ganze Gesicht. Und laechelt weiter, den ganzen Tag. "Mau-Mau hat Potential", denkt sie, "Mau-Mau hat Potential."

Dienstag, 19. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 8

Premiumpatientin klopft, oeffnet die Tuer und steckt ihren Kopf hindurch. Und bleibt wie erstarrt stehen. Ein kalter Schauer laeuft ihr ueber den Ruecken. Denn alles, wirklich alles haette sie erwartet hinter dieser Tuer zu sehen, nur nicht das.
Im Behandlungszimmer stehen Siegfried und sein Oberarzt. Beide halten ein Glas Sekt in der Hand, kichern albern und scheinen sich sehr zu amuesieren.
"Premiumpatientin, komm rein! Wir haben was zu feiern!" sagt Siegfried, und zum Oberarzt: "Das ist meine Freundin, Premiumpatientin."
"Was ist hier los?" fragt Premiumpatientin, mit dem Gefuehl, dass ihr das, was auch immer los ist, nicht gefallen wird.
"Kommen Sie, sagen Sie es ihr!" draengt der Oberarzt.
"Nun gut", sagt Siegfried und raeuspert sich. "Ich habe mich fuer diesen Traumjob in der Klinik am anderen Ende der Welt beworben, und der Oberarzt hat ein gutes Wort fuer mich eingelegt, und jetzt haben die angerufen, und sagen, ich hab die Stelle so gut wie sicher!"
"Am anderen Ende der Welt?" fragt Premiumpatientin unsicher. "Und was ist dann mit uns?"
Siegfried wird ploetzlich ernst. Man kann beinahe hoeren, wie sein Gehirn rattert.
"Ach ja", sagt er dann, "daran habe ich gar nicht gedacht." (Und das ist nicht ueberzogen, sondern die Wahrheit. Siegfried hatte es nie so mit dem Vorausschauen.)
"Aber", sagt er, "irgendwie schaffen wir das schon."


Leider sind Strategien, die mit dem Satz "Irgendwie schaffen wir das schon" charakterisiert werden koennen, selten von Erfolg gekroent. Siegfried ging ans andere Ende der Welt, Premiumpatientin blieb, wo sie war, weil sie an ihrem Ende der Welt nun mal zuhause war und - auch das ist tatsaechlich die Wahrheit - sie nicht glaubte, dass sie jemals wieder so einen Arzt wie Superdoc finden wuerde. Manchmal ist sie naemlich doch ganz vernuenftig, die Premiumpatientin. Viel Zeit fuer Trauer blieb nicht. Denn bald sollte ein neuer junger huebscher Arzt in ihr Leben treten...

Episode Guide
1.Der charmante Unbekannte
2. Gewagtes Gestaendnis
3. Gefaehrliche Kuesse
4. Brennende Leidenschaft
5. Verbotene Spiele
6. Bedrohliche Schatten
7. Retter in der Not
8. Zeit des Abschieds

Montag, 18. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 7

Sie versucht, sich aufzurappeln, doch wieder rutscht sie aus. Der Unbekannte ist jetzt ganz nah. Er bleibt stehen und beugt sich bedrohlich ueber sie.
"Premiumpatientin?"
"Haeh?"
Premiumpatientin stutzt, rappelt sich auf und schaut schaut unglaeubig in das Gesicht des Unbekannten.
"Superdoc?" fragt sie unglaeublich.
Superdoc hilft ihr auf. Bloederweise ist sie genau in eine Pfuetze gefallen, und jetzt ist sie ueber und ueber mit nassem Dreck bedeckt.
"Was passiert?" fragt Superdoc.
"Nee, alles super."
"Was tun Sie hier? Waren Sie etwa schon wieder in der Notaufnahme?"
"Nein, mir gehts gut."
"Was machen Sie dann um diese Zeit hier?"
"Hm...Aehh...hmm", stottert Premiumpatientin, denn eigentlich soll Superdoc als Internist nicht wissen, dass sie mit einem Chirurgen schlaeft (Chrirurgen und Internisten sind so ein Thema fuer sich. Oder vielleicht auch zwei.)
"Doch, ja, Notaufnahme, genau. Ich..aehm..ich brauchte... Tabletten! Genau! Weil mir das Antibiotikum, was ich gerade nehmen soll, in Dreck gefallen ist. Da brauchte ich neues. Genau, ja, so wars."
"Ooooch, Mensch", antwortet Superdoc, der sich wahrscheinlich in diesem Moment ueberlegt, ob Premiumpatientin einen Vollknall hat, oder ob sie einfach nur sehr ungeschickt ist. Zum Glueck passt die Geschichte ganz gut dazu, dass sie selber noch bis vor ein paar Minuten im Dreck lag.
"Gehen Sie zum Bus?" fragt Premiumpatientin.
"Nein, mein Auto steht dahinten."
Premiumpatientin schaut so, als ob sie gleich anfaengt zu heulen. Superdoc denkt an seine in Dreck gehuellte Patientin und seine schoenen Ledersitze.
Er seufzt. "Soll ich Sie nach hause bringen?" sagt er leicht gequaelt.
"Oh, das ist wirklich supernett von Ihnen, Superdoc!" Premiumpatientin grinst ihn an.
Wenig spaeter  liegt Premiumpatientin in ihrem warmen, weichen Bett und schlaeft.


Zwischen Siegfried und Premiumpatientin ist erstmal Funkstille. Eigentlich findet sie es schon am naechsten Tag gar nicht mehr so schlimm, dass sie mit Siegfried in einem Zimmer war, dass irgend so ein bloeder Chirurg mal Abschleppzimmer genannt hat. Besonders, nachdem sie durch weiteres Nachfragen bei den Aerzten und Schwestern (Schwestern sind mitunter ja sehr redselig) herausgefunden hat, dass es nicht wirklich das Zimmer ist, wo Aerzte ihre Patientinnen hin abschleppen, sondern eher das Zimmer, wo Professoren die Studentinnen hin abschleppen. Also fallen Siegfried und sie ja gar nicht in das Schema. Nichtsdestotrotz macht es Premiumpatientin Freude, den armen Siegfried ein bisschen hinzuhalten. Er ruft auch oefter an, aber sie drueckt ihn konsequent weg.
Da Premiumpatientin aber eigentlich vor Liebe fuer Siegfried innerlich brennt, haelt sie dieses Verhaltensschema genau fuenf Tage durch. Natuerlich weiss sie, wann Siegfried Dienst hat, deshalb will sie ihn dann von der Arbeit abholen. In der Klinik angekommen, fragt sie gleich den erst besten Chirurgen, wo er denn stecken koennte.
"Der ist gerade in der fuenf", sagt der und zeigt auf ein Behandlungszimmer (NICHT das Abschleppzimmer). "Geh doch einfach kurz rein, damit er weiss, dass du da bist."
Gesagt, getan. Premiumpatientin klopft, oefnnet die Tuer und steckt ihren Kopf hindurch. Und bleibt wie erstarrt stehen. Ein kalter Schauer laeuft ihr ueber den Ruecken. Denn alles, wirklich alles haette sie erwartet hinter diese Tuer zu sehen, nur nicht das...


So ging die Geschichte los und das ist beim letzten Mal passiert.

Samstag, 16. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 6

"Wart mal", sagt Premiumpatientin zu Siegfried, "ich hab da was gehoert."
"Haeh?"
Und ploetzlich wird die Tuer aufgerissen.
Notduerftig greift Premiumpatientin zu ihrer Bluse, die an einem Stuhl haengt und haelt sie vor ihren Oberkoerper. Siegfried schnappt sich das naechste, was er finden kann - einer von Premiumpatientins Finnougristik-Ordnern - und bedeckt damit schnell seine entbloessten Weichteile.
"Lassense sich von mir nicht stoern", sagt die Putzfrau, die inzwischen eingetreten ist und unbehelligt den Boden wischt. "Ick seh das hier jeden Tag, wir nennen den Raum hier ja nich umsonst das Abschleppzimmer."
"Das Abschleppzimmer?" ruft Premiumpatientin erbost. "Du brigst mich in das Abschleppzimmer?"
"Aehm..", stottert Siegfried.
"Manche nennens auch einfach nur den Puff", sagt die Putzfrau und wischt in aller Ruhe weiter.
"DEN PUFF?"
"Ach, Premiumpatientin, der Iwan Kolinski von Station 32b hat gesagt, hier haette man seine Ruhe."
"Viel Spass noch, Kinners", ruft die Putzfrau und verlaesst den Raum.
"Mensch, Siegfried", sagt Premiumpatientin. "Ich glaub, ich geh jetzt lieber."
Sie packt ihre Sachen zusammen und zieht sich schnell an. Siegfried steht immer noch hilflos im Raum und weiss nicht, was er sagen soll. Premiumpatientin nimmt ihm den Finnougristik-Ordner aus der Hand und geht.
Es ist mitten in der Nacht und Premiumpatientin ist auf dem Weg nach hause. Normalerweise braucht sie nur fuenfzehn Minuten nach hause, aber leider fahren die Bahnen nicht mehr. Das Krankenhaus liegt auch in einer nicht allzu guten Gegend, sie selbst wurde nur ein paar Strassen entfernt einmal ueberfallen, und es ist auch nicht solange her, dass sie am nahegelegenen Bahnhof eine Schiesserei mitbekommen hat. Fuer einen Moment ueberlegt Premiumpatientin, ein Taxi zu nehmen. Aber fuer den Idioten geb ich jetzt bestimmt nicht noch Geld fuer ein Taxi aus, denkt sie. Also macht sie sich auf den Weg zur naechsten Bushaltestelle. Ploetzlich hoert sie hinter sich Schritte, die immer naeher kommen. Sie dreht sich kurz um und erhascht den Blick auf eine grosse, dunkle Gestalt. Sie laeuft etwas schneller, doch der Unbekannte haelt Schritt. Ploetzlich stolpert sie ueber einen Ast auf dem Buergersteig und faellt der Laenge nach hin. Sie versucht, aich aufzurappeln, doch wieder rutscht sie aus. Der Unbekannte ist jetzt ganz nah. Er bleibt stehen und beugt sich bedrohlich ueber sie...


Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Freitag, 15. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 5

"Leider habe ich sehr schlechte Nachrichten fuer sie. Sie muessen jetzt sehr stark sein", sagt der Arzt. Premiumpatientin wird ganz komisch im Magen. Ihr Herz puckert. Die anderen Patienten im Wartezimmer gucken verstoert-neugierig.
Der Arzt raeuspert sich.
"Sie haben einen aeusserst bedrohlichen Herzfehler."
"Was heisst das?" fragt Premiumpatientin mit zitternder Stimme.
"Sie haben ein gebrochenes Herz. Es gibt nur eine einzige Therapie, die zur Heilung fuehrt. Das ist diese hier", sagt der Arzt, beugt sich zu ihr herunter und kuesst Sie auf den Mund.
"Sie entschuldigen mich", sagt Siegfried zu den umsitzenden Patienten, die jetzt schockiert-verwirrt gucken, "wir muessen die Therapie der Patientin jetzt an einem anderen Ort vertiefen."
Siegfried zieht Premiumpatientin aus dem Wartezimmer und wartet bis sie ausser Reichweite sind. Er will sie weiter kuessen, jedoch hat Premiumpatientin bereits einen hysterischen Lachkrampf, so dass sich das mit dem Kuessen ziemlich schwierig gestaltet.
Als Premiumpatientin sich wieder einkriegt, sagt Siegfried: "Ich hab jetzt Schluss. Gehen wir zu Dir ode zu mir?"
Immer wieder besucht Premiumpatientin Siegfried im Krankenhaus. Manchmal auch, wenn er Nachtschicht hat, dann wartet sie, bis er mal nichts zu tun hat. Manchmal lohnt sich das richtig, manchmal haben die beiden nur zwei Mal fuenf Minuten zusammen. In der Zwischenzeit sitzt Premiumpatientin dann in einem leeren Behandlungszimmer, zu dem Siegfried ihr Zugang verschafft hat, und lernt Koptologie und finnische Syntax. So genau darf das aber keiner wissen, denn ganz okay faende Siegfrieds Chef das nicht.
In dieser Nacht ist mal wieder soweit. Premiumpatientin uebt gerade Konsekutivsaetze und Futur II. Die Tuer geht auf und Siegfried steht da.
"Es ist alles ruhig draussen", sagt er. "Wir haben ein bisschen Zeit fuer uns."
Mit einer schwungvollen Handbewegung wischt Premiumpatientin ihre Ordner vom Schreibtisch und Siegfried zieht seinen OP-Kittel ueber den Kopf. Wie es weiter geht, koennt ihr euch ja vorstellen, wenn ihr das wollt. Premiumpatientin hat wahrscheinlich am unromantischsten Ort der Welt Sex, aber sie hat eh nicht so einen Sinn fuer Romantik. Ploetzlich hoert sie ein Knarren vom Gang.
"Wart mal", sagt sie zu Siegfried, "ich hab da was gehoert."
"Haeh?"
Und ploetzlich wird die Tuer aufgerissen.

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4

Donnerstag, 14. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 4

Siegfried und Premiumpatientin sind frisch verliebt. Er sagt so Sachen wie: " Ich koennte den ganzen Tag nur zuschauen, wie Du Dir die Haare foenst." Oder sowas wie: "Dein Niesen ist das schoenste Niesen, das ich jemals gehoert habe." Er kauft fuer Premiumpatientin teuren Wein und kocht ihr Calamari und Miesmuscheln. Leider hat er immer nicht so viel Zeit, weil er so viel arbeitet, so dass Premiumpatientin und er sich nicht ganz so haeufig sehen. Aber dafuer haelt die Herzklopfen-wenn-man-vor-seiner-Tuer-steht-Phase sehr lange an.  Premiumpatientin findet es sogar sexy, wenn er ihr an ihrem Bauch zeigt, wo er bei welcher Operation welche Schnitte machen wuerde.
"Wuerdest Du mich auch mal operieren?", fragt Premiumpatientin dann.
"Nie im Leben", sagt Siegfried, "fuer kein Geld der Welt wuerde ich deinem perfekten Koerper auch nur eine Narbe zufuegen wollen."
Leider soll sich bald ein Schatten ueber ihre Romanze legen. Eines Tages sitzt Premiumpatientin naemlich wieder in einem der Wartezimmer im Krankenhaus ihres Vertrauens. Sie ist nicht die einzige, die hier wartet, eine Mittvierzigerin, von der man sicher sein kann, dass sie bei ihre Klamotten bei kik einkauft, daneben ein aelterer Herr, der apathisch in die Leere starrt und gegenueber zwei Damen um die achtzig, die sich eber Strickmuster unterhalten. Dann kommt ein Arzt ins Wartezimmer. Es ist der, auf den Premiumpatientin gewartet hat.
"Premiumpatientin?", sagt er.
"Ja?"
Er geht naeher auf sie zu.
"Leider habe ich sehr schlechte Nachrichten fuer sie. Sie muessen jetzt sehr stark sein."

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Samstag, 12. Dezember 2009

Adventskalender SPEZIAL: 12. Tuerchen

Heute ist Samstag und eigentlich Premiumpatientins freier Tag. Aber sie will natuerlich nicht, dass irgendjemand traurig ist, weil es kein Krankomat-Tuerchen gibt. Deshalb hat sie folgende Frage fuer euch beantwortet: Ueber welche Suchbegriffe kommen Leute auf Krankomat? Die Begriffe sind zwar nicht so spektakulaer wie zum Beispiel die von Cheffe Monsterdoc, aber wenn Krankomat auch so ein Greis unter den Medizinblogs ist, dann sieht das bestimmt wieder ganz anders aus.
Hier also Premiumpatientins Suchbegriff-Favoriten:


Arzt- ich hasse es mit patienten zu reden Das ist natuerlich ein Problem. Premiumpatientin empfiehlt die Fachrichtung Chirurgie. Oder man geht in die Radiologie, da ist man wenigstens hinter so ner Schutzwand vor den grauenhaften Patienten geschuetzt.


1 woche nichts sagen Noch jemand, der nicht gerne redet. Sehr problematisch, besonders wenn jemand sehr penetrant versucht, anzurufen. Denn was soll man machen? Rangehen? Und dann?


Was sagen als Arzt Das mit dem Reden scheint ja echt ein Problem zu sein bei den Internetnutzern von heute. Liegt das an der Computisierung unser Gesellschaft? Vielleicht waer es meinem Arzt Superdoc lieber, wenn ich das naechste mal mit ihm skype, statt in die Sprechstunde zu kommen.

Was man nicht sagen sollte Wird meine Seite nur von Leuten mit Redeaengsten und Sprachstoerungen besucht? Und mal ganz nebenbei: Was fuer eine Seite erwartet man denn, mit so einer Suchanfrage zu finden?

Gibt es Rollvenen! Hier ist eigentlich nur die Interpunktion interessant. Vielleicht wird es ja auch ein neuer Scooter-Song. So was wie How much is the fish! Ist vielleicht gerade eine Krankomat-Song-Idee geboren? Infos zu Rollvenen gibt es uebrigens hier.

anaesthesist cool Also, dazu moechte ich mal ganz klar sagen, liebe Kinder: Drogen sind total uncool. Und wer damit zu tun hat, erst recht. Alles klar? Infos zu Anaesthesisten gibt es hier.

krankenhaus adventskalender  Eigentlich sollte jedes Krankenhaus einen Adventskalender haben. Hinter jedem Tuerchen versteckt sich ein anderer Patient. Faend ich nett.

Geraet welches im spital piep piep macht Ja, da gibt es genau ein einziges. Das Piep-Piep-Geraet. Ansonsten gibt es noch das Rums-Rums-Geraet und das Klip-Klap-Geraet. Und wo sagt man denn Spital?

fauler freund schläft den ganzen tag Mein Rat: Arschtritt oder Schlussmachen oder beides. Ich glaube, erprobte Medikamente gibt es nicht dagegen. Meine Freunde hatten eigentlich nie Zeit zum schlafen, deshalb kann ich das schlecht nachfuehlen. Aber, hey, vielleicht sollte er sich einfach n Job suchen??

wahre liebesgeschichten Ja, wenn man die sucht, ist man hier richtig (und im Uebrigen falsch bei Medizynicus). Hier wird Romantik noch gross geschrieben.

Montag, 30. November 2009

Der Florence-Nightingale-Effekt Teil 2

Phase 3: Komplimente
Pfleger: Oh, dass Du mich jetzt angelaechelt hast, mit deinen leuchtenden Augen, das versuesst mir echt den Tag.
Premiumpatientin: Ach ja?
Pfleger: Naja, was soll ich sagen, Du bist halt mit Abstand die huebscheste Frau auf der Station.

Phase 4: Gefallen tun / sich ausnutzen lassen
Premiumpatientin: Ich brauche einen Gefallen...(Hundeblick)
Pfleger: Jeden!
Premiumpatientin: (wahlweise)
-Kann ich mal das Internet benutzen?
-Kann ich ganz viele von den kleinen NACl-Flaeschchen haben? Brauch ich fuer meine Kontaktlinsen.
-Ich bin mal fuer zwei Stunden weg. Also weg vom Campus. Wenn jemand nach mir sucht, kannst Du ihm...irgendwas...erzaehlen?
usw.
PRemiumpatientin bekommt in der Regel immer, was sie will.

Phase 5: Die Offensive
Pfleger:Hey, Premiumpatientin!
Premiumpatientin: Ja?
Pfleger: Hast Du Lust, das Fussballspiel auf unserem Flachbildfernseher im Schwesternzimmer zu sehen? Ich wollte gerade auch Pizza bestellen, wenn du magst.
Premiumpatientin: Ja, gern! (Auch wenn Premiumpatientin natuerlich weiss, welche Ambitionen hinter dem Angebot stecken, sie kann einfach nicht nein sagen, es ist zu verlockend. Ein schlechtes Gewisse hat sie trotzdem ganz kurz.)

Phase 6: Das traurige Ende
Pfleger macht weitere Annaeherungsversuche. Er legt zum Beispiel beim Fussballgucken seinen Arm um Premiumpatientin.
Premiumpatientin: Aehm, ich glaube, du verstehst da was falsch...ich find dich wirklich nett...aber...nicht mehr. Sorry.
Pfleger: Oh...hm...(druckst herum)...Entschuldige...
Premiumpatientin: Ich geh jetzt lieber wieder.
Premiumpatientin geht zurueck in ihr Zimmer. Die naechsten Tage versuchen Premiumpatientin und der Pfleger, einander moeglichst nicht zu begegnen. Und irgendwass wird Premiumpatientin ja dann auch zum Glueck entlassen. Und verschwindet unauffaellig mit der Tasche voller NaCl-Flaeschchen.

Samstag, 28. November 2009

Der Florence-Nightingale-Effekt Teil 1

Der Florence-Nightingale-Effekt ist ein psychologischer Komplex, bei dem sich zwischen jemandem, dem die Pflege und das Wohlergehen eines kranken Menschen anvertraut wurde, und eben jenem kranken Menschen eine Liebesbeziehung oder erotische Anziehungskraft entwickelt. In einfachen Worten: Schwester oder Pfleger verliebt sich in Patienten oder Patientin. In welcher Kombination auch immer.
Da Premiumpatientin einfach schon viele Wochen ihres Lebens im Krankenhaus verbracht hat, und zudem, auch wenn es ihr nicht gut geht, unglaublich gut aussieht, war es natuerlich nur eine Frage der Zeit, bis ihr das auch passiert. Um genau zu sein, machten schon mehrere Pfleger Premiumpatientin Avancen. Leider war Premiumpatientin nie ernsthaft interessiert. Das Gefuehl, dass man angehimmelt wird, ist natuerlich trotzdem ganz schoen. Gerade im Krankenhaus, wo alles scheisse ist.
Wie sich der Florence-Nightingale-Effekt aeussert (leider meistens sehr unbeholfen):

Phase 1: Ueberfluessige Untersuchungen
Pfleger: Hey Premiumpatientin, ich muss nochmal Blutdruck messen bei Ihnen.
Premiumpatientin: Schon wieder? Haben Sie doch heute schon drei Mal gemacht.
Pfleger: Ja, schon wieder.
Pfleger misst Blutdruck, versucht, Premiumpatientin dabei tief in die Augen zu schauen und beruehrt ganz unbedarft ihren Arm.
Pfleger: So, 120 zu 80.
Premiumpatientin: JA, wie die letzten drei Male.

Phase 2: Versuche, ins Gespraech zu kommen
Pfleger: Na, Premiumpatientin, wie gehts? Sie haben Samstag abend wahrscheinlich normalerweise was besseres zu tun, oder?
Premiumpatientin: Ja, natuerlich. Wer nicht.
Pfleger: Was machen Sie denn so? Gehen Sie gern ins Kino? Tanzen? Oder was so?

Premiumpatientin erzaehlt dann kurz von ihren Interessen. In einer normalen Situation haette sie schon laengst sowas wie "Verpiss Dich" gesagt, aber die Sache ist die: Im Krankenhaus ist es einfach so langweilig, das kann man sich gar nicht vorstellen. Deshalb ist man fuer JEDES Gespraech dankbar.

Fortsetzung folgt.

Donnerstag, 19. November 2009

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 2

Premiumpatientin hat ihr erstes Date mit dem unbekannten Chirurgen. Dass heisst, so unbekannt ist er auch nicht, sie weiss immerhin schon sein Namen, naemlich Siegfried. Wie der Drachentoeter aus der Nibelungensage. Premiumpatientin ueberlegt sehr, sehr lange, auf was Chirurgen so stehen koennten und steht ratlos vor ihrem ueberfuellten Kleiderschrank (Eine Anmerkung: Es ist nicht so, dass Premiumpatientin zu viele Klamotten haette. Im Gegenteil! Ihr Schrank ist einfach nur zu klein.). Jetzt folgt ein zweistuendiger lautlos gesprochener Monolog darueber was man so anziehen koennte. Schliesslich entscheidet sie sich fuer Jeans und Schwarzen Pulli. Eigentlich so ungefaehr das, was sie jeden Tag anhat. Nagut. Manche Entscheidungen brauchen halt etwas laenger.
Dann beim Kaffee:
Siegfried: Hallo Premiumpatientin!
Premiumpatientin: Hallo Siegfried.
Siegfried: Wie geht es Dir?
Siegfried ist charmant und zauberhaft, riecht gut nach einer Mischung aus Weichspueler, Aftershave, Rauch und Deo (oder ist das etwa das Desinfektionszeug?) und sieht einfach toll aus. Premiumpatientins Augen blitzen, sie koennte ihn den ganzen Tag einfach nur anschauen. Dann tut sie aber das, was sie tun muss, bevor es zu spaet dafuer ist.
Premiumpatientin: Ich muss Dir was beichten.
Siegfried: Ja?
Premiumpatientin: Ich bin gar keine Aerztin.
Siegfried: Studentin, nicht wahr? Habe ich mir irgendwie gedacht. Du bist ja noch nicht so alt.
Premiumpatientin: Aehm, ja, genau Studentin.
Siegfried: Ja, kein Ding. Solange wir nicht auf der gleichen Station arbeiten, sehe ich da nicht so das Problem.
Premiumpatientin: Naja, ich bin zwar Studentin....aber...aeh..keine...(Stimme wird leiser)...Medizinstudentin!?
Siegfried: Haeh?
Premiumpatientin: Ich studiere Finnougristik und Koptologie.
Siegfried: Aha. Interessant. Was hast Du dann im Krankenhaus gemacht?
Premiumpatientin: Aehm, ich bin da Patientin. Ich hab Klrexytchtxeratorose.
Premiumpatientin ist sich eigentlich ziemlich sicher, dass sie Siegfried jetzt von ihrer Liste potentieller Ehemaenner streichen kann. Denn der wollte bestimmt ne schicke Aerztin haben. Aber dann passiert das unglaubliche.
Siegfried: Okay. Ich bin total cool mit sowas. Kein Problem. Und danke, dass du so ehrlich bist. Uebrigens: Ich bin Chirurg. Du hattest gesagt, Du bist aus der medizinischen Klinik. Da wohnen die Internisten. Internisten sind unsere Todfeinde, oder anders gesagt, eh keine richtigen Aerzte. Ich bin eigentlich ganz froh, dass Du keine von denen bist.

Hier geht's zum ersten Teil der wahren Liebesgeschichte.

Montag, 16. November 2009

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 1

Es ist ein warmer Maerztag. Die Sonne scheint, die Voegel zwitschern, aus der Erde spriessen die ersten Osterglocken. Premiumpatientin ist auf dem Weg zu einem Kontrolltermin in die Poliklinik. Der Wind weht durch ihr wunderschoenes Haar und die Sonnenstrahlen spiegeln sich in ihren rehbraunen Augen. Was fuer ein schoener Tag, denkt sich Premiumpatientin. Als sie die Poliklinik betritt, sieht sie, dass das Wartezimmer voll ist. Sie meldet sich an, und anstatt zu warten geht sie wieder raus, um nicht eine Minute des schoenen Wetters zu verpassen. Da sie ohnehin wahrscheinlich mehr als eine Stunde warten muss, setzt sie sich an eine Haeuserwand auf dem Klinikgelaende, an der der Sonneneinfall ihr am guenstigten erscheint. Sie geniesst die Sonne, raucht ein paar Zigaretten und ist vollends im Reinen mit sich selbst.
Ploetzlich wird sie von einer Stimme aus ihren Tagtraeumen gerissen.
Unbekannter: Hey!
Premiumpatientin: Hey?
Unbekannter: Kannst Du mir vielleicht Feuer geben?
Premiumpatientin mustert den Unbekannten. Er ist gross und schlank und traegt die dunkelblaue Aerztekleidung. In seiner Hosentasche sieht sie die Konturen von etwas, was ungefaehr Form und Groesse eines Feuerzeugs hat. Aha, aha, denkt sich Premiumpatientin. So ist das also.
Premiumpatientin: Ja, sicher.
Premiumpatientin reicht dem Unbekannten ihr Feuerzeug und er zuendet auf sehr maennliche Art und Weise seine Zigarette an.
Unbekannter: Darf ich mich vielleicht auch zu Dir setzen? Du hast Dir ja echt den sonnigsten Platz auf dem ganzen Campus ausgesucht.
Oh mein Gott, denkt Premiumpatientin. Das war so ungefaehr die billigst Anmache der ganzen Welt. Aber, naja, eigentlich sieht er ja nicht schlecht aus. Also, warum eigentlich nicht...
Premiumpatientin: Ja, klar, setz Dich ruhig.
Unbekannter setzt sich neben sie.
Unbekannter: Bist du aus der medizinischen? (Medizinische Klinik, meint er)
Premiumpatientin: Ja. (schliesslich ist sie da Patientin) Und du?
Unbekannter: Chirurgische.
Sie reden ueber dieses und jenes, ueber Gott und die Welt, und Aerzte und Krankenschwestern. Der Unbekannte denkt immer noch, dass Premiumpatientin Aerztin oder sowas ist. Und sie denkt sich: Pfff, warum denn nicht. Ich seh ihn ja wahrscheinlich eh nie wieder.
Dann klingelt das Telefon des Unbekannten. Er geht ran, und die Stimme am anderen Ende schreit (so, dass es Premiumpatientin hoeren kann): Wo zur Hoelle steckst Du? Wir warten alle auf dich!
Unbekannter: (ins Telefon) Ich komme. Ich bin noch...aehh...im Patientengespraech. (er laechelt Premiumpatientin an)
Dass seine Notluege gar keine Luege war, soll Premiumpatientin ihm erst zu einem spaeteren Zeitpunkt beichten.
Unbekannter (legt auf): Ich muss los. Hoer zu, willst du mit mir mal n Kaffee trinken gehen? Am Donnerstag? Da hab ich frueher Schluss.
Premiumpatientin: Gerne! (und laechelt)
Sie machen noch schnell einen Zeit- und Treffpunkt aus, der Unbekannte rennt Richtung Chirurgische Klinik, und Premiumpatientin macht sich, ueber ganze Gesicht strahlend, langsam auf in Richtung Poliklinik. Dort wird sie von der SChwester begruesst: Wo waren Sie denn? Sie haben Ihren Termin verpasst! Jetzt muessen Sie nochmal ueber eine Stunde warten!

Montag, 2. November 2009

Das Piepende Geraet

Premiumpatientin liegt wieder auf der Chirurgie. Sie ist an eine merkwuerdige Maschine angeschlossen, die nicht viel macht ausser alle paar Minuten rumzupiepen, weil irgendwas nicht stimmt. Dann kommt eine Schwester oder ein Pfleger, drueckt auf Knoepfe und macht noch andere merkwuerdige Sachen, das Piepen hoert auf und alles ist wieder gut. In der Theorie. In der Praxis gibt das Pflegepersonal schnell auf mit den Worten: "Ach, das weiss ich jetzt auch nicht. Und ausserdem hab ich andere Sachen zu tun. Ich hol mal den Doktor, der soll das machen." Dann kommt irgendwann (Premiumpatientin ist sich zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob das Geraet noch piept, oder ob das Piepen nur noch in ihrem Kopf existiert) ein Arzt und drueckt auf Knoepfe und macht noch andere merkwuerdige Sachen, das Piepen hoert auf und alles ist wieder gut.
So auch dieses Mal. Es kommt einer der Stationsaerzte, Doktor Iwan Kolinski. Nach anfaenglichen Schwierigkeiten, bei denen Premiumpatientin wiederholt Kolinskis Autoritaet untergraben hat, haben sie jetzt ein sehr indifferentes Verhaeltnis, was Premiumpatientin noch genug Raum gibt, um Witze ueber seine nicht besonders herausragende Koerpergroesse zu machen.
Mit einem Gesicht, das sagt "Ich habe keine Ahnung was ich hier mache" drueckt Dr. Kolinski willkuerlich auf den Tasten des Geraets herum. "Mensch, Premiumpatientin, was machen sie den immer mit dm Teil?" "Was?", ruft Premiumpatientin entsetzt, "Jetzt ist ploetzlich wieder alles meine Schuld. Wollen Sie mich verarschen, Herr Kolinski?" Kolinski schweigt. Wenn dieses hochempfindliche und superteure Ding jetzt kaputt geht, ist es wenigstens nicht meine Schuld, denkt sich Premiumpatientin. Dann geschieht ein Wunder und das Piepen hoert endlich auf. Dr. Iwan Kolinski lacht triumphierend und ruft im Hinausgehen noch ein "Na, war doch gar nicht so schwer!" und macht die Tuer hinter sich zu. Ein Glueck, denkt sich Premiumpatientin. Denn gluecklicherweise ist das Geraet sehr handlich und funktioniert mit Akku, weshalb sie es einfach mit sich rumtragen kann und runtergehen kann zum Rauchen.
Premiumpatientin setzt sich auf, greift nach den Zigaretten auf dem Nachtisch und zieht sich die Schuhe an. Als sie aufsteht, um ihre Jacke anzuziehen, passiert das Unfassbare: Piep-Piep-Piep. Piep-Piep-Piep. Premiumpatientin ist kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Sie geht voller Wut und Missgunst auf den Flur und stuermt in Richtung Aerztezimmer. Ohne Anzuklopfen reisst sie die Tuer auf, wo sie Dr. Iwan Kolinski und Dr. Andi Schmidt sitzen sieht. Das stimmt sie ein wenig freundlicher, denn den Andi Schmidt mag Premiumpatientin schon ganz gerne. Und groesser als Kolinski ist er auch.
Premiumpatientin: Hey, das..das piept schon wieder, und ist nicht gut, und ich will endlich eine rauchen gehen, und...und...das is doch alles Scheisse hier.
Kolinski und Schmidt starren sie erst einige Sekunden sprachlos an, dann faengt Andi Schmidt laut an zu lachen, und Iwan Kolinski stimmt ein. Premiumpatientin ist verzweifelt und ein bisschen verletzt.
Premiumpatientin: Sie lachen ueber mich! Muessen sie mich jetzt auch noch auslachen, wo ich hier schon krank im Krankenhaus bin?
Andi Schmidt (versucht sich zu fangen): Nein, ich lach doch gar nicht ueber Sie!
Premiumpatientin: Haeh?
Andi Schmidt: Nein, ich lach doch ueber Herrn Kolinski, weil er schon wieder verkackt hat! Ausserdem war das einfach ein impulsiver Auftritt , sowas haben wir hier nicht so oft.
Premiumpatientin(skeptisch): Ach ja?
Andi Schmidt: Ganz betimmt, wir wuerden niemals ueber sie lachen. Ich komm gleich und mach alles richtig, ja?.
Premiumpatientin (immer noch skeptisch): Ja hm aha jaja
Premiumpatientin wendet sich ab und geht zur Tuer. Bevor sie rausgeht, dreht sie sich aber nochmal um zu den Aerzten und sagt: "Und nur damit Sies wissen, ich lache auch ueber sie, staendig!"
Im Rausgehen hoert sie noch Andi Schmidt rufen: "Moment mal, wir lachen nicht ueber sie, aber sie lachen ueber uns?"
Warum Frauen so obskure Wege nutzen um Maennern mitzuteilen, dass es ihnen wichtig ist, was sie ueber sie denken? Keine Ahnung. Aber es funktioniert. Denn nachdem Andi Schmidt das Geraet wieder in ordnung gebracht hat, fragt er: "Premiumpatientin?" "Ja?" "Gehen wir jetzt zusammen runter um eine zu rauchen?"

Samstag, 31. Oktober 2009

Auf der Chirurgie

Premiumpatientin hat eine anstrengende Bettnachbarin, die Ute. Ute ist kurz vor einer Leber-OP und will sich gerne die ganze Zeit mit Premiumpatientin unterhalten. Auch, wenn Premiumpatientin vorgibt, sehr angeregt ein Buch zu lesen. Deshalb tut sich Premiumpatientin die Stoepsel in die Ohren, hoert Musik, liest ein Buch, schreibt Tagebuch und tut so, als wuerde sie telefonieren. Wenn Ute sie jetzt also anspricht, kann sie sie wenigstens nicht hoeren.
Dann kommt die Visite, mit Dr. Andi Schmidt, den Premiumpatientin ja eigentlich ganz nett findet (ganz huebsch ist er ausserdem, nebenbei bemerkt). Muehsam baut sie ihre Ich-bin-beschaeftigt-Vorwaende ab
Dr. Schmidt: Hallo Premiumpatientin. Wie gehts?
Premiumpatientin: Hallo, Hr. Schmidt. (Premiumpatientin weigert sich immer, Aerzte mit ihrem Titel anzu sprehen.) Ganz gut soweit.
Dr. Schmidt: Darf ich mal auf die OP-Wunde schauen?
Premiumpatientin: Logo (und zieht bereitwillig ihr T-Shirt hoch)
Ute: Herr Doktor, Herr Doktor!
Dr. Schmidt: Ich komm gleich zu Ihnen.
Ute: Nein, Herr Doktor, muessen Sie gar nicht, ich will nur, das sie mir eines versprechen.
Dr. Andi Schmidt hoert auf, an Premiumpatientins Bauch rumzufummeln, Premiumpatientin verdreht die Augen. Andi Schmidt laechelt sie mit einem ich-weiss-was-du-denkst-Laecheln an und sagt entnervt zu Ute: Was denn?
Ute: Dass ich nach der Operation wieder aufwache, das muessen sie mir versprechen!
Dr. Schmidt: Ja, das verspreche ich Ihnen.
Und fluestert Premiumpatientin zu: Wenn nicht, is ja dann auch egal, wa?