Dienstag, 17. November 2009

Der Superdoc

Premiumpatientin hatte vor einiger Zeit ja versprochen, dass sie noch erzaehlt, warum sie sich so gar nicht mir Dr. Golf versteht. Der, der immer seine Besoffenen-Fotos auf Facebook stellt. Und gleichzeitig fuehrt das zu der Einfuehrung eines neuen wichtigen Charakters in Premiumpatientins Patientenleben, naemlich Superdoc.
Also, der Dr. Golf hat Premiumpatientin mal in der Poliklinik betreut. Sogar relativ lange, anderthalb Jahre, und sie kam immer in etwa alle 3-4 Wochen. Leider konnte er sich weder ihren Namen merken, noch, weshalb sie eigentlich in die Poliklinik kam. Ein Besuch lief ungefaehr immer so ab:
Wartezimmer.
Golf: Als naechstes bitte....aehm...(blaetter)...Premium....aehm...patient. Aeh...Patientin. Tschuldigung
Premiumpatientin steht entnervt auf und folgt dem Arzt ins Behandlungszimmer. Man setzt sich.
Golf: So, sie sind bei uns in Behandlung wegen....aehm....moment....ah ja, da stehts...wegen Klrexytchtxeratorose.
Premiumpatientin (zieht die Augenbrauen hoch): Aehm, ja, ich weiss.
Golf: Ja. Und, wie gehts Ihnen?
Premiumpatientin: Alles gut. Ich brauch Rezepte.
Golf: Gut.Schreib ich Ihnen. Was machen Sie beruflich, Premiumpatientin?
Premiumpatientin: Ich studiere noch.
Golf: Was studieren sie?


Stop. Genauso verlief jedes Gespraech zwischen den beiden. Normalerweise haette Premiumpatientin jetzt geantwortet, zum 10. Mal, Golf wuerde noch sagen: Sehr interessant! und sie wuerden sich verabschieden und Premiumpatientin wuerde noch bei der zentralen Blutabnahme vorbeischauen und sich pieksen lassen. Bis zum naechsten Mal halt. Aber an diesem einen Tag im November passierte etwas anderes. Der Hintergrund: Premiumpatientin hatte an sich schon schlechte Laune, weil sie einen Bad Hair Day hatte. Da mussten die Emotionen einfach hochkochen. Deshalb ging das Gespraech so weiter:

Golf: Was studieren sie?
Premiumpatientin (laut und aggressiv): Wie waers wenn Sie sichs einfach aufschreiben, wenn es Sie so sehr interessiert?! Dann muessen Sie mich nicht jedesmal danach fragen. Und wenn Sie nur so tun, als ob Sie sich fuer mich interessieren, dann denken Sie sich wenigstens ein paar neue Fragen aus. So schwer kann das doch nicht sein!
Golf sagt gar nichts. Das hat er nicht erwartet. Premiumpatientin ist einerseits sehr stolz auf ihre Szene, andererseits weiss sie jetzt auch nicht so genau, was sie sagen soll. Soweit hat sie dann doch nicht gedacht. Also schliesst sie das Gesprech mit dem Offensichtlichen.
Premiumpatientin: Kann ich jetzt gehen?
Golf: Ja, ja, ja natuerlich.

Dann denkt sich Premiumpatientin: Noch einmal geh ich hier in den Laden, und wenn es naechstes Mal immernoch so scheisse ist, dann komm ich nie wieder.
Beim naechsten Mal wird Premiumpatientin nicht von Herrn Golf aufgerufen, sondern von einem Arzt, der noch nicht sehr lange in der Poliklinik arbeitet, dem Superdoc. Wahrscheinlich ist das hier so, dass den Neuen immer die unliebsamen Patienten zugeschoben werden. Superdoc interessiert sich sehr fuer sie, nimmt sich Zeit, und hoert ihr zu. Premiumpatientin ist gluecklich. Als sie das darauffolgende Mal in der Poliklinik zu Besuch ist, hat Superdoc in der Zwischenzeit ihren Fall intern vorgestellt. Golf scheint maechtig beeindruckt gewesen zu sein, als er Premiumpatientin naemlich auf dem Gang trifft, erkennt er sie, begruesst sie mit Namen und zwar so, als ob sie alte Freunde waeren. Premiumpatientin ist hoechst erstaunt, und mehr als gluecklich, dass Superdoc sie jetzt betreut.
Und morgen dann: Was den Superdoc so super macht. Ein Leitfaden fuer alle, die auch super sein wollen.

Kommentare:

  1. Oha, da bin ich aber gespannt auf den Leitfaden. Ich liebe Ratgeber!

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  2. Ja, Ratgeber sind sehr wichtig. Schliesslich will ich alle Aerzte zu Superdocs machen auf lange Sicht. Vielleicht gebe ich auch bald Seminare zu dem Thema und verdiene mir ne goldene Nase.

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