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Dienstag, 19. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 8

Premiumpatientin klopft, oeffnet die Tuer und steckt ihren Kopf hindurch. Und bleibt wie erstarrt stehen. Ein kalter Schauer laeuft ihr ueber den Ruecken. Denn alles, wirklich alles haette sie erwartet hinter dieser Tuer zu sehen, nur nicht das.
Im Behandlungszimmer stehen Siegfried und sein Oberarzt. Beide halten ein Glas Sekt in der Hand, kichern albern und scheinen sich sehr zu amuesieren.
"Premiumpatientin, komm rein! Wir haben was zu feiern!" sagt Siegfried, und zum Oberarzt: "Das ist meine Freundin, Premiumpatientin."
"Was ist hier los?" fragt Premiumpatientin, mit dem Gefuehl, dass ihr das, was auch immer los ist, nicht gefallen wird.
"Kommen Sie, sagen Sie es ihr!" draengt der Oberarzt.
"Nun gut", sagt Siegfried und raeuspert sich. "Ich habe mich fuer diesen Traumjob in der Klinik am anderen Ende der Welt beworben, und der Oberarzt hat ein gutes Wort fuer mich eingelegt, und jetzt haben die angerufen, und sagen, ich hab die Stelle so gut wie sicher!"
"Am anderen Ende der Welt?" fragt Premiumpatientin unsicher. "Und was ist dann mit uns?"
Siegfried wird ploetzlich ernst. Man kann beinahe hoeren, wie sein Gehirn rattert.
"Ach ja", sagt er dann, "daran habe ich gar nicht gedacht." (Und das ist nicht ueberzogen, sondern die Wahrheit. Siegfried hatte es nie so mit dem Vorausschauen.)
"Aber", sagt er, "irgendwie schaffen wir das schon."


Leider sind Strategien, die mit dem Satz "Irgendwie schaffen wir das schon" charakterisiert werden koennen, selten von Erfolg gekroent. Siegfried ging ans andere Ende der Welt, Premiumpatientin blieb, wo sie war, weil sie an ihrem Ende der Welt nun mal zuhause war und - auch das ist tatsaechlich die Wahrheit - sie nicht glaubte, dass sie jemals wieder so einen Arzt wie Superdoc finden wuerde. Manchmal ist sie naemlich doch ganz vernuenftig, die Premiumpatientin. Viel Zeit fuer Trauer blieb nicht. Denn bald sollte ein neuer junger huebscher Arzt in ihr Leben treten...

Episode Guide
1.Der charmante Unbekannte
2. Gewagtes Gestaendnis
3. Gefaehrliche Kuesse
4. Brennende Leidenschaft
5. Verbotene Spiele
6. Bedrohliche Schatten
7. Retter in der Not
8. Zeit des Abschieds

Montag, 18. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 7

Sie versucht, sich aufzurappeln, doch wieder rutscht sie aus. Der Unbekannte ist jetzt ganz nah. Er bleibt stehen und beugt sich bedrohlich ueber sie.
"Premiumpatientin?"
"Haeh?"
Premiumpatientin stutzt, rappelt sich auf und schaut schaut unglaeubig in das Gesicht des Unbekannten.
"Superdoc?" fragt sie unglaeublich.
Superdoc hilft ihr auf. Bloederweise ist sie genau in eine Pfuetze gefallen, und jetzt ist sie ueber und ueber mit nassem Dreck bedeckt.
"Was passiert?" fragt Superdoc.
"Nee, alles super."
"Was tun Sie hier? Waren Sie etwa schon wieder in der Notaufnahme?"
"Nein, mir gehts gut."
"Was machen Sie dann um diese Zeit hier?"
"Hm...Aehh...hmm", stottert Premiumpatientin, denn eigentlich soll Superdoc als Internist nicht wissen, dass sie mit einem Chirurgen schlaeft (Chrirurgen und Internisten sind so ein Thema fuer sich. Oder vielleicht auch zwei.)
"Doch, ja, Notaufnahme, genau. Ich..aehm..ich brauchte... Tabletten! Genau! Weil mir das Antibiotikum, was ich gerade nehmen soll, in Dreck gefallen ist. Da brauchte ich neues. Genau, ja, so wars."
"Ooooch, Mensch", antwortet Superdoc, der sich wahrscheinlich in diesem Moment ueberlegt, ob Premiumpatientin einen Vollknall hat, oder ob sie einfach nur sehr ungeschickt ist. Zum Glueck passt die Geschichte ganz gut dazu, dass sie selber noch bis vor ein paar Minuten im Dreck lag.
"Gehen Sie zum Bus?" fragt Premiumpatientin.
"Nein, mein Auto steht dahinten."
Premiumpatientin schaut so, als ob sie gleich anfaengt zu heulen. Superdoc denkt an seine in Dreck gehuellte Patientin und seine schoenen Ledersitze.
Er seufzt. "Soll ich Sie nach hause bringen?" sagt er leicht gequaelt.
"Oh, das ist wirklich supernett von Ihnen, Superdoc!" Premiumpatientin grinst ihn an.
Wenig spaeter  liegt Premiumpatientin in ihrem warmen, weichen Bett und schlaeft.


Zwischen Siegfried und Premiumpatientin ist erstmal Funkstille. Eigentlich findet sie es schon am naechsten Tag gar nicht mehr so schlimm, dass sie mit Siegfried in einem Zimmer war, dass irgend so ein bloeder Chirurg mal Abschleppzimmer genannt hat. Besonders, nachdem sie durch weiteres Nachfragen bei den Aerzten und Schwestern (Schwestern sind mitunter ja sehr redselig) herausgefunden hat, dass es nicht wirklich das Zimmer ist, wo Aerzte ihre Patientinnen hin abschleppen, sondern eher das Zimmer, wo Professoren die Studentinnen hin abschleppen. Also fallen Siegfried und sie ja gar nicht in das Schema. Nichtsdestotrotz macht es Premiumpatientin Freude, den armen Siegfried ein bisschen hinzuhalten. Er ruft auch oefter an, aber sie drueckt ihn konsequent weg.
Da Premiumpatientin aber eigentlich vor Liebe fuer Siegfried innerlich brennt, haelt sie dieses Verhaltensschema genau fuenf Tage durch. Natuerlich weiss sie, wann Siegfried Dienst hat, deshalb will sie ihn dann von der Arbeit abholen. In der Klinik angekommen, fragt sie gleich den erst besten Chirurgen, wo er denn stecken koennte.
"Der ist gerade in der fuenf", sagt der und zeigt auf ein Behandlungszimmer (NICHT das Abschleppzimmer). "Geh doch einfach kurz rein, damit er weiss, dass du da bist."
Gesagt, getan. Premiumpatientin klopft, oefnnet die Tuer und steckt ihren Kopf hindurch. Und bleibt wie erstarrt stehen. Ein kalter Schauer laeuft ihr ueber den Ruecken. Denn alles, wirklich alles haette sie erwartet hinter diese Tuer zu sehen, nur nicht das...


So ging die Geschichte los und das ist beim letzten Mal passiert.

Samstag, 16. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 6

"Wart mal", sagt Premiumpatientin zu Siegfried, "ich hab da was gehoert."
"Haeh?"
Und ploetzlich wird die Tuer aufgerissen.
Notduerftig greift Premiumpatientin zu ihrer Bluse, die an einem Stuhl haengt und haelt sie vor ihren Oberkoerper. Siegfried schnappt sich das naechste, was er finden kann - einer von Premiumpatientins Finnougristik-Ordnern - und bedeckt damit schnell seine entbloessten Weichteile.
"Lassense sich von mir nicht stoern", sagt die Putzfrau, die inzwischen eingetreten ist und unbehelligt den Boden wischt. "Ick seh das hier jeden Tag, wir nennen den Raum hier ja nich umsonst das Abschleppzimmer."
"Das Abschleppzimmer?" ruft Premiumpatientin erbost. "Du brigst mich in das Abschleppzimmer?"
"Aehm..", stottert Siegfried.
"Manche nennens auch einfach nur den Puff", sagt die Putzfrau und wischt in aller Ruhe weiter.
"DEN PUFF?"
"Ach, Premiumpatientin, der Iwan Kolinski von Station 32b hat gesagt, hier haette man seine Ruhe."
"Viel Spass noch, Kinners", ruft die Putzfrau und verlaesst den Raum.
"Mensch, Siegfried", sagt Premiumpatientin. "Ich glaub, ich geh jetzt lieber."
Sie packt ihre Sachen zusammen und zieht sich schnell an. Siegfried steht immer noch hilflos im Raum und weiss nicht, was er sagen soll. Premiumpatientin nimmt ihm den Finnougristik-Ordner aus der Hand und geht.
Es ist mitten in der Nacht und Premiumpatientin ist auf dem Weg nach hause. Normalerweise braucht sie nur fuenfzehn Minuten nach hause, aber leider fahren die Bahnen nicht mehr. Das Krankenhaus liegt auch in einer nicht allzu guten Gegend, sie selbst wurde nur ein paar Strassen entfernt einmal ueberfallen, und es ist auch nicht solange her, dass sie am nahegelegenen Bahnhof eine Schiesserei mitbekommen hat. Fuer einen Moment ueberlegt Premiumpatientin, ein Taxi zu nehmen. Aber fuer den Idioten geb ich jetzt bestimmt nicht noch Geld fuer ein Taxi aus, denkt sie. Also macht sie sich auf den Weg zur naechsten Bushaltestelle. Ploetzlich hoert sie hinter sich Schritte, die immer naeher kommen. Sie dreht sich kurz um und erhascht den Blick auf eine grosse, dunkle Gestalt. Sie laeuft etwas schneller, doch der Unbekannte haelt Schritt. Ploetzlich stolpert sie ueber einen Ast auf dem Buergersteig und faellt der Laenge nach hin. Sie versucht, aich aufzurappeln, doch wieder rutscht sie aus. Der Unbekannte ist jetzt ganz nah. Er bleibt stehen und beugt sich bedrohlich ueber sie...


Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Freitag, 15. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 5

"Leider habe ich sehr schlechte Nachrichten fuer sie. Sie muessen jetzt sehr stark sein", sagt der Arzt. Premiumpatientin wird ganz komisch im Magen. Ihr Herz puckert. Die anderen Patienten im Wartezimmer gucken verstoert-neugierig.
Der Arzt raeuspert sich.
"Sie haben einen aeusserst bedrohlichen Herzfehler."
"Was heisst das?" fragt Premiumpatientin mit zitternder Stimme.
"Sie haben ein gebrochenes Herz. Es gibt nur eine einzige Therapie, die zur Heilung fuehrt. Das ist diese hier", sagt der Arzt, beugt sich zu ihr herunter und kuesst Sie auf den Mund.
"Sie entschuldigen mich", sagt Siegfried zu den umsitzenden Patienten, die jetzt schockiert-verwirrt gucken, "wir muessen die Therapie der Patientin jetzt an einem anderen Ort vertiefen."
Siegfried zieht Premiumpatientin aus dem Wartezimmer und wartet bis sie ausser Reichweite sind. Er will sie weiter kuessen, jedoch hat Premiumpatientin bereits einen hysterischen Lachkrampf, so dass sich das mit dem Kuessen ziemlich schwierig gestaltet.
Als Premiumpatientin sich wieder einkriegt, sagt Siegfried: "Ich hab jetzt Schluss. Gehen wir zu Dir ode zu mir?"
Immer wieder besucht Premiumpatientin Siegfried im Krankenhaus. Manchmal auch, wenn er Nachtschicht hat, dann wartet sie, bis er mal nichts zu tun hat. Manchmal lohnt sich das richtig, manchmal haben die beiden nur zwei Mal fuenf Minuten zusammen. In der Zwischenzeit sitzt Premiumpatientin dann in einem leeren Behandlungszimmer, zu dem Siegfried ihr Zugang verschafft hat, und lernt Koptologie und finnische Syntax. So genau darf das aber keiner wissen, denn ganz okay faende Siegfrieds Chef das nicht.
In dieser Nacht ist mal wieder soweit. Premiumpatientin uebt gerade Konsekutivsaetze und Futur II. Die Tuer geht auf und Siegfried steht da.
"Es ist alles ruhig draussen", sagt er. "Wir haben ein bisschen Zeit fuer uns."
Mit einer schwungvollen Handbewegung wischt Premiumpatientin ihre Ordner vom Schreibtisch und Siegfried zieht seinen OP-Kittel ueber den Kopf. Wie es weiter geht, koennt ihr euch ja vorstellen, wenn ihr das wollt. Premiumpatientin hat wahrscheinlich am unromantischsten Ort der Welt Sex, aber sie hat eh nicht so einen Sinn fuer Romantik. Ploetzlich hoert sie ein Knarren vom Gang.
"Wart mal", sagt sie zu Siegfried, "ich hab da was gehoert."
"Haeh?"
Und ploetzlich wird die Tuer aufgerissen.

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4

Donnerstag, 14. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 4

Siegfried und Premiumpatientin sind frisch verliebt. Er sagt so Sachen wie: " Ich koennte den ganzen Tag nur zuschauen, wie Du Dir die Haare foenst." Oder sowas wie: "Dein Niesen ist das schoenste Niesen, das ich jemals gehoert habe." Er kauft fuer Premiumpatientin teuren Wein und kocht ihr Calamari und Miesmuscheln. Leider hat er immer nicht so viel Zeit, weil er so viel arbeitet, so dass Premiumpatientin und er sich nicht ganz so haeufig sehen. Aber dafuer haelt die Herzklopfen-wenn-man-vor-seiner-Tuer-steht-Phase sehr lange an.  Premiumpatientin findet es sogar sexy, wenn er ihr an ihrem Bauch zeigt, wo er bei welcher Operation welche Schnitte machen wuerde.
"Wuerdest Du mich auch mal operieren?", fragt Premiumpatientin dann.
"Nie im Leben", sagt Siegfried, "fuer kein Geld der Welt wuerde ich deinem perfekten Koerper auch nur eine Narbe zufuegen wollen."
Leider soll sich bald ein Schatten ueber ihre Romanze legen. Eines Tages sitzt Premiumpatientin naemlich wieder in einem der Wartezimmer im Krankenhaus ihres Vertrauens. Sie ist nicht die einzige, die hier wartet, eine Mittvierzigerin, von der man sicher sein kann, dass sie bei ihre Klamotten bei kik einkauft, daneben ein aelterer Herr, der apathisch in die Leere starrt und gegenueber zwei Damen um die achtzig, die sich eber Strickmuster unterhalten. Dann kommt ein Arzt ins Wartezimmer. Es ist der, auf den Premiumpatientin gewartet hat.
"Premiumpatientin?", sagt er.
"Ja?"
Er geht naeher auf sie zu.
"Leider habe ich sehr schlechte Nachrichten fuer sie. Sie muessen jetzt sehr stark sein."

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Mittwoch, 13. Januar 2010

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 3

Also, Chirurg Siegfried und Premiumpatientin sind noch bei ihrem ersten Date, wenn man das so nennen will, bei einem Kaffee.
Der Kaffee ist ausgetrunken, und Siegfried sagt: Du, Premiumpatientin, ich wuerde dich ja gerne nach hause bringen, aber ich muss wirklich zur Arbeit.
Premiumpatientin: Naja, dann bring ich Dich halt zur Arbeit.
Is ja nicht so, dass das Krankenhaus ihres Vertrauens nicht auch so ein bisschen wie zu hause ist. Und ausserdem will sie gerade jede Sekunde mit Siegfried verbringen, und seinen breiten Schultern, seinen blauen Augen, seinem markantem Gesicht...wie auch immer.
Sie laufen gemeinsam den Weg zur chirurgischen Klinik hoch und gehen durch einen Hintereingang, den Premiumpatientin noch nicht kannte, hinein.
Siegfried: Da ist unser Aerztezimmer, wo wir vor den OPs noch n Kaffee trinken.
Er zeigt auf eine Tuer. Premiumpatientin will sich eigentlich verabschieden, aber ploetzlich nimmt Siegfried ihre Hand und zieht sie durch die Tuer. Hier sitzen ungefaehr sieben Chirurgen.
Unbekannter Chirurg: Ach, Siegfried, da bist du ja endlich.
Siegfried reagiert nicht er zieht Premiumpatientin an sich und gibt ihr einen langen Kuss. Nicht zu nass, nicht zu trocken, sondern genau richtig. Premiumpatientin ist fuer einen Moment in einer anderen Welt. Irgendwo, wo der Boden aus Wolken besteht und Schmetterlinge rumfliegen. Als der Kuss vorbei ist, ist sie wieder im Aerztezimmer und hoert das Gegroehle von Siegfrieds Kollegen. Sie grinst Siegfried an.  "Ich ruf dich an", sagt er und Premiumpatientin verlaesst laecheln das Krankenhaus. Niemals haette sie gedacht, dass ihr HIER so etwas schoenes passieren koennte.

Hier gehts zu Teil 1 und Teil 2.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Adventskalender: 2. Tuerchen

Frage: Gucken sich Aerzte vor der Op nicht doch mal die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale der schlafenden Patienten an? Und was sagen sie dann?

Die Antworten des Chirurgie-Expertenteams waren Premiumpatientin leider zu unglaubwuerdig. Deshalb hat sie gleich ihren Chirurgen-Exfreund, Lesern dieses Blogs auch unter dem Namen Siegfried bekannt, gefragt, ehrlich gesagt zu einer Zeit, in der er noch ihr Chirurgen-Freund war.

Siegfried: Nun ja, man ist ja nie alleine mit dem Patienten oder der Patientin im OP. Und wer will schon vor den Kollegen zugeben, dass er notgeil ist. Also eher nein. Aber, gerade bei Routine-OPs, kann es schon mal sein, dass ein unangemessener Spruch ueber den Koerper des Patienten faellt. Meistens, wenn man sehr, sehr dicke Leute operiert oder Frauen mit aussergewoehnlich grossen sekundaeren Geschlechtsmerkmalen. Aber so oft kommt das auch nicht vor. Im Kreiskrankenhaus wahrscheinlich eher als in einem angesehenen Uniklinikum mit agressiven Patienten-Fuersprechern. Deshalb bekommen die Studenten eh den meisten Aerzte-Frust ab.

Anmerkung: Spiegel Online hat Anfang des Jahres mal ein paar gemeine Aerztesprueche gesammelt, und herausgefunden, dass in dn USA 17 Prozent der Aerzte ihren Frust an narkotisierten Patienten auslassen. Als Patient sollte man sich darueber nicht aergern. Im Gegenteil: Studien haben gezeigt, dass, je mehr ein Operationsteam miteinander interagiert, desto effizienter arbeitet es und desto seltener sind intra- und post-operative Komplikationen. Also, liebe Chirurgen bei der naechsten OP: Bitte, schaut euch meine Brueste und meine Hueften an und natuerlich auch die Cellulite an den Oberschenkeln, und laestert, was das Zeug haelt! Vielleicht sollte ich bis dahin auch noch 25 Kilo zunehmen.


Vielen Dank fuer diese Frage an Tina.

Samstag, 21. November 2009

Internist vs. Chirurg Teil 2

Ein Sprung einige Jahre zurueck. Premiumpatientin ist liiert mit Exfreund 1. Fuer alle, die die wahre Liebesgeschichte auf Krankomat verfolgen, auch bekannt unter dem Namen Siegfried, der Chirurg.

Ex-Freund 1: Premiumpatientin?
Premiumpatientin: Ja?
Ex-Freund 1: Weisst Du was ich an meinem Job hasse?
Premiumpatientin: Dass du so wenig Zeit fuer Deine Freundin hast?
Ex-Freund 1: Nein. Was ich hasse, sind die Internisten.
Premiumpatientin: Ach ja?
Ex-Freund 1: Das sind solche Idioten. Spielen sich immer auf, als ob sie was besseres waeren als wir, und weisst du, was die den ganzen Tag machen?
Premiumpatientin: Was?
Ex-Freund 1: Patientengespraeche! Labern, das koennen die. Dann verschreibense mal n Medikament, wenn das nicht wirkt, gibts halt ein anderes, und wenn das auch nicht wirkt, dann ist es halt psychosomatisch. Oder nicht heilbar. Das sind so richtige Blabla-Nichts-Koenner.
Premiumpatientin: Okay, und was macht ihr Chirurgen besser?
Ex-Freund 1: Wir MACHEN was. Wir sind praktisch, wir veraendern Dinge, halten Organe in unseren Haenden, schwitzen Blut und Wasser, schneiden Tumore raus und ueberfluessige Organe und sowas. Internisten - pff! - das sind doch gar keine richtigen Aerzte!

Okay, so weit, so gut. Aber Premiumpatientin waere nicht Premiumpatientin, wenn sie sich nicht auch die andere Seite anhoeren wuerde.
Zwei Jahre spaeter. Siegfried ist Geschichte. Premiumpatientin ist nun mit Ex-Freund 2, einem Internisten aus dem gleichen Krankenhaus wie Ex-Freund 1, liiert. Dazu gibts vielleicht mal eine zweite wahre Liebesgeschichte hier auf Krankomat zu lesen.

Ex-Freund 2: Premiumpatientin?
Premiumpatientin: Ja?
Ex-Freund 2: Weisst Du was ich an meinem Job hasse?
Premiumpatientin: Dass du so wenig Zeit fuer Deine Freundin hast?
Ex-Freund 2: Nein. Was ich hasse, sind die Chirurgen.
Premiumpatientin: Ach ja?
Exfreund 2: Das sind solche Idioten. Spielen sich immer auf, als ob sie was besseres waeren als wir, aber weisst du, was die eigentlich sind?
Premiumpatientin: Was?
Exfreund 2: Handwerker! Die denken nicht, die gehen nicht auf die Patienten ein, reden nicht mit ihnen und erklaeren nicht anstaendig. Oft laesst sich der Operateur nicht mal dazu herab, sich seinem Opfer vor der OP vorzustellen, oder es danach zu besuchen. Wenn das Problem durch die OP nicht weg ist, dann schneiden sie halt ohne Ruecksicht nochmal auf und nochmal auf. Bis ueberhaupt nichts mehr vom Patienten uebrig ist. Koerperklempner sind das, nichts anderes!
Premiumpatientin: Okay, und was macht ihr Internisten besser?
Ex-Freund 2: Wir KUEMMERN uns um die Patienten. Wir reden mit ihnen, nehmen die Arzt-Patienten-Beziehung sehr ernst, bieten ihnen Alternativen, zum Beispiel verschiedene Medikamente oder psychosomatische Therapie. Aerzte sind Ansprechpartner, keine Aufschneider. Chirurgen - pff! - das sind doch gar keine richtigen Aerzte!

Also, wer ist hier eigentlich richtiger Arzt?

Hier gehts zu Teil 1 von Internist vs. Chirurg.

Donnerstag, 19. November 2009

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 2

Premiumpatientin hat ihr erstes Date mit dem unbekannten Chirurgen. Dass heisst, so unbekannt ist er auch nicht, sie weiss immerhin schon sein Namen, naemlich Siegfried. Wie der Drachentoeter aus der Nibelungensage. Premiumpatientin ueberlegt sehr, sehr lange, auf was Chirurgen so stehen koennten und steht ratlos vor ihrem ueberfuellten Kleiderschrank (Eine Anmerkung: Es ist nicht so, dass Premiumpatientin zu viele Klamotten haette. Im Gegenteil! Ihr Schrank ist einfach nur zu klein.). Jetzt folgt ein zweistuendiger lautlos gesprochener Monolog darueber was man so anziehen koennte. Schliesslich entscheidet sie sich fuer Jeans und Schwarzen Pulli. Eigentlich so ungefaehr das, was sie jeden Tag anhat. Nagut. Manche Entscheidungen brauchen halt etwas laenger.
Dann beim Kaffee:
Siegfried: Hallo Premiumpatientin!
Premiumpatientin: Hallo Siegfried.
Siegfried: Wie geht es Dir?
Siegfried ist charmant und zauberhaft, riecht gut nach einer Mischung aus Weichspueler, Aftershave, Rauch und Deo (oder ist das etwa das Desinfektionszeug?) und sieht einfach toll aus. Premiumpatientins Augen blitzen, sie koennte ihn den ganzen Tag einfach nur anschauen. Dann tut sie aber das, was sie tun muss, bevor es zu spaet dafuer ist.
Premiumpatientin: Ich muss Dir was beichten.
Siegfried: Ja?
Premiumpatientin: Ich bin gar keine Aerztin.
Siegfried: Studentin, nicht wahr? Habe ich mir irgendwie gedacht. Du bist ja noch nicht so alt.
Premiumpatientin: Aehm, ja, genau Studentin.
Siegfried: Ja, kein Ding. Solange wir nicht auf der gleichen Station arbeiten, sehe ich da nicht so das Problem.
Premiumpatientin: Naja, ich bin zwar Studentin....aber...aeh..keine...(Stimme wird leiser)...Medizinstudentin!?
Siegfried: Haeh?
Premiumpatientin: Ich studiere Finnougristik und Koptologie.
Siegfried: Aha. Interessant. Was hast Du dann im Krankenhaus gemacht?
Premiumpatientin: Aehm, ich bin da Patientin. Ich hab Klrexytchtxeratorose.
Premiumpatientin ist sich eigentlich ziemlich sicher, dass sie Siegfried jetzt von ihrer Liste potentieller Ehemaenner streichen kann. Denn der wollte bestimmt ne schicke Aerztin haben. Aber dann passiert das unglaubliche.
Siegfried: Okay. Ich bin total cool mit sowas. Kein Problem. Und danke, dass du so ehrlich bist. Uebrigens: Ich bin Chirurg. Du hattest gesagt, Du bist aus der medizinischen Klinik. Da wohnen die Internisten. Internisten sind unsere Todfeinde, oder anders gesagt, eh keine richtigen Aerzte. Ich bin eigentlich ganz froh, dass Du keine von denen bist.

Hier geht's zum ersten Teil der wahren Liebesgeschichte.