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Freitag, 9. April 2010

Krankomat Live-Blog Teil 4: Wo stirbt sichs im Krankenhaus am besten? (1)

Klar, am haeufigsten wahrscheinlich auf dem OP-Tisch (vielleicht auf genau dem, auf dem man Dich das letzte mal aufgeschnitten hat?) oder im Krankenbett (vielleicht genau in dem, in dem Du das letzte mal lagst? Denk mal drueber nach!). HIer in diesem Krankenhaus weiss Premumpatientin von mindestens zwei skurrileren Faellen. Heute Teil eins, morgen Teil zwei. Fiktive Erzaehlelemente wurden aus stilistischen Gruenden von der Autorin hinzugefuegt.

Der Fahrstuhl
Es war einmal ein alter Mann. Er war krank und deswegen im Krankenhaus. Er ging sehr gern vor die Tuer, um dort zu Rauchen, aber er musste immer einen Perfusor hinter sich her ziehen, weil er ein medikament dringend kontinuierlich brauchte.
Eines Tages dachte sich der alte Mann:"Hm, heute gehts mir aber gar nicht gut. Mir ist so schwindelig." Trotzdem brauchte er dringend seine 6:00-Uhr-Zigarette. Also stand er auf, zog seinen Perfusor hinter sich her und fuhr mit dem Fahrstuhl nach unten. Nach der Zigarette dachte er: "Hm, heut gehts mir so schlecht, da paffe ich gleich noch eine." Dass einem von zigaretten auf nuechternen Magen erst recht schwindelig wird, hat er dabei nicht bedacht. Naja, er stieg nach der 2. Kippe wieder ein in den Fahrstuhl. Ploetzlich spuerte er einen Ruck. Davon erschreckte er sich so sehr, dass er ohnmaechtig zu Boden sank.
Der Ruck war das Steckenbleiben des Fahrstuhls. Eine Woche spaeter fiel endlich irgendwem auf, dass einer der vier Fahrstuehle nicht mehr fuhr. An diesem Tag fand man dann auch den alten Mann. Und der zweite Fahrstuhl von rechts riecht immer noch komisch.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Patienten unter sich

Nichts Neues von der Liebesfront. Deshalb heute mal was ganz anderes. Eine Geschichte, die wohl den Soundtrack "Smoking outside the hospital doors" von den Editorshaette. Also einfach beim Lesen im Hintergrund laufen lassen.

Premiumpatientin ist stationaer im Krankenhaus. Ihre Bettnachbarin moechte gerne um neun Uhr abends schlafen. Premiumpatientin aber nicht. Also zieht sie sich ihre Jacke ueber den Schlafanzug und geht runter vor das Klinikgebaeude, wo die ueblichen Gestalten stehen oder hocken oder sitzen (im Rollstuhl) und rauchen. Einige haben einen Infusionsstaender dabei. Premiumpatientin kann sich gluecklicherweise frei bewegen ohne irgendwas hinter sich herziehen zu muessen.
Entspannt zuendet Sie sich eine Zigarette an und stellt sich neben einen Mann in den Dreissigern (mit Abstand der juengste hier abgesehen von Premiumpatientin). Er hat auch einen Staender mit Perfusor dabei.

Perfusormann: Hey.
Premiumpatientin: Hey.
Perfusormann:  Heute war echt schoenes Wetter. Und, was hast du?
Premiumpatientin: Ja, n bisschen kuehl ist es aber geworden. Ich hab Klrexytchtxeratorose. Und du?
Perfusormann: Ich hab Krebs. Aber morgen soll es regnen, hab ich gehoert.
Premiumpatientin: Ah ja. Hm. Ehrlich, es soll regnen? So ne Scheisse.

Eigentlich ist das eine sehr ernste Geschichte. Fast schon traurig, weil fuer manche Menschen Krankheiten zum Alltag gehoeren, wie eben das Wetter. Da sie aber einer gewissen Absurditaet nicht entbehrt, steht sie trotzdem hier. Premiumpatientin kann auch ehrlich gesagt voll drueber lachen. Morgen wirds wieder weniger ernst, versprochen.

Donnerstag, 12. November 2009

Neulich an der Tankstelle

Es ist Samstag abend. Premiumpatientin hat sich schon den ganzen Tag beschissen gefuehlt. Und ist nicht zu der riesensupercoolen Party gegangen, zu der sie eingeladen war. Jetzt ist sie zuhause und kann nicht schlafen. Deshalb sitzt sie am Kuechentisch, spielt Solitaer und raucht. Als sie um 2:30 keine Kippen mehr hat, zieht sie sich die Jacke an und geht zur Tankstelle um die Ecke. Am Nachtschalter sagt sie dem freundlichen Tankwart, was sie moechte. Sagts und kippt rueckwaerts um. Der Kunde hinter ihr versucht sie aufzufangen, schafft es aber nicht. Nach ca 2 Minuten Schwaerze kommt Premiumpatientin langsam wieder zu sich und hoert enfernt die Stimmen des Tankwarts und des anderen Kunden, nennen wir ihn mal Egon.
Tankwart: Ach nicht schon wieder eine.
Egon: Passiert das oft?
Tankwart: Jaja, gestern hatte ich erst wen. Liegt die da immernoch?
Egon: Langsam isse wieder da, glaub ich.
Tankwart: Ich ruf mal lieber nen Krankenwagen. Sonst liegt die mir hier noch ne Stunde.
Premiumpatientin: Was? Wer? Okay.
Egon: Ich setz mich mal zu dir nach unten.
Premiumpatientin: Mir passiert das manchmal.
Tankwart: Ey, der Notruf will wissen, ob du schwanger bist.
Premiumpatientin: Was? Oh mein Gott. (Pause) Nein. NEIN!
Egon: Komisch, dafuer, dass sie total besoffen ist, redet sie aber erstaunlich klar.
Premiumpatientin: Ich bin nicht betrunken!
Tankwart: hehehe. Jaja. Dat sagen se alle.
Egon: Echt erstaunlich.

Dann kommt endlich der Krankenwagen und Premiumpatientin wird von diesem schrecklichen Gespraech erloest. Denkt sie.
Sanitaeterin: Okay, was haben sie genommen?
Premiumpatientin: Aspirin?
Sanitaeterin: Sie muessen mir sagen, was fuer Drogen sie genommen haben!
PRemiumpatientin (waehrend ihr in den Krankenwagen geholfen wird): Ich habe nichts genommen!
Obwohl es nicht lange zum Krankenhaus ihres Vertrauens dauert, kommt es Premiumpatientin wie eine Ewigkeit vor.
Sanitaeterin: Jetzt spielen sie keine Spielchen mit mir!
Premiumpatientin: Mir gings heute schon den ganzen Tag beschissen.
Sanitaeterin: Also, jetzt hoeren sie mir mal zu: Wenn's mir den ganzen Tag schlecht geht, dann geh ich doch nicht nachts um drei an die Tankstelle um mir Zigaretten zukeufen!
Premiumpatientin: Aehm, ich schon.
Endlich in der Notaufnahme angekommen, berichtet die Sanitaeterin der Schwester von ihrem schwierigen Fall.
Sanitaeterin: Patientin ist kollabiert, vermutlich unter Alkohol- und Drogeneinfluss, sehr unkooperativ.
Premiumpatientin stolpert aus dem Krankenwagen in die ihr wohlbekannte Notaufnahme.
Schwester: Ach Premiumpatientin, Sie sinds!
Sanitaeterin: Haeh?
Schwester: Das ist Premiumpatientin, die ist oefter hier. Ganz komplizierter Fall. Und unkooperativ? Premiumpatientin ist Traegerin der Compliance-Medaille Platin!
Premiumpatientin guckt die Sanitaeterin mit einem befriedigt-boesen-hab-ich-doch-gesagt-du-dumme-Kuh-Blick an, reckt den Kopf in hochnaesig gen Decke und stolziert in das ihr zugewiesene Behandlungszimmer. Oder, naja, versucht es zumindest. NAch zwei Schritten muss die Schwester ihr zu Hilfe kommen, damit sie nicht wieder umkippt.