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Samstag, 21. November 2009

Internist vs. Chirurg Teil 2

Ein Sprung einige Jahre zurueck. Premiumpatientin ist liiert mit Exfreund 1. Fuer alle, die die wahre Liebesgeschichte auf Krankomat verfolgen, auch bekannt unter dem Namen Siegfried, der Chirurg.

Ex-Freund 1: Premiumpatientin?
Premiumpatientin: Ja?
Ex-Freund 1: Weisst Du was ich an meinem Job hasse?
Premiumpatientin: Dass du so wenig Zeit fuer Deine Freundin hast?
Ex-Freund 1: Nein. Was ich hasse, sind die Internisten.
Premiumpatientin: Ach ja?
Ex-Freund 1: Das sind solche Idioten. Spielen sich immer auf, als ob sie was besseres waeren als wir, und weisst du, was die den ganzen Tag machen?
Premiumpatientin: Was?
Ex-Freund 1: Patientengespraeche! Labern, das koennen die. Dann verschreibense mal n Medikament, wenn das nicht wirkt, gibts halt ein anderes, und wenn das auch nicht wirkt, dann ist es halt psychosomatisch. Oder nicht heilbar. Das sind so richtige Blabla-Nichts-Koenner.
Premiumpatientin: Okay, und was macht ihr Chirurgen besser?
Ex-Freund 1: Wir MACHEN was. Wir sind praktisch, wir veraendern Dinge, halten Organe in unseren Haenden, schwitzen Blut und Wasser, schneiden Tumore raus und ueberfluessige Organe und sowas. Internisten - pff! - das sind doch gar keine richtigen Aerzte!

Okay, so weit, so gut. Aber Premiumpatientin waere nicht Premiumpatientin, wenn sie sich nicht auch die andere Seite anhoeren wuerde.
Zwei Jahre spaeter. Siegfried ist Geschichte. Premiumpatientin ist nun mit Ex-Freund 2, einem Internisten aus dem gleichen Krankenhaus wie Ex-Freund 1, liiert. Dazu gibts vielleicht mal eine zweite wahre Liebesgeschichte hier auf Krankomat zu lesen.

Ex-Freund 2: Premiumpatientin?
Premiumpatientin: Ja?
Ex-Freund 2: Weisst Du was ich an meinem Job hasse?
Premiumpatientin: Dass du so wenig Zeit fuer Deine Freundin hast?
Ex-Freund 2: Nein. Was ich hasse, sind die Chirurgen.
Premiumpatientin: Ach ja?
Exfreund 2: Das sind solche Idioten. Spielen sich immer auf, als ob sie was besseres waeren als wir, aber weisst du, was die eigentlich sind?
Premiumpatientin: Was?
Exfreund 2: Handwerker! Die denken nicht, die gehen nicht auf die Patienten ein, reden nicht mit ihnen und erklaeren nicht anstaendig. Oft laesst sich der Operateur nicht mal dazu herab, sich seinem Opfer vor der OP vorzustellen, oder es danach zu besuchen. Wenn das Problem durch die OP nicht weg ist, dann schneiden sie halt ohne Ruecksicht nochmal auf und nochmal auf. Bis ueberhaupt nichts mehr vom Patienten uebrig ist. Koerperklempner sind das, nichts anderes!
Premiumpatientin: Okay, und was macht ihr Internisten besser?
Ex-Freund 2: Wir KUEMMERN uns um die Patienten. Wir reden mit ihnen, nehmen die Arzt-Patienten-Beziehung sehr ernst, bieten ihnen Alternativen, zum Beispiel verschiedene Medikamente oder psychosomatische Therapie. Aerzte sind Ansprechpartner, keine Aufschneider. Chirurgen - pff! - das sind doch gar keine richtigen Aerzte!

Also, wer ist hier eigentlich richtiger Arzt?

Hier gehts zu Teil 1 von Internist vs. Chirurg.

Freitag, 20. November 2009

Internist vs. Chirurg Teil 1

Internisten sagen, Chirurgen sind keine richtigen Aerzte. Chirurgen sagen, Internisten sind keine richtigen Aerzte. Premiumpatientin ist dem auf den Grund gegangen.
Die Spannungen merkt Premiumpatientin schon, wenn sie zum Beispiel mit einem Konsilschein von den Internisten zu den Chirurgen geht:

Chirurgin: Was steht denn da, ich kann das gar nicht lesen.
Premiumpatientin: Es geht darum, ob ich wegen der Klrexytchtxeratorose operiert werden soll oder nicht.
Chirurgin: Aha. Warum stehen denn hier nicht die aktuellen Blutwerte? Mann, das ist echt ein Sauhaufen, diese Internisten. Wissen Sie, wie ihre Gerinnung ist?
Premiumpatientin: Nicht genau. Aber nicht so besonder gut.
Chirurgin: Und das schreiben die hier nicht rein? Was ist denn das hier? Mann, mann, mann. So, ich ruf die jetzt mal an. Koennen Sie die Telefonnummer lesen?
Premiumpatientin: Ja. (findet die Telefonnummer nicht so schwer zu lesen und traegt sie laut vor)
Offensichtlich ist am anderen Ende besetzt.
Chirurgin: Das ist ja unmoeglich! Sagense denen mal, dass sie auch erreichbar sein muessen, wenn sie jemanden hier rueberschicken. Und dass sie vielleicht mal einigermassen leserlich schreiben sollen!

Wenn Premiumpatientin umgekehrt mit einem Konsilschein von den Chirurgen zu den Internisten geht, passiert folgendes:

Internist(Schuldgefuehle vermittelnd): Ach, Premiumpatientin, hallo. Was machen Sie denn eigentlich auf der Chirurgie?
Premiumpatientin: Aeh...hm. Naechstes Mal komm ich wieder zu Ihnen.
Internist: Immer die Chirurgen, das ist echt unglaublich. Die rufen hier an und sagen, sie wuerden Sie JETZT vorbeischicken. Denken die wir haetten keinen Tagesplan oder so? Wann wussten Sie denn, dass Sie hier herkommen muessen?
Premiumpatientin(zaghaft): Naja, die Chirurgen haben mir vor drei Tagen gesagt, dass sie mit Ihnen einen Termin fuer mich ausmachen wollen...aber vielleicht... war ja besetzt?
Internist: TERMIN AUSMACHEN? DENEN WERD ICH MAL WAS AUSMACHEN! Premiumpatientin, Sie muessen denen wirklich sagen, dass das so nicht geht, und das manche Leute in diesem Krankenhaus strukturiert arbeiten wollen und NICHT immer das machen, was ihnen gerade so einfaellt.

Soviel zum Einstieg. Die Nachrichten an die jeweiligen Kollegen hat Premiumpatientin uebrigens fuer sich behalten. Im naechsten Teil kommt dann eine genauere Analyse mit den Experteneinschaetzungen von Ex-Freund 1 (Chirurg) und Ex-Freund 2 (Internist).

Donnerstag, 19. November 2009

Eine wahre Liebesgeschichte Teil 2

Premiumpatientin hat ihr erstes Date mit dem unbekannten Chirurgen. Dass heisst, so unbekannt ist er auch nicht, sie weiss immerhin schon sein Namen, naemlich Siegfried. Wie der Drachentoeter aus der Nibelungensage. Premiumpatientin ueberlegt sehr, sehr lange, auf was Chirurgen so stehen koennten und steht ratlos vor ihrem ueberfuellten Kleiderschrank (Eine Anmerkung: Es ist nicht so, dass Premiumpatientin zu viele Klamotten haette. Im Gegenteil! Ihr Schrank ist einfach nur zu klein.). Jetzt folgt ein zweistuendiger lautlos gesprochener Monolog darueber was man so anziehen koennte. Schliesslich entscheidet sie sich fuer Jeans und Schwarzen Pulli. Eigentlich so ungefaehr das, was sie jeden Tag anhat. Nagut. Manche Entscheidungen brauchen halt etwas laenger.
Dann beim Kaffee:
Siegfried: Hallo Premiumpatientin!
Premiumpatientin: Hallo Siegfried.
Siegfried: Wie geht es Dir?
Siegfried ist charmant und zauberhaft, riecht gut nach einer Mischung aus Weichspueler, Aftershave, Rauch und Deo (oder ist das etwa das Desinfektionszeug?) und sieht einfach toll aus. Premiumpatientins Augen blitzen, sie koennte ihn den ganzen Tag einfach nur anschauen. Dann tut sie aber das, was sie tun muss, bevor es zu spaet dafuer ist.
Premiumpatientin: Ich muss Dir was beichten.
Siegfried: Ja?
Premiumpatientin: Ich bin gar keine Aerztin.
Siegfried: Studentin, nicht wahr? Habe ich mir irgendwie gedacht. Du bist ja noch nicht so alt.
Premiumpatientin: Aehm, ja, genau Studentin.
Siegfried: Ja, kein Ding. Solange wir nicht auf der gleichen Station arbeiten, sehe ich da nicht so das Problem.
Premiumpatientin: Naja, ich bin zwar Studentin....aber...aeh..keine...(Stimme wird leiser)...Medizinstudentin!?
Siegfried: Haeh?
Premiumpatientin: Ich studiere Finnougristik und Koptologie.
Siegfried: Aha. Interessant. Was hast Du dann im Krankenhaus gemacht?
Premiumpatientin: Aehm, ich bin da Patientin. Ich hab Klrexytchtxeratorose.
Premiumpatientin ist sich eigentlich ziemlich sicher, dass sie Siegfried jetzt von ihrer Liste potentieller Ehemaenner streichen kann. Denn der wollte bestimmt ne schicke Aerztin haben. Aber dann passiert das unglaubliche.
Siegfried: Okay. Ich bin total cool mit sowas. Kein Problem. Und danke, dass du so ehrlich bist. Uebrigens: Ich bin Chirurg. Du hattest gesagt, Du bist aus der medizinischen Klinik. Da wohnen die Internisten. Internisten sind unsere Todfeinde, oder anders gesagt, eh keine richtigen Aerzte. Ich bin eigentlich ganz froh, dass Du keine von denen bist.

Hier geht's zum ersten Teil der wahren Liebesgeschichte.

Mittwoch, 18. November 2009

Warum Superdoc so super ist

Ein Leitfaden fuer alle, die auch gern super sein wollen und nebenbei Arzt sind.
Vorweg, zwei Beispiele, an denen man sich orientieren kann.

1. Premiumpatientin ruft in der Klinik an.
Premiumpatientin: Ist Superdoc da?
Schwester: Nein, gerade nicht. Soll er Sie zurueckrufen? Koennte aber spaeter werden, ich weiss nicht, wann er Zeit findet. Heute ist viel los.
Premiumpatientin: Okay, ich warte auf seinen Rueckruf.
Acht Minuten spaeter klingelt das Telefon.
Premiumpatientin: Premiumpatientin?
Superdoc: Ich bin's, Superdoc. Tut mir leid, ich war gerade auf Station gewesen und habe erst eben von Ihrem Anruf erfahren.
Premiumpatientin: Aehm...kein Problem?!
Superdoc: Was gibts?
Premiumpatientin: Ich hab Fieber.
Superdoc: Oooch, Mensch. (Ja, Superdoc ist Internist!)
Premiumpatientin: Aber ich will nicht in die Notaufnahme kommen deswegen.
Superdoc: Nee, Notaufnahme ist scheisse. Sollen wir es nochmal mit dem Antibiotikum versuchen?
Premiumpatientin: Ja, aber ich hab keins mehr.
Superdoc: Gut. Sie muessen ja jetzt nicht unbedingt herkommen, das ist ja Quatsch. Ich rufe einfach in Ihrer Apotheke an, und sage, die sollen Ihnen das Medikament ohne Rezept geben, und dass Sie das Rezept dann wann anders vorbeibringen.


2. Superdoc erklaert Premiumpatientin, was gerade schief laeuft in ihrem Koerper.
Premiumpatientin: Haeh?
Superdoc: Also, stellen Sie sich das vor wie...wie ein Fahrrad...blablabla
Premiumpatientin versteht ein bisschen mehr.
Superdoc: Ach warten Sie, ich mal Ihnen das besser auf.
Superdoc malt ein Bild von Premiumpatientins Organen, und eins wie's normalerweise aussieht. Beides mit Pfeilen und so. Premiumpatientin versteht langsam und darf die Bilder mit nach hause nehmen.


Kurze Zusammenfassung, was hier super war:
- Zurueckrufen ueberhaupt
- zuegig zurueckrufen
- sich noch entschuldigen, dass man nicht 24-7 abrufbereit ist
- sagen, dass Notaufnahme Scheisse ist
- der Apothekendeal
- erklaeren ueberhaupt
- erklaeren mit verstaendlichen Metaphern
- Malen

Andere nuetzliche Praktiken von Superdoc, die Premiumpatientin total super findet:
- nicht genervt reagieren auf Premiumpatientins Lieblingsfrage: Was ist das?
- ab und an mal von der Professionalitaet abweichen und mit Premiumpatientin ueber andere Aerzte laestern (Das geht natuerlich nur, wenn man sich schon laenger kennt)
- ab und an mal von der Professionalitaet abweichen und sich bei Premiumpatientin ueber den Chefarzt beklagen, der Superdoc immer rumschubst.
- Komplimente machen (sehr gern gehoert werden Saetze in denen die Woerter huebsch, intelligent und aussergewoehnlich vorkommen)
- Den verbotenen Satz vermeiden. Der heisst: "Oh, Sie haben zugenommen."

Dienstag, 10. November 2009

Was Internisten lustig finden

Zurueck vom Rechercheurlaub, muss Premiumpatientin zugeben, dass die typischen Internisten-Reaktionen im Krankenhaus ihres Vertrauens gut angewendet und umgesetzt werden. Auch die PJler habens schon richtig gut drauf. Premiumpatientin empfiehlt allerdings eine Auffrisch-Fortbildung fuer alle Oberaerzte und diejenigen, bei denen die Ausbildung mehr als 15 Jahre zurueckliegt.

Natuerlich hat Premiumpatientin die internistische Station auch sonst genau begutachtet. Daher jetzt ein Beitrag zu "Was Internisten lustig finden".

Visite. Im Krankenzimmer: Premiumpatientin (auf dem Bett), Oberarzt (findet sich sehr wichtig), Stationsaerztin (blaettert nervoes in Premiumpatienins Akte), PJler (grinst duemmlich).

Oberarzt: Hallo Premiumpatientin.
Premiumpatientin: Hallo Oberarzt.
Oberarzt: Wir sind uns nicht so sicher, warum die Blutwerte gestiegen sind. Es koennte sein, dass Sie ein Gallensteinchen haben.
Premiumpatientin (irritiert von Diminutivnutzung und eigentlich sowieso): Geht das denn? Ich hab doch gar keine Gallenblase mehr.

Die drei Mediziner brechen in schallendes Lachen aus. Im Nachhinein ist sich Premiumpatientin nicht ganz sicher, ob der Oberarzt zuerst gelacht hat, und die anderen beiden dann eingestimmt haben, weil, der Oberarzt hat ja recht.

Oberarzt (immernoch prustend): Ja, natuerlich geht das!
Premiumpatientin (noch irritierter): okay...hm..
Oberarzt: Aber der war wirklich gut, Premiumpatientin!
Und verlaesst lachend kopfschuettelnd das Zimmer.

Dienstag, 3. November 2009

Facharztspezifische Reaktionen: Die Internisten

Wenn Premiumpatientin einem Arzt von ihren Gebrechen erzaehlt, kann sie an der Reaktion der Aerzte ziemlich schnell ablesen, was fuer ein Arzt er ist. Sie fragt sich dann immer ob diese Reaktionen (und damit ist nicht nur das, was der Arzt sagt, gemeint, sondern auch Mimik, Gestik und Tonfall) in der Facharztaubildung gelernt werden. Und wenn ja, warum eigentlich. Fuer alle, die dabei nicht gut aufgepasst haben, hier nochmal die genaue Anleitung in Serie, wie mans macht.

Heute Teil 1 facharztspezifischer Reaktionen: Die Internisten

Premiumpatientin: Mein Bauch tut weh.
Internist: Wie lange schon?
Premiumpatientin: Seit drei Wochen.
Reaktion Internist:
- Mimik: das Gesicht verzerren, als wenn gerade ein Hundebaby gestorben waere. Lippen vorschieben.
- Tonfall: gedrueckt, mitleidend. Eigentlich auch, als wenn gerade ein Hundebaby gestorben waere.
- Gestik: Kopf schraeg legen, ca 60 Grad Winkel (Richtung ruhig oefter mal variieren, das ist besser fuer die Halswirbelsaeule). Schultern entspannen und fallen lassen.
- Laute: "Ooooch Mensch", alternativ auch mal "Ooooch Mann". Waer ganz experimentierfreudig ist, kann auch mal "Aaaaach Mensch"/ "Aaaaach Mann" ausprobieren, oder mal eine Zaesur und eine neue Akkzentuierung einfuegen, das saehe dann so aus "Oooooch -- Mensch." Oder mal ein "Oooooch Mensch. Hmmmm" versuchen, aber solche Abweichungen empfiehlt Premiumpatientin nur den sehr erfahrenen Internisten.

Premiumpatientin ist sich ziemlich sicher, dass das ungefaehr so in der Facharztausbildung gelernt wird. Und jetzt alle, auf drei: Eins zwei "Ooooch Mensch".

Weil Premiumpatientin regelmaessig nachprueft, ob die Internisten im Krankenhaus ihres Vertrauens auch all diese Regeln befolgen, begibt sie sich morgen auf Recherchereise auf eine internistische Station. Deshalb macht der Blog ein paar Tage Pause.

Sonntag, 1. November 2009

Golfs Pinnwand

Irgendwann hat Premiumpatientin mal alle Aerzte, die sie so kennt, bei Facebook gesucht. Warum, weiss sie selber nicht so genau. Da sie dem investigativen Journalismus verschrieben ist, wuerde sie jetzt wahrscheinlich sagen, "aus Recherche-Zwecken". Aber wenn sie ganz ehrlich ist, muesste sie wohl antworten: aus Langeweile. Und aus Voyeurismus. Gefunden hat sie so einige, aber die meisten hatten sowohl ihr Profil als auch ihre Pinnwand nicht fuer "Nicht-Freunde" freigegeben. Schade eigentlich, denn anfreunden wollte sie sich mit ihren Aerzten nu auch nicht. Der eine Arzt hatte allerdings ein Profilfoto, auf dem er ein schwarzes T-Shirt mit Totenkopf anhatte. Hm, denkt Premiumpatientin, ein Emo also. Haett ich dem gar nicht zugetraut. Und eigentlich wollte sie das auch gar nicht wissen, denn sie war sich nicht so sicher, ob sie den guten Arzt jemals wieder ernst nehmen koennte.
Nur bei einem Arzt konnte sie Profil und Pinnwand sehen: Bei Dr. Golf, seines Zeichens Internist. Den Dr. Golf hat Premiumpatientin gar nicht gern. Wie es dazu kam, vielleicht nochmal an anderer Stelle ausfuehrlicher. Er tut in jedem Fall immer so, als ob sie die besten Freunde waeren, obwohl das gar nicht stimmt. Sie schaut ein bisschen auf der Seite herum, sieht, dass er vor kurzem geheiratet hat, obwohl ihr der koreanische Pfleger aus der Poliklinik ihr letztens noch erzaehlt hat, dass er mit Frau Dr. Blond (auch aus der Poliklinik) eine Affaere haette. Naja, sei es drum. Am interessantesten sind ja sowieso immer die Fotos. Da sieht sie zum Beispiel Dr. Golf mit verkrampftem Laecheln auf seiner Hochzeit. Vielleicht denkt er ja immernoch an Dr. Blond. Und dann mit ner Bierflasche in der Hand. Und dann auf einer Picknickdecke sitzend in einem Zustand, den man wohl nicht mehr nur als entspannt bezeichnen darf. Und da ueberlegt sich Premiumpatientin: Wie bloed ist der eigentlich? Das kann doch jeder sehen! ICh stell ja auch nicht einfach unter meinem richtigen Namen Fotos von mir ins Internet auf den ich total zugedroehnt bin. Da wuerde man mir doch glatt ganz schnell meine Compliance-Medaille Platin aberkennen. Und kann Dr. Golf fuer sowas nicht gefeuert werden? Kann ich das nicht einfach dem Chefarzt zuspielen? Aber nein, so gemein ist Premiumpatientin aeusserst selten. Aber beim naechsten mal, wenn sie Dr. Golf sieht, wird sie ihn aber bestimmt mal drauf ansprechen. Vielleicht werden die beiden dann wenigstens noch Facebook-Freunde?