Samstag, 28. November 2009

Der Florence-Nightingale-Effekt Teil 1

Der Florence-Nightingale-Effekt ist ein psychologischer Komplex, bei dem sich zwischen jemandem, dem die Pflege und das Wohlergehen eines kranken Menschen anvertraut wurde, und eben jenem kranken Menschen eine Liebesbeziehung oder erotische Anziehungskraft entwickelt. In einfachen Worten: Schwester oder Pfleger verliebt sich in Patienten oder Patientin. In welcher Kombination auch immer.
Da Premiumpatientin einfach schon viele Wochen ihres Lebens im Krankenhaus verbracht hat, und zudem, auch wenn es ihr nicht gut geht, unglaublich gut aussieht, war es natuerlich nur eine Frage der Zeit, bis ihr das auch passiert. Um genau zu sein, machten schon mehrere Pfleger Premiumpatientin Avancen. Leider war Premiumpatientin nie ernsthaft interessiert. Das Gefuehl, dass man angehimmelt wird, ist natuerlich trotzdem ganz schoen. Gerade im Krankenhaus, wo alles scheisse ist.
Wie sich der Florence-Nightingale-Effekt aeussert (leider meistens sehr unbeholfen):

Phase 1: Ueberfluessige Untersuchungen
Pfleger: Hey Premiumpatientin, ich muss nochmal Blutdruck messen bei Ihnen.
Premiumpatientin: Schon wieder? Haben Sie doch heute schon drei Mal gemacht.
Pfleger: Ja, schon wieder.
Pfleger misst Blutdruck, versucht, Premiumpatientin dabei tief in die Augen zu schauen und beruehrt ganz unbedarft ihren Arm.
Pfleger: So, 120 zu 80.
Premiumpatientin: JA, wie die letzten drei Male.

Phase 2: Versuche, ins Gespraech zu kommen
Pfleger: Na, Premiumpatientin, wie gehts? Sie haben Samstag abend wahrscheinlich normalerweise was besseres zu tun, oder?
Premiumpatientin: Ja, natuerlich. Wer nicht.
Pfleger: Was machen Sie denn so? Gehen Sie gern ins Kino? Tanzen? Oder was so?

Premiumpatientin erzaehlt dann kurz von ihren Interessen. In einer normalen Situation haette sie schon laengst sowas wie "Verpiss Dich" gesagt, aber die Sache ist die: Im Krankenhaus ist es einfach so langweilig, das kann man sich gar nicht vorstellen. Deshalb ist man fuer JEDES Gespraech dankbar.

Fortsetzung folgt.

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